FurtwÀngler, Fleischverzicht

FurtwÀngler: Bei Fleischverzicht nicht dogmatisch

Veröffentlicht am: 10.09.2024 um 00:14 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die Schauspielerin Maria FurtwĂ€ngler warnt vor den Folgen des Artensterbens und des Klimawandels: «Wir mĂŒssen das Thema herausholen aus der parteipolitischen Aufladung.»

Die Schauspielerin Maria FurtwĂ€ngler erhĂ€lt den Ehrenpreis auch fĂŒr ihr soziales Engagement. (Archivfoto) - Bild: Felix Hörhager/dpa
Die Schauspielerin Maria FurtwĂ€ngler erhĂ€lt den Ehrenpreis auch fĂŒr ihr soziales Engagement. (Archivfoto) - Bild: Felix Hörhager/dpa

Maria FurtwÀngler (57) - «Tatort»-Star, studierte Medizinerin und nach eigenen Worten durchaus Aktivistin - ist weitgehend Vegetarierin. «Ich kaufe kein Fleisch mehr. Aber wenn ich eingeladen bin, und es gibt nichts anderes, dann esse ich es», sagte die Schauspielerin dem «Spiegel». «Ich bin hier, wie bei vielen Sachen, nicht dogmatisch.» Wer Fleischverzicht fordere, bekomme schnell emotionale Reaktionen, «insbesondere bei MÀnnern». «Es wird mit dem Reflex verbunden: Das darf mir keiner wegnehmen!»

Man werde den Klimawandel als Problem nicht lösen, indem man einmal weniger fliege oder einmal das Fleisch weglasse, sagt FurtwĂ€ngler. «Wir mĂŒssen das Thema herausholen aus der parteipolitischen Aufladung. Es als grĂŒn oder links abzustempeln, ist fatal. Der Erhalt der Schöpfung ist ein Menschheitsthema und im Kern doch erzkonservativ.» Sie fahre gut damit, sich nicht parteipolitisch festzulegen. «FĂŒr meine Anliegen brauche ich breite BĂŒndnisse.»

FĂŒr die ARD hat FurtwĂ€ngler, die laut «Spiegel» auf einem Anwesen mit großem Garten und Tieren eine knappe Stunde sĂŒdlich von MĂŒnchen lebt, eine Doku gemacht. Sie wird am 30. September zur besten Sendezeit (20.15 Uhr) im Ersten ausgestrahlt: «Erlebnis Erde: Das Ende der Insekten?». 

«Ich finde, das ist eine schöne Art, Prominenz zu nutzen», erklĂ€rt FurtwĂ€ngler ihren Film ĂŒber Artenschutz. «Ich will versuchen, die Menschen mit meiner Faszination fĂŒr Insekten anzustecken.»

Und FurtwĂ€ngler fĂŒhrt aus: «Wenn Hummeln, FledermĂ€use oder Schwalben verschwinden, geht ein StĂŒck Heimat verloren. Und die Klima- und BiodiversitĂ€tskrise wird zum Sicherheitsproblem, wenn Menschen aus dem Globalen SĂŒden flĂŒchten, weil die BestĂ€uber fehlen, die Böden unfruchtbar sind oder es bei ihnen so trocken geworden ist, dass sie nichts mehr anbauen können.»

Auf die «Spiegel»-Frage, warum sie in der Doku so kĂŒhl wirke, sagt FurtwĂ€ngler: «Das ist mein Naturell. Ich neige nicht zu Hysterie und Panikmache, sondern versuche, Lösungen zu finden. Ich habe eine tiefe Ehrfurcht vor der Schöpfung, darum geht es mir. Jedes Kind kann einen KĂ€fer zertreten, aber 50 NobelpreistrĂ€ger können keinen KĂ€fer herstellen.»

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