1,2 Millionen Anrufe bei Telefonseelsorge - Thema Einsamkeit
22.12.2024 - 04:00:39 | dpa.de
Einsamkeit ist nach wie vor eines der Hauptthemen bei der Telefonseelsorge. «Wir hören oft SĂ€tze wie: "Ich habe heute noch mit niemandem gesprochen"», sagte Ludger Storch, Vorsitzender der bundesweiten Telefonseelsorge-Arbeitsgruppe Statistik. Viele Menschen hĂ€tten wĂ€hrend der Corona-Pandemie ihre Sozialkontakte verloren und bis heute keine neuen aufgebaut.Â
Rund 1,2 Millionen Hilfesuchende hĂ€tten 2024 bei der Telefonseelsorge angerufen, sagte Storch der Deutschen Presse-Agentur. Das seien so viele wie im Vorjahr. Zudem habe es gut 45.000 Kontakte per Mail und 39.500 per Chat gegeben - etwa 3.000 mehr als im Vorjahr. Grund sei, dass inzwischen mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Chat-Beratung anböten. Bei der Telefonseelsorge arbeiten deutschlandweit etwa 7.700 Ehrenamtliche.Â
Weltlage schlĂ€gt Menschen auf das GemĂŒt
Neben Einsamkeit gehörten familiĂ€re Probleme zu den hĂ€ufigsten Themen, etwa Konflikte zwischen Paaren oder mit den Kindern. «Viele Menschen rufen in AbstĂ€nden auch mehrmals an und wollen darĂŒber sprechen, wie sich ein Problem weiterentwickelt hat», schilderte Storch, der die Telefonseelsorge Bochum leitet.Â
Etwa ein Drittel der Ratsuchenden leide nach eigenen Angaben unter Depressionen oder einer anderen psychischen Erkrankung. HĂ€ufig gehe es auch um Suizidgedanken.
Auch die derzeitige Weltlage komme oft zur Sprache und schlage Anrufern auf das GemĂŒt. «Der Grundton ist dann: "Wir leben in einer schwierigen Zeit, mit Krisen, Kriegen und Inflation". Das schwingt in vielen GesprĂ€chen mit - obwohl das eigentliche Thema des Anrufers ein anderes ist», erlĂ€uterte Storch. «Aber viele Leute wirken dadurch bedrĂŒckt und belastet.»
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