Geldtransporter-Ăberfall: RĂ€uber erbeuteten 3,1 Millionen
08.08.2023 - 17:19:34FĂŒnf Monate nach dem spektakulĂ€ren Ăberfall auf einen Geldtransporter bei GĂŒtzkow (Mecklenburg-Vorpommern) hat die Polizei erstmals Einzelheiten aus den Ermittlungen bekanntgegeben.
So wurden bei dem bewaffneten Ăberfall Anfang MĂ€rz an einer prĂ€parierten Autobahn-20-Auffahrt insgesamt 3,1 Millionen Euro erbeutet, wie eine Polizeisprecherin in Neubrandenburg am Dienstag sagte. Nun werden ZusammenhĂ€nge mit einem weiteren Ăberfall nahe Potsdam, bei dem die Besatzung mit dem Geldtransporter aber fliehen konnte, sowie mit FĂ€llen aus Niedersachsen geprĂŒft.
Polizeisprecherin Antje Schulz sagte: «Wir suchen Vermieter in Niedersachsen, die sich an sogenannte Monteure erinnern, die im MĂ€rz Ferienwohnungen gebucht hatten.» Die RĂ€uber sollen sich gut vorbereitet und einem DĂ€nen und einem Italiener die Ausweise dazu gestohlen haben. AuffĂ€llig sei, dass immer UnterkĂŒnfte fĂŒr bis zu fĂŒnf Personen gesucht wurden und alle Kosten bar beglichen wurden.
Ein TatverdÀchtiger sitzt in U-Haft
Einer der TatverdĂ€chtigen sitzt bereits wegen eines anderen Deliktes seit einigen Monaten in U-Haft. Er sei mit mutmaĂlichen Komplizen nach einem Ăberfall in Niedersachsen in der Region Wiefelstede im MĂ€rz gefasst worden. Dabei hatte die Polizei auch eine Maschinenpistole sichergestellt.
Die RĂ€uber hatten den Geldtransporter in Vorpommern an der A20-Auffahrt abgepasst, als dieser von Greifswald nach Neubrandenburg fuhr, um Geld zur Bundesbank zu bringen. Sie stoppten das Sicherheitsfahrzeug mit Hilfe einer fingierten Baustelle aus Betonklötzen und Autos. Zwei TĂ€ter gaben laut Polizei mit Sturmgewehren WarnschĂŒsse auf das Fahrzeug ab, besprĂŒhten die Frontscheibe mit Farbe und öffneten das Fahrzeug gewaltsam von hinten. Ăhnliche Sturmgewehre und SchĂŒsse gab es auch im Januar bei dem Ăberfall nahe Potsdam. «Die TĂ€ter könnten daraus gelernt haben», sagte die Polizeisprecherin.
Die zwei erfahrenen WachmĂ€nner blieben im Fall GĂŒtzkow im Fahrzeug, bis die RĂ€uber verschwanden und stiegen danach aus. Das war auch nötig, denn der Geldtransporter war in Brand gesteckt worden. Verletzt wurde zwar niemand. Eines der Opfer sei aber bis heute nicht arbeitsfĂ€hig, sagte Schulz.
Flucht-Transporter in Brand gesetzt
Einen Flucht-Transporter setzten die RĂ€uber den Angaben zufolge mehrere Kilometer weiter an einem Wald bei MĂŒssentin in Brand, wo sie in ein drittes, bisher unbekanntes Auto zur Flucht stiegen. Gesucht wurden seitdem zwei maskierte TĂ€ter, die am Tatort gesehen wurden, sowie ein oder zwei Helfer. Einer dieser MĂ€nner soll der VerdĂ€chtige sein, der in Niedersachsen in Haft sitzt. Es war einer der schwersten ĂberfĂ€lle dieser Art im Nordosten seit 1990.
«Solche RaubĂŒberfĂ€lle setzen gut organisierte, hochkriminelle Strukturen voraus», sagte Schulz. Den Beamten sei klar, dass die eigentlichen Drahtzieher eher aus dem Hintergrund heraus tĂ€tig seien. Die am Tatort agierenden TĂ€ter setzten sich besonders der Gefahr langjĂ€hriger Haftstrafen aus. Auf diese könne anscheinend «strukturbedingt eher einmal verzichtet werden.»


