Winter, Schnee

Wie Lawinen entstehen – und was sie so gefĂ€hrlich macht

11.01.2026 - 18:03:34

Gleich mehrere tödliche UnglĂŒcke gab es am Wochenende wegen Lawinen in den Alpen. Oft genĂŒgt eine instabile Schicht, um ganze HĂ€nge zum Abrutschen zu bringen. Wie solche Schwachstellen entstehen.

Lawinen entstehen, wenn instabile Schneeschichten an steilen HĂ€ngen brechen und dann mit hoher Geschwindigkeit talwĂ€rts stĂŒrzen. Solche AbgĂ€nge forderten am Wochenende mehrere Todesopfer in den französischen Alpen. In verschiedenen Orten der Region Savoyen wurden Skifahrer unter Schneedecken verschĂŒttet, wie französische Medien berichteten. Auch in Österreich gab es ein Todesopfer und mehrere Verletzte. Entscheidend ist bei dem PhĂ€nomen allerdings nicht die Gesamtmenge an Schnee, sondern dessen Schichtung, wie der Deutsche Alpenverein (DAV) erklĂ€rt.

Ein Wintersportler und die gesamte Struktur kommt ins Rutschen

Selbst vergleichsweise geringe Schneemengen stellen eine Gefahr dar, wenn ein festes Schneebrett auf einer schwachen, schlecht verfestigten Schicht liegt. Das kann durch unterschiedliche SchneefÀlle, Temperaturen oder Wind passieren. Bereits kleine Zusatzbelastungen, etwa durch Wintersportler oder frischen Neuschnee, können dann nach Angaben des DAV die gesamte Struktur ins Rutschen bringen. Diese bis zu mehrere 100 Meter breiten Schneebrettlawinen sind die hÀufigsten und gefÀhrlichsten.

Auch Temperaturanstiege oder Regen können laut Lawinenwarndienst Bayern Schwachschichten, also mechanisch schwache Schichten, aufweichen und damit die SchneestabilitÀt erheblich verringern.

Enorme Wucht: Wenn Schneebrett- zu Staublawinen werden

Das Schweizer Institut fĂŒr Schnee- und Lawinenforschung nennt weitere Lawinenarten: Lockerschneelawinen weisen demnach einen punktförmigen Anriss auf. Gleitschneelawinen entstehen spontan auf glattem Untergrund. Nassschneelawinen treten bei durchfeuchtetem Schnee auf. Sehr große Schneebrettlawinen können sich zudem zu Staublawinen entwickeln. Das sind schnelle Schneestaubwolken mit enormer Wucht.

@ dpa.de