Los Ardillos, Drogenhandel

Mexiko: 13 Polizisten und Beamte als Geiseln genommen

11.07.2023 - 19:33:47

GewalttĂ€tiger Protest in Guerrero: Das Verbrechersyndikat Los Ardillos fordert die Freilassung von zwei ihrer AnfĂŒhrer und greift dabei auf drastische Maßnahmen.

Bei einem gewalttĂ€tigen Protest im SĂŒden von Mexiko sind 13 Polizisten und Beamte fast einen Tag lang als Geiseln gehalten worden. Nach einer Verhandlung wurden sie schließlich freigelassen, wie die Regierung des Bundesstaates Guerrero mitteilte.

Hinter dem Protest habe das Verbrechersyndikat Los Ardillos gesteckt, sagte die Ministerin fĂŒr öffentliche Sicherheit, Rosa Icela RodrĂ­guez. Die Gruppe verlangte die Freilassung von zwei ihrer AnfĂŒhrer, die zuvor mit Munition und Drogen festgenommen worden waren. Beide wĂŒrden allerdings weiter in Untersuchungshaft bleiben, sagte RodrĂ­guez.

In Guerrero sind zahlreiche kriminelle Organisationen aktiv, die an Drogenhandel, Erpressungen und EntfĂŒhrungen beteiligt sind. Vor knapp neun Jahren wurden in dem Bundesstaat 43 Studenten eines Lehrerseminars von korrupten Polizisten verschleppt und dem Drogenkartell Guerreros Unidos ĂŒbergeben. Nur Knochenteile von drei der jungen MĂ€nner wurden spĂ€ter gefunden und identifiziert. Die HintergrĂŒnde sind bis heute nicht vollstĂ€ndig aufgeklĂ€rt.

Mit gepanzertem Polizeiwagen ins GelÀnde des Regierungspalastes

Am Montag legten Tausende Bewohner aus verschiedenen Orten in der Region die Hauptstadt von Guerrero, Chilpancingo, lahm. Sie blockierten eine Autobahn, gingen gegen die SicherheitskrĂ€fte mit Gewalt vor und entfĂŒhrten einen gepanzerten Polizeiwagen, mit dem sie in das GelĂ€nde des örtlichen Regierungspalastes einbrachen. 300 Beamte waren im Einsatz, vermieden jedoch eine Konfrontation.

Die Regierung ziehe den Dialog vor, werde sich allerdings nicht erpressen lassen, sagte PrĂ€sident AndrĂ©s Manuel LĂłpez Obrador am Dienstag bei seiner tĂ€glichen Pressekonferenz. Ministerin RodrĂ­guez zufolge wurden Bewohner gezwungen, an den Protesten teilzunehmen. Zwölf Polizisten und Nationalgardisten wurden laut den örtlichen Behörden am Montag bei dem Protest verletzt. Am Dienstag wurde die Autobahn erneut fĂŒr mehrere Stunden blockiert. Im Gegenzug fĂŒr die Freilassung der Geiseln wurde laut Medienberichten die Verbesserung der Infrastruktur in der Region vereinbart.

@ dpa.de