Papa mit neuem Mobil: Franziskus fÀhrt jetzt voll Elektro
04.12.2024 - 15:15:36 | dpa.dePapst Franziskus steigt mit seinem Papamobil voll auf Elektro um. Kurz vor seinem 88. Geburtstag nahm das Oberhaupt von 1,4 Milliarden Katholiken im Vatikan einen neuen rollenden Untersatz in Empfang: eine Sonderanfertigung von Mercedes-Benz, die erstmals ganz ohne schÀdliche CO2-Emissionen fÀhrt. Die PÀpste sind schon seit bald 100 Jahren mit Autos aus Deutschland unterwegs. Franziskus ist jetzt aber einer der ersten Staatschefs, der sich so demonstrativ vom Verbrenner verabschiedet.
Zudem will der Vatikan bis 2030 als erstes Land der Welt ausschlieĂlich Elektroautos im Fuhrpark haben. Der Papst wird auch nicht mĂŒde, die Bedeutung der Umwelt herauszustreichen und vor dem Klimawandel zu warnen. Obwohl die deutsche Autoindustrie bei Elektroautos erhebliche Probleme hat, ist auch ein anderer prominenter Konzern mit dem Kirchenstaat im GeschĂ€ft: VW lieferte dieses Jahr dorthin 40 CO2-neutrale Fahrzeuge.Â
Einmal pro Woche ĂŒber den Petersplatz
Mit dem Papamobil - eine Wortschöpfung aus Papa (italienisch fĂŒr Papst) und (Auto-)Mobil - fĂ€hrt Franziskus normalerweise jede Woche einmal ĂŒber den Petersplatz, um sich den GlĂ€ubigen zu zeigen. Die Papamobile sind aber auch im Einsatz, wenn ein Pontifex auf Auslandsreisen geht. Der Begriff wurde durch den 2005 gestorbenen polnischen Papst Johannes Paul II. populĂ€r, der sich auch durch ein Attentat von solchen Fahrten nicht abbringen lieĂ.
Das vollelektrische Modell ist eine Weiterentwicklung des Elektro-GelĂ€ndewagens G580. Mit dem eigens angefertigten Getriebe kann es auch ĂŒber lĂ€ngere Strecken in Schrittgeschwindigkeit unterwegs sein. Der Papst sitzt praktisch hinten auf der LadeflĂ€che: auf einem erhöhten Stuhl, der gedreht werden kann. So kann er sich in alle Richtungen zeigen und winken. FĂŒr schlechtes Wetter gibt es einen Aufsatz.Â
Anders als VorgĂ€nger: Franziskus auch im KleinwagenÂ
Grundfarbe ist ein pĂ€pstliches PerlweiĂ, der Boden rot. Zudem wurde fĂŒr den hochbetagten Franziskus, der wegen Problemen an Knien und HĂŒfte inzwischen fast alle Termine im Rollstuhl bewĂ€ltigt, eine Einstiegshilfe gefertigt. Ăber die Kosten schweigen sich beide Seiten aus. Billig war es mit Sicherheit nicht: Das Grundmodell des Elektro-GelĂ€ndewagens ist fĂŒr etwa 140.000 Euro aufwĂ€rts zu haben.
Damit bewegt sich Franziskus in einer Preisklasse, die fĂŒr ihn ungewöhnlich ist: Anders als die meisten seiner VorgĂ€nger in jĂŒngerer Zeit legt er auf Luxus-Limousinen keinen Wert. Im Gegenteil: Der gebĂŒrtige Argentinier lieĂ sich beispielsweise auch schon mit einem 30 Jahre alten Renault 4 aus zweiter Hand chauffieren - aber immerhin auch in perlweiĂ. Als er vergangenes Jahr wieder einmal ins Krankenhaus musste, kam er mit einem kleinen Fiat.
Dagegen waren die Papst-Autos in frĂŒheren Jahrzehnten deutlich gröĂer. Mercedes-Benz fertigte erstmals 1930 fĂŒr den Vatikan eine Limousine. Der «NĂŒrburg 460» des damaligen Papstes Pius XI. hatte sogar einen gepolsterten Thronsessel, bezogen mit Seidenbrokat. Auch die Nachfolger wurden wie andere StaatsoberhĂ€upter in Nobelkarossen chauffiert. In den 1980ern nutzte Johannes Paul II. dann erstmals ein Papamobil. Seither gab es davon mehrere Dutzend Modelle unterschiedlichster Hersteller.
SCV1 - oder: «Wenn das Christus sÀhe...»
Wie viele Autos der Vatikan genau in seinem Fuhrpark hat, ist nicht bekannt. Mit einer FlĂ€che von gerade einmal 0,44 Quadratkilometern ist der Kirchenstaat das kleinste Land der Welt - in etwa so groĂ wie der Friedhof von Chicago. Der Vatikan hat auch keinen öffentlichen Nahverkehr - dafĂŒr verfĂŒgt er ĂŒber einen eigenen, wenn auch nur selten genutzten Bahnhof.
Das Kennzeichen der Papst-Autos ist ĂŒbrigens fast immer dasselbe: SCV 1. Die Buchstaben stehen fĂŒr «Status Civitatis Vaticanae» (Vatikanstaat), die «1» fĂŒr das Staatsoberhaupt. Manche Leute in Rom lesen die AbkĂŒrzung aber auch anders: «Se Cristo vedesse...». Auf Deutsch: «Wenn das Christus sĂ€he...»
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