Flammeninferno im Raum Los Angeles zerstört 10.000 GebÀude
10.01.2025 - 05:38:29Die gewaltige Feuerkatastrophe im GroĂraum Los Angeles hat eine Schneise der VerwĂŒstung hinterlassen und wĂŒtet weiter: Etwa 10.000 GebĂ€ude sind Medienberichten zufolge den verheerenden BrĂ€nden bereits zum Opfer gefallen. Mindestens fĂŒnf Menschen kamen dabei ums Leben, es wird eine steigende Zahl an Opfern befĂŒrchtet. US-PrĂ€sident Joe Biden bezeichnete die Feuer als die schlimmsten in der Geschichte Kaliforniens. Es sehe aus, als ob «eine Atombombe in diesen Gebieten abgeworfen wurde», sagte der Sheriff des Bezirks Los Angeles, Robert Luna, zur Lage in den betroffenen Regionen.Â
Die BrĂ€nde sind weiter auĂer Kontrolle. Nach Angaben von Feuerwehr-Chefin Kristin Crowley verbrannten allein im Viertel Pacific Palisades seit Dienstag mehr als 5.300 HĂ€user. Beim sogenannten Eaton Fire nahe Pasadena wurden hingegen bislang etwa 4.000 bis 5.000 GebĂ€ude zerstört oder beschĂ€digt, darunter Ein- und MehrfamilienhĂ€user und Gewerbeobjekte, wie Anthony Marrone, Feuerwehrchef von Los Angeles County, bestĂ€tigte.
WĂ€hrend zwei der groĂen Feuer am Donnerstag eingedĂ€mmt werden konnten, brach gleichzeitig ein neues aus, das sogenannte Kenneth Fire im Gebiet der West Hills und Hidden Hills zwischen Los Angeles und Ventura.Â
Es bewege sich gefĂ€hrlich schnell auf WohnhĂ€user in der hĂŒgeligen Region zu, teilte die Feuerwehr mit. Auf Videos war eine heftige Rauchentwicklung zu sehen. 900 zusĂ€tzliche Feuerwehrleute sollten dorthin entsandt werden, berichteten US-Medien unter Berufung auf Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom.
Das gröĂte der derzeit fĂŒnf wĂŒtenden Feuer im GroĂraum Los Angeles - «Palisades Fire» genannt - brenne aktuell auf einer FlĂ€che von rund 8.000 Hektar, teilte die Feuerwehr weiter mit. Das «Eaton Fire» wuchs derweil auf mehr als 5.500 Hektar an. «Das "Eaton-Fire" ist weiterhin zu null Prozent eingedĂ€mmt», betonte Feuerwehr-Chef Marrone.Â
Szenen starker VerwĂŒstung - Zahl der Toten weiter unklar
Wie viele Tote die BrĂ€nde bisher insgesamt forderten, ist derzeit unklar. Zwei weitere Menschen starben nach ĂŒbereinstimmenden US-Medienberichten im sogenannten Palisades Fire. Ăber die Gesamtzahl gibt es in den Medien unterschiedliche Angaben: Der Sender CNN sprach von sieben Opfern, der Sender NBC von sechs. Die meisten kamen demnach beim Eaton Fire ums Leben. Sheriff Luna zögerte zu konkreten Angaben und bestĂ€tigte nach wie vor fĂŒnf Tote. Angesichts der VerwĂŒstung erwarte er keine guten Nachrichten bezĂŒglich der Opferzahlen.Â
US-PrĂ€sident Joe Biden sagte, nachdem er am Donnerstagabend (Ortszeit) ĂŒber die Lage unterrichtet worden war, dass bislang bereits 360.000 Menschen aus den am stĂ€rksten betroffenen Gebieten in Sicherheit gebracht worden seien.
Festnahmen wegen PlĂŒnderungen
Doch nicht nur vor den Flammen mĂŒssen Menschen, die aus ihren HĂ€usern geflohen sind, Angst haben: Die Feuerkatastrophe rief den Behörden zufolge auch Kriminelle auf den Plan. Mindestens 20 VerdĂ€chtige seien bisher im Zusammenhang mit PlĂŒnderungen festgenommen worden, sagte Kathryn Barger vom Verwaltungsbezirk Los Angeles. Barger nannte die PlĂŒnderer «Opportunisten» und fĂŒgte vor Journalisten hinzu: «Ich werde nicht tatenlos zusehen und zulassen, dass eine bereits traumatische Erfahrung noch schlimmer wird.» Die Polizei erwĂ€gt Ausgangssperren.
Der Alltag in der Region steht weitgehend still. Schulen bleiben auch heute geschlossen, den Behörden zufolge vor allem wegen der schlechten LuftqualitĂ€t. Die Situation hat auch Auswirkungen auf die SpielplĂ€ne der Sportligen, wie die Football-Liga NFL: Das fĂŒr Montag geplante Playoff-Spiel der Los Angeles Rams gegen die Minnesota Vikings wurde nach Arizona verlegt, wie die NFL bekanntgab. Sie begrĂŒndete den Schritt mit der Sorge um die LuftqualitĂ€t in Los Angeles und der ohnehin schon groĂen Belastung fĂŒr Polizei und Feuerwehr. Dichter Rauch liegt ĂŒber der Stadt, viele Menschen tragen Masken, um sich vor den schĂ€dlichen Partikeln zu schĂŒtzen.
Auch die PlĂ€ne der US-VizeprĂ€sidentin Kamala Harris Ă€nderten sich: Sie sagte wegen der Feuerkatastrophe einen geplanten Besuch in Deutschland ab. UrsprĂŒnglich wollte Harris am 17. Januar die Air Base Spangdahlem in der Eifel besuchen und dort auch mit US-Soldaten sprechen. Die Reise sollte sie vor Deutschland auch auf US-MilitĂ€rstĂŒtzpunkte in Singapur und Bahrain fĂŒhren.
Viele Prominente betroffen
Auch viele Hollywood-Promis leiden unter den GroĂbrĂ€nden. Tokio-Hotel-SĂ€nger Bill Kaulitz (35) zeigte in einer Instagram-Story, wie er wegen der BrĂ€nde sein Haus verlassen musste. In dem Post sind seine gepackten Luxuskoffer zu sehen, darunter ein Notfallset des Roten Kreuzes und zwei Walkie-Talkies.
Realitystar Paris Hilton musste eigenen Angaben zufolge im Fernsehen mit ansehen, wie ihr Haus den verheerenden GroĂbrĂ€nden bei Los Angeles zum Opfer fiel. «Ich bin untröstlich, habe keine Worte», schreibt die 43-JĂ€hrige auf der Plattform X. «Ich sitze mit meiner Familie, schaue die Nachrichten und sehe, wie unser Haus in Malibu live im Fernsehen bis auf die Grundmauern abbrennt.» Dazu teilte sie ein per Hand aufgenommenes Video von einem Nachrichtenbeitrag, der eine niedergebrannte Gegend zeigt.
In den nĂ€chsten Tagen sollten derweil die mit Spannung erwarteten Oscar-Nominierungen verkĂŒndet werden. Sowohl dieser Termin als auch die Bekanntgabe der Nominierungen fĂŒr die Producers Guild of America Awards wurden aufgrund der andauernden Feuer jeweils um zwei Tage verschoben.







