Britische GefĂ€ngnisse voll: FrĂŒhere Entlassung fĂŒr HĂ€ftlinge
12.07.2024 - 16:21:03GroĂbritannien will Tausende HĂ€ftlinge frĂŒher entlassen, um Platz in ĂŒberfĂŒllten GefĂ€ngnissen zu schaffen. Die Justizvollzugsanstalten stĂŒnden kurz vor dem Kollaps, warnte Justizministerin Shabana Mahmood der britischen Nachrichtenagentur PA zufolge. Wenn man jetzt nicht handle, drohe ein Zusammenbruch von Recht und Ordnung.
Gefangene sollen vorĂŒbergehend nur noch 40 Prozent ihrer Haftzeit absitzen mĂŒssen. Bisher konnten viele nach 50 Prozent der Zeit auf BewĂ€hrung freikommen. Nicht gelockert werden sollen Vorgaben zum Beispiel fĂŒr TĂ€ter, die wegen schwerer Gewalttaten, Sexualstraftaten und hĂ€uslicher Gewalt inhaftiert sind.
Die neue Regierung reagiert damit auf die Ăberlastung der GefĂ€ngnisse in England und Wales. Derzeit kommen 87.505 HĂ€ftlinge auf 88.956 nutzbare PlĂ€tze. Betrachtet man nur HaftplĂ€tze fĂŒr MĂ€nner, seien noch etwa 700 frei, meldete PA.
Blockade des Justizsystems droht
Londons Polizeichef Mark Rowley warnte, im schlimmsten Fall drohe eine Blockade des Justizsystems. «Die Regierung ist gezwungen, eine schnelle Entscheidung zu treffen, um dieses Risiko zu vermeiden», sagte er PA zufolge dem Sender ITV. Die Entscheidung sei nicht ideal, aber die am wenigsten schlimme Option.
Premierminister Keir Starmer hatte diese Woche gesagt, die Lage sei erschreckender als gedacht. Seine sozialdemokratische Labour-Partei hatte vor einer Woche die Parlamentswahl gewonnen und die konservative Regierung abgelöst. Auch die konservativen Tories hatten wegen der GefĂ€ngniskrise schon Haftzeiten verkĂŒrzt.


