Niederlande, Belgien

EuroRennpferde illegal zu Snacks verarbeitet?

Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 18:17 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

HĂ€ndler sollen alte Rennpferde mit gefĂ€lschten Papieren als Schlachtpferde verkauft haben. Verbotenerweise soll das fĂŒr menschlichen Konsum ungeeignete Fleisch zu Snacks verarbeitet worden sein.

Europol ist in vier LĂ€ndern gegen den illegalen Pferdehandel vorgegangen. (Symbolbild) - Bild: Alan Crowhurst/PA Wire/dpa
Europol ist in vier LĂ€ndern gegen den illegalen Pferdehandel vorgegangen. (Symbolbild) - Bild: Alan Crowhurst/PA Wire/dpa

Europol ist in vier LĂ€ndern gegen illegale PferdehĂ€ndler vorgegangen, die tausende abgedankte Rennpferde mit falschen Papieren versehen und als Schlachtpferde verkauft haben sollen. Der Verdacht bestehe, dass die nicht fĂŒr den menschlichen Konsum bestimmten Pferde illegal zu Fleischprodukten verarbeitet worden seien, teilte die europĂ€ische Polizeiorganisation in Den Haag mit. An der Polizeiaktion waren 200 Ermittler in Irland, Frankreich, den Niederlanden sowie Belgien beteiligt, wo die FederfĂŒhrung der Ermittlungen lag.

Wie die belgische Staatsanwaltschaft in Dendermonde mitteilte, sei es den HĂ€ndlern darum gegangen, die ausgedienten Rennpferde, die hĂ€ufig Medikamente erhalten hatten und deswegen nicht fĂŒr den menschlichen Konsum freigegeben sind, mit gefĂ€lschten Mikrochips und Unterlagen dennoch zu Schlachtpferden zu deklarieren. 

Ein zuvor wertloses Pferd habe auf diesem Wege einen Handelswert von 1.000 bis 1.500 Euro erhalten. Bei Durchsuchungen seien mehr als 1.000 Pferde ĂŒberprĂŒft und grĂ¶ĂŸtenteils beschlagnahmt worden. Auch das Schicksal weiterer Pferde werde ĂŒberprĂŒft. In Belgien wurden mehr als 100.000 Euro Bargeld beschlagnahmt und drei VerdĂ€chtige festgenommen.

Alte Pferde zu FleischbÀllchen und Kroketten verarbeitet?

Nach Angaben der niederlĂ€ndischen Tierschutzorganisation House of Animals soll es sich insbesondere um abgedankte Rennpferde aus Großbritannien und Irland gehandelt haben, die unter erbĂ€rmlichen Bedingungen in andere europĂ€ische LĂ€nder transportiert worden seien und dort in SchlachthĂ€usern gelandet seien. In den Niederlanden soll das Pferdefleisch nach Angaben der TierschĂŒtzer zu Snacks wie FleischbĂ€llchen und Kroketten verarbeitet und ĂŒber den Großhandel vertrieben worden sein.

Bereits 2023 hatte ein Gericht in Marseille in einem Prozess um nicht fĂŒr den Verkehr geeignetes Pferdefleisch 15 Beteiligte aus Frankreich, Belgien und den Niederlanden zu Strafen zwischen acht Monaten und vier Jahren Haft verurteilt. Außerdem wurden hohe Geldstrafen verhĂ€ngt. Wie auch nun wurde das Fleisch unter Nutzung gefĂ€lschter PferdepĂ€sse, Stempel und anderer manipulierter Dokumente in Umlauf gebracht. Als HaupttĂ€ter machte das Gericht je einen PferdegroßhĂ€ndler aus Belgien und den Niederlanden aus.

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