Frankreichs, Polizei

Frankreichs Polizei beschlagnahmt Mini-Handys hinter Gittern

22.05.2025 - 19:51:58

Französische Fahnder haben in GefĂ€ngnissen aus China stammende Mini-Handys beschlagnahmt. Damit gaben Kriminelle Drogendeals oder BetrĂŒgereien in Auftrag. Gelangten die Handys auch in andere LĂ€nder?

Die französische Polizei hat Hunderte Mini-Mobiltelefone beschlagnahmt, mit denen verurteilte Kriminelle aus dem GefĂ€ngnis heraus weiter ihre GeschĂ€fte abwickeln. Wie die Polizei mitteilte, galt die landesweite Razzia mit dem Namen «Prison Break» gezielt winzigen Mobiltelefonen aus China, die ein Unternehmen in Frankreich bewusst mit dem Hinweis anpries, dass diese bei der Einlasskontrolle in GefĂ€ngnisse nicht erkannt werden. Die Website des Unternehmens wurde beschlagnahmt und Daten zur Identifikation von Kunden ausgewertet, hieß es.

Bei Durchsuchungen in 66 Haftanstalten in Frankreich seien 164 Handys beschlagnahmt worden, darunter 88 Miniatur-Handys, teilte die Staatsanwaltschaft in Paris mit. Außerdem seien in einem LagergebĂ€ude 500 fĂŒr den Versand bestimmte Mini-Handys sowie 70.000 Euro Bargeld sichergestellt worden. Gegen den HĂ€ndler wurden Ermittlungen wegen illegaler Transaktionen eingeleitet und zwei VerdĂ€chtige kamen in Untersuchungshaft.

Mini-Handys in der GrĂ¶ĂŸe eines Feuerzeugs

«Hier finden Sie alle unsere Mini-Handys und Zubehör, die an der Einlasskontrolle keinen Alarm auslösen», hieß es auf der Website des Unternehmens. Auf einem Foto dort war ein Handy in der GrĂ¶ĂŸe eines Feuerzeugs abgebildet.

Wie die Polizei mitteilte, seien die Telefone speziell so konzipiert gewesen, dass sie nicht detektiert werden. Ermittlungen hĂ€tten ergeben, dass einige dieser Telefone dazu benutzt wurden, um aus der Haft heraus Straftaten wie Drogenhandel, Betrug oder Brandstiftungen zu begehen oder Auftragsmorde anzuordnen. Die beschlagnahmten Handys wĂŒrden nun von Sicherheitsexperten ausgewertet. Der Nationale Nachrichtendienst fĂŒr Strafvollzugsanstalten habe die Identifizierung der Nutzer ermöglicht. 

EU-Justizbehörde informiert andere LÀnder

Wie die EU-Justizbehörde Eurojust mitteilte, hĂ€tten die französischen Ermittler festgestellt, dass die Mini-Handys weltweit verkauft wurden. Eurojust stelle die entsprechenden Informationen nun den MitgliedslĂ€ndern zur VerfĂŒgung, um zu untersuchen, ob die GerĂ€te auch im eigenen Land verwendet wurden. Die Mini-Handys seien klein, hĂ€tten nur wenige Metallteile und verfĂŒgten ĂŒber spezielle Einstellungen, mit denen sie sich leicht vor Sicherheitskontrollen verstecken ließen. Französische Ermittler schĂ€tzten, dass etwa 5.000 dieser Handys in französischen GefĂ€ngnissen fĂŒr kriminelle AktivitĂ€ten wie Drogenhandel, Mord und GeldwĂ€sche verwendet wurden.

@ dpa.de