Tod, Rekordmanns

Tod eines Rekordmanns - Felix Baumgartner stirbt in Italien

18.07.2025 - 13:52:22 | dpa.de

Felix Baumgartner lebte ein extrem gefÀhrliches Leben. Speziell beim Basejumping riskierte er oft alles. Sein Tod im Urlaub in Italien wirkt dagegen fast alltÀglich.

  • Tod in Italien: Der Extremsportler Felix Baumgartner kommt bei einem Sprung mit dem Gleitschirm ums Leben. (Archivbild) - Foto: Caroline Seidel/dpa
    Tod in Italien: Der Extremsportler Felix Baumgartner kommt bei einem Sprung mit dem Gleitschirm ums Leben. (Archivbild) - Foto: Caroline Seidel/dpa
  • Baumgartner mit Österreich-Fahne. (Archivbild) - Foto: Barbara Gindl/APA/dpa
    Baumgartner mit Österreich-Fahne. (Archivbild) - Foto: Barbara Gindl/APA/dpa
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Auf seinem Instagram-Konto ist auf den ersten Blick noch alles beim Alten. Im letzten Video von Felix Baumgartner - oder «therealfelixbaumgartner», wie er hier heißt - sieht man, wie der österreichische Extremsportler lĂ€ssig an seinem motorisierten Paraglider herumschraubt. Die «Born To Fly»-TĂ€towierung am rechten Unterarm zeigt er sehr prominent. Dass der Mann, der angeblich zum Fliegen geboren war, nun beim Fliegen gestorben ist, mit 56 Jahren erst, sieht man nur in den Kommentaren.

Sein Tod bewegt. «Flieg hoch, Felix. FĂŒr immer ĂŒber den Wolken», schreibt einer von seinen mehr als 200.000 Followern bei Instagram. Ein anderer meint in den sozialen Netzwerken: «Das ist halt der Preis fĂŒr ein Leben am Limit.» Baumgartner hatte oft polarisiert - erst recht, seit er sich 2012 aus fast 40 Kilometern Höhe hinunter auf die Erde fallen ließ.

Der GetrĂ€nkekonzern Red Bull, der ihn sponserte, wĂŒrdigt Baumgartner mit den Worten: «Jedes Projekt hast du bis in die Tiefe durchdrungen, kein Detail war zu klein, kein Risiko zu groß – solange du es berechnen konntest.» Der Chef von Österreichs Rechtspartei FPÖ, Herbert Kickl, nennt ihn «mutiger Pionier, ein leidenschaftlicher Patriot und ein Mensch mit Haltung.»

Die Reaktionen in seiner Heimat auf die Nachricht vom Tod bei einem Gleitschirm-Unfall im Italien-Urlaub zeigen: Die BestĂŒrzung ist groß, aber zum Nationalhelden hat es der Mann der Extreme trotz atemberaubender Leistungen nicht geschafft. 

Immer wieder abwertende Bemerkungen ĂŒber Frauen 

In den vergangenen Jahren eckte er öffentlich oft an. Zuletzt mischte er sich in den Frauen-Fußball ein. Zur Klage der Schweizer Nationalspielerin Alisha Lehmann ĂŒber die Gehaltsunterschiede zu den MĂ€nnern schrieb er auf Facebook: «Einbildung ist auch eine Bildung. NatĂŒrlich machen Frauenfußball-Spielerinnen nicht denselben Job wie ihre mĂ€nnlichen Kollegen. Ansonsten hĂ€tten sie die gleichen Einschaltquoten wie die MĂ€nner.» Wegen abwertender Äußerungen ĂŒber Frauen bekam er zu Hause den Negativ-Preis «Rosa Handtaschl» verliehen. 

Die Todesursache soll nun eine Obduktion klĂ€ren. Zudem wird untersucht, ob das SportgerĂ€t möglicherweise einen technischen Defekt hatte, wie die italienischen Behörden mitteilten. Vermutet wird bislang, dass Baumgartner durch einen SchwĂ€cheanfall die Kontrolle verlor. «Er ist wie ein Stein vom Himmel gefallen», schilderte eine Augenzeugin. Der Rekordmann war am Donnerstag im Badeort Porto Sant'Elpidio an der Adria-KĂŒste zu Tode gestĂŒrzt. 2012 hatte er mit seinem Sprung aus der StratosphĂ€re hinunter auf die Erde Schlagzeilen rund um die Welt gemacht.

Sein Element war die Luft

Der gelernte Automechaniker fĂŒhlte sich in der Luft am wohlsten. Schon als Kind sei er oft auf BĂ€ume geklettert, erinnerte er sich in einem Interview. «Ich wollte immer die Welt von oben sehen.» Besonders stolz war der Hubschrauberpilot auf seine Karriere als Basejumper. Red Bull listet einige seiner spektakulĂ€rsten SprĂŒnge auf, darunter den «vermutlichen schwierigsten B.A.S.E-Jump aller Zeiten - in den 190 Meter tiefen flaschenförmigen Höhlenschacht der Mamethöhle im kroatischen Velebitgebirge.» 

Baumgartners «Markenzeichen» war die Zahl 502 - seine Registrierungsnummer bei der American B.A.S.E-Association, die er auch als Tattoo auf dem RĂŒcken trug. Basejumping - ein Sprung in die Tiefe, der dann von einem Fallschirm gebremst wird - gilt als besonders gefĂ€hrliche Art, sich einen Kick zu verschaffen. Das Portal «Base Fatality Statistics» listet mehr als 500 Tote seit 1981 auf. 

Die AnlĂ€sse, bei denen Baumgartner leicht hĂ€tte sterben können, sind zahlreich. Er liebte das Adrenalin und das Überschreiten von Grenzen. Dabei bereitete er sich nach EinschĂ€tzung von Red Bull immer Ă€ußerst akribisch vor. Die UmstĂ€nde seines Todes scheinen angesichts seiner Karriere eher alltĂ€glich. 

Tod in beliebter Urlaubsregion

Das viel genutzte italienische Nachrichtenportal Fanpage schreibt: «Der Mann, der die kosmische Leere ĂŒberlebt hatte, der dem Tod getrotzt hat, unter den extremsten Bedingungen, die man sich vorstellen kann, hat die Erde in einem Moment verlassen, der eigentlich ein Moment der Ruhe sein sollte.»

Baumgartner prallte bei seinem Absturz in die Anlage eines Hotels. Unklar ist, ob er dabei noch bei Bewusstsein war. Alle Versuche, ihn zu reanimieren, blieben nach Angaben der Feuerwehr ohne Erfolg. Bei dem Aufprall wurde eine Animateurin der Anlage durch ein TrĂŒmmerteil leicht verletzt. Zahlreiche HotelgĂ€ste beobachteten das UnglĂŒck.

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