Tödliches BusunglĂŒck anch Hochzeitsfest in Australien
12.06.2023 - 10:55:12Tragisches Ende einer Hochzeitsfeier im australischen Hunter Valley: Auf dem RĂŒckweg von dem Fest verunglĂŒckt ein Bus mit 36 GĂ€sten an Bord. Mindestens zehn Insassen sind tot, weitere 25 werden teils schwer verletzt.
Der verheerende Unfall ereignete sich nach Polizeiangaben am spĂ€ten Sonntagabend nahe der Ortschaft Greta im Bundesstaat New South Wales. Der Bus war bei der Ausfahrt aus einem Kreisverkehr plötzlich zur Seite auf eine Leitplanke gestĂŒrzt. Der nur leicht verletzte Busfahrer wurde festgenommen und von den Behörden befragt. Am Montag wurde er wegen gefĂ€hrlichen Fahrens mit Todesfolge in zehn FĂ€llen angeklagt. Am Dienstag soll er vor Gericht erscheinen.
Nur wenige Stunden zuvor hatte das frisch verheiratete Paar noch auf dem Weingut Wandin Estate mit seinen GĂ€sten gefeiert. In sozialen Netzwerken posteten GĂ€ste mehrere Fotos des glĂŒcklichen Paares auf ihrer Party. Das Hunter Valley nördlich von Sydney ist eine der bekanntesten Weinregionen Australiens und als Feier- und Hochzeits-Location sehr beliebt.
Ganz Australien trauert
Dann aber rasen Krankenwagen durch die Nacht, Rettungshubschrauber kreisen ĂŒber der Region. «Dass ein so freudiger Tag an einem wunderschönen Ort mit so schrecklichen Verlusten an Menschenleben und Verletzungen endet, das ist grausam, traurig und so unfair», sagte Premierminister Anthony Albanese sichtlich bewegt vor Journalisten. «Menschen mieten fĂŒr Hochzeiten einen Bus, gerade um die Sicherheit ihrer GĂ€ste zu gewĂ€hrleisten - das macht diese Tragödie noch unvorstellbarer.» Ganz Australien bete fĂŒr die Betroffenen.
Geschockte Anwohner legten am Morgen Blumen in der NĂ€he des Unfallorts nieder. Der Bus war von dem Weingut unterwegs in die Kleinstadt Singleton. Warum er von der StraĂe abkam und umstĂŒrzte, ist noch nicht geklĂ€rt. Ermittler und Forensiker untersuchten den UnglĂŒcksort eingehend. Tests hĂ€tten ergeben, dass der 58 Jahre alte Fahrer nicht betrunken war, zitierten Medien Polizeisprecherin Tracy Chapman.
Der Bus verfĂŒgte ĂŒber insgesamt 57 SitzplĂ€tze, die mit Gurten ausgestattet waren. Laut Chapman ist bislang nicht klar, ob die Opfer angeschnallt waren. Viele Verletzte waren zunĂ€chst nicht ansprechbar und konnten nicht befragt werden. Am Nachmittag gelang es schlieĂlich, den Bus aus der Seitenlage zu bringen und darunter eingeklemmte Opfer zu bergen.
Einige leichter verletzte Passagiere konnten am Morgen aus dem Krankenhaus entlassen werden, wie die Behörden mitteilten. FĂŒr die Gemeinde werde es aber Monate dauern, um die Tragödie zu verarbeiten, sagte die BĂŒrgermeisterin von Singleton, Sue Moore.
Das Busunternehmen sprach von einer «furchtbaren Tragödie» und sprach allen Betroffenen sein tiefes MitgefĂŒhl aus. Die Firma arbeite bei den Ermittlungen eng mit der Polizei zusammen.
«Dies war ein ganz schreckliches Ereignis in der Geschichte von New South Wales», erklÀrte der Premierminister des Bundesstaates, Chris Minn. «Heute ist ein guter Tag, um jemanden, den man liebt, zu umarmen und sich daran zu erinnern, wie wertvoll das Leben ist.»


