Offene Fragen nach dem Brand in Kopenhagen
17.04.2024 - 15:26:02 | dpa.deKurz nach dem zerstörerischen Brand in der historischen Börse in Kopenhagen gibt es unermĂŒdlichen Rettungswillen und noch einige offene Fragen.
Am Mittwochmorgen bestĂ€tigte die Feuerwehr, in der verbrannten HĂ€lfte des GebĂ€udes seien noch immer Löscharbeiten im Gange, die sich mindestens noch einen vollen Tag hinziehen wĂŒrden. Seit Dienstagnachmittag ist das Feuer nach Angaben der Feuerwehr unter Kontrolle. Ein Ăberspringen auf die andere HĂ€lfte des Bauwerks konnte demnach verhindert werden. Im Inneren seien aber wichtige Strukturen zerstört. Auch Teile des Dachs stĂŒrzten ein.
Eine der gröĂten Herausforderungen: das GebĂ€ude nicht komplett einstĂŒrzen zu lassen. Dazu stellten die EinsatzkrĂ€fte zahlreiche Container an der AuĂenseite der Mauern auf, um das Bauwerk so gut es geht zu stĂŒtzen. Offen bleibt noch immer die Frage, warum es zu dem Feuer kam. Wegen Restaurierungsarbeiten ist das Bauwerk eingerĂŒstet. Ob die Arbeiten etwas mit dem Feuer zu tun hatten, ist bisher aber ungeklĂ€rt.
Ebenfalls ungeklÀrt ist noch, wie hoch der Schaden wirklich ist. Der Chef der dÀnischen Handelskammer, Brian Mikkelsen, bekrÀftigte, dass das GebÀude auf jeden Fall wieder aufgebaut werden solle.
Viele Kunstwerke aus brennendem GebÀude gerettet
Die alte Börse, in der sich heute die dĂ€nische Handelskammer befindet, die auch EigentĂŒmerin des Bauwerks ist, beherbergt unter anderem eine groĂe Kunstsammlung. Als Börse im eigentlichen Sinne wird das GebĂ€ude schon lange nicht mehr genutzt.
Zahlreiche Kunstwerke wurden unter anderem von FeuerwehrkrĂ€ften und Mitarbeitern der Handelskammer aus dem brennenden GebĂ€ude gerettet. Auf einer Pressekonferenz am Dienstag war dabei von «mehreren hundert» Artefakten die Rede. Darunter auch das berĂŒhmte GemĂ€lde «Von der Kopenhagener Börse» des Malers P.S. KrĂžyer.
Am Mittwoch hieĂ es, dass es lange dauern könnte, ehe das AusmaĂ des Schadens beziffert werden könne. Unter anderem werden noch immer schwere Skulpturen und Statuen geborgen. Mehrere Werke seien zudem unter dem Dach des nicht ausgebrannten Teils der Börse identifiziert worden, sagte eine Sprecherin des Nationalmuseums zur dĂ€nischen Nachrichtenagentur Ritzau. «Wenn wir keine Artefaktlisten haben, dann muss man reingehen und alles anhand von Fotos und anderen Dingen rekonstruieren.» Das dauere natĂŒrlich.
Mehr Notfallschutz fĂŒr Kulturgut in Deutschland gefordert
In Deutschland wurden mit Blick auf den Brand in Kopenhagen Forderungen nach besserer UnterstĂŒtzung zum Schutz von Kulturgut laut. «Wir versuchen seit vielen Jahren das Thema auf Bundesebene voranzubringen», sagte Almut Siegel vom Portal der NotfallverbĂŒnde Kulturgutschutz der Deutschen Presse-Agentur. Als Reaktion auf solche Katastrophen sind bundesweit NotfallverbĂŒnde fĂŒr Kulturgutschutz gegrĂŒndet worden.
Bislang gibt es Siegel zufolge etwa 70 dieser ZusammenschlĂŒsse. Immer neue kĂ€men dazu. In diesen VerbĂŒnden haben sich meist Museen, Archive oder Bibliotheken einer Region zusammengeschlossen. Sie fĂŒhren Schulungen und Ăbungen durch. Zu den Ereignissen in Kopenhagen sagte Siegel: «Das verursacht allen, die fĂŒr Kulturgut verantwortlich sind, einen groĂen Schreck und es ist ein schlimmer Moment zu sehen, dass trotz aller BemĂŒhen so etwas passieren kann.»
Spitze des abgestĂŒrzten Turms ĂŒberreicht
Die ikonische Spitze der brennenden historischen Börse in Kopenhagen ist bereits zurĂŒck an die dĂ€nische Handelskammer gegangen. Mikkelsen, der Chef der Handelskammer, bekam sie von einer Einsatzkraft am Mittwochmorgen ĂŒbergeben. Er selbst nannte es auf X (frĂŒher Twitter) «ein kleines Licht in der Dunkelheit». Das StĂŒck von der sogenannten Drachenspitze hatte den Brand und den tiefen Sturz ĂŒberstanden.
Die historische Börse liegt auf der östlichen Spitze der Insel Slotsholmen. Das GebÀude wurde 1625 mit einem Kirchturm fertiggestellt. Es wurde auf Anordnung des damaligen Königs im Stil der niederlÀndischen Renaissance erbaut, um Kopenhagen zu einem Finanz- und Handelszentrum zu machen.
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