Manching, Kelten

Goldschatz-Diebstahl von Manching wohl geklÀrt

20.07.2023 - 14:46:34

Es war einer der spektakulĂ€rsten MuseumseinbrĂŒche der vergangenen Jahre. Jetzt gab es Festnahmen. Ein Teil des Kelten-Schatzes ist aber wohl unwiederbringlich verloren.

Rund acht Monate nach dem Goldschatz-Diebstahl im bayerischen Manching sitzen vier VerdĂ€chtige in Untersuchungshaft. Gegen die vier MĂ€nner seien die Haftbefehle des Amtsgerichtes Ingolstadt am Mittwoch in Kraft gesetzt worden, teilte das Bayerische Landeskriminalamt in MĂŒnchen mit.

Zumindest ein Teil der gestohlenen GoldmĂŒnzen sind jedoch wohl unwiederbringlich verloren. Die TĂ€ter haben den Ermittlungen zufolge jeweils vier der MĂŒnzen zu Goldklumpen eingeschmolzen. 18 Klumpen seien sichergestellt worden, der große Rest des Goldschatzes werde noch gesucht. Die Ermittler hoffen auch auf Aussagen der Festgenommenen, die sich bisher nicht geĂ€ußert hĂ€tten. Die Zusammensetzung der Goldklumpen deute mit hoher Wahrscheinlichkeit darauf hin, dass es sich um die gesuchten MĂŒnzen handele.

Bei den mutmaßlichen TĂ€tern handelt sich um 42, 43, 46 und 50 Jahre alte MĂ€nner. Nach Angaben des LKA sind alle vier deutsche Staatsangehörige. Drei von ihnen stammen aus dem Raum Schwerin, einer aus Berlin. Die Festnahmen erfolgten am Dienstag in Mecklenburg-Vorpommern im Landkreis Ludwigslust-Parchim sowie in Schwerin und in Halle (Nordrhein-Westfalen), daran waren auch Spezialeinheiten der Polizei beteiligt.

DNA-Spur fĂŒhrte zu den VerdĂ€chtigen

Das Quartett soll im November 2022 nachts in das Kelten Römer Museum im oberbayerischen Manching bei Ingolstadt eingebrochen sein und dort den rund 2100 Jahre alten Kelten-Goldschatz gestohlen haben. Eine DNA-Spur, die an Einbruchsmaterial entdeckt wurde, fĂŒhrte zu den VerdĂ€chtigen.

Bayerns Kunstminister Markus Blume (CSU) hat den Goldschatz-Diebstahl als «Anschlag auch auf unser kulturelles GedĂ€chtnis» bezeichnet. Es gehe bei der Tat nicht so sehr um den materiellen Wert der keltischen GoldmĂŒnzen, sondern um den «unersetzlichen Wert» als Kulturfund, sagte der CSU-Politiker in MĂŒnchen. Ein Teil dieses Fundes sei nun offenbar «unwiederbringlich verloren», fĂŒr den Rest der GoldmĂŒnzen gebe es aber noch Hoffnung.

TatverdÀchtige von Manching wohl SerientÀter

Die gefundene DNA-Spur habe auch zu weiteren Straftaten gefĂŒhrt, die Teilen des Quartetts anzulasten seien, hieß es von den Ermittlern. Mindestens acht bisher ungeklĂ€rte EinbruchsdiebstĂ€hle stĂŒnden zu Buche, etwa in SupermĂ€rkte, ein Spielcasino und eine Kfz-Zulassungsstelle. Insgesamt werden den MĂ€nnern sogar elf Taten angelastet. Nach Angaben des Landeskriminalamtes seien weitere EinbrĂŒche etwa in Museen geplant gewesen und wĂ€ren auch ausgefĂŒhrt worden, hĂ€tte die Polizei nicht zugegriffen.

Die MĂ€nner, darunter ein Fernmeldetechniker und ein Filialleiter eines Supermarktes, seien bei ihren Taten immer gleich vorgegangen, hĂ€tten vor allem die Alarmtechnik außer Kraft gesetzt. Außerdem hĂ€tten sie immer die gleichen blauen Brecheisen, auffĂ€llige RucksĂ€cke und die immer gleichen schwarzen Overalls benutzt. Es sei auch aufgefallen, dass einer der TatverdĂ€chtigen bezĂŒglich seiner KörpergrĂ¶ĂŸe von mehr als 1,90 Meter jeweils optisch herausragte.

@ dpa.de