Gutachter halten Döner-Obergrenze fĂŒr rechtlich möglich
17.09.2024 - 13:49:16 | dpa.de
Eine Obergrenze fĂŒr Dönerbuden und Nagelstudios sowie Barber- und Automatenshops in Heilbronn wĂ€re rechtlich machbar - das geht aus einem Rechtsgutachten der WirtschaftsprĂŒfungsgesellschaft PwC hervor. Das Gutachten hatte die Stadtinitiative Heilbronn, ein Zusammenschluss von Gewerbetreibenden, beauftragt. Eine entsprechende Obergrenze wird von der Heilbronner CDU-Fraktion gefordert.Â
«Unser Gutachten zeigt, dass es zahlreiche rechtliche Mittel gibt, um die Gewerbe- und Gastronomiestruktur in der Innenstadt gezielt zu steuern», sagte Thomas Kessler von PwC einer Mitteilung zufolge bei der Vorstellung des Gutachtens. Durch stĂ€dtebauliche Entwicklungskonzepte und Festlegungen fĂŒr TeilrĂ€ume der Stadt könnten Kommunen konkrete Schritte unternehmen.Â
Die EinschĂ€tzungen des Gutachtens lieĂen sich nicht nur auf Heilbronn, sondern auf alle Kommunen anwenden, sagte Kessler. Die Steuerungsmöglichkeiten der StĂ€dte seien aber keinesfalls ein Freifahrtschein. «Jede Kommune muss Eingriffe genau begrĂŒnden», so Kessler.
Initiative zÀhlt Dutzende gleiche GeschÀfte
Die CDU-Fraktion in der 125.000-Einwohner-Stadt nördlich von Stuttgart hatte im FrĂŒhjahr im Kommunalwahlkampf eine Obergrenze fĂŒr Dönerbuden, Nagelstudios und Barbershops gefordert. «Es tut mir weh, dass das Angebot immer einseitiger wird: Immer nur DönerlĂ€den, Barbershops, Nagelstudios oder HandylĂ€den», sagte CDU-Stadtrat Christoph TroĂbach. Die Stadtinitiative zĂ€hlte allein innerhalb der Heilbronner Innenstadt 20 DönerlĂ€den, 18 Barbershops und 16 Nagelstudios.
«Uns geht es darum, dass wir eine möglichst vielfĂ€ltige Innenstadt haben, mit einem breiten Angebot», erklĂ€rte TroĂbach. Zu viele gleiche GeschĂ€fte hĂ€tten eine negative Magnetwirkung. Bestehende LĂ€den wĂ€ren von der Obergrenze nicht betroffen.Â
Die Stadt soll deswegen nach dem Willen der CDU ein Konzept erarbeiten, um Gastronomie- und Dienstleistungsangebote steuern zu können - also Bereiche festlegen, in denen bestimmte Arten von GeschĂ€ften gar nicht mehr oder nur noch weniger angesiedelt werden dĂŒrfen.
Stadtverwaltung ist eher zurĂŒckhaltend
Einer Stadtsprecherin zufolge soll sich der Gemeinderat im Oktober mit einem entsprechenden Antrag der CDU befassen. Man lasse die Forderung selbst ebenfalls rechtlich prĂŒfen und werde die Ergebnisse der PrĂŒfung in der Sitzung vorstellen, sagte eine Stadtsprecherin. Zuletzt hatte sich die Verwaltung eher zurĂŒckhaltend geĂ€uĂert. «Die Frage, ob Obergrenzen fĂŒr bestimmte Gewerbebetriebe möglich sind, ist sehr komplex und umfasst verschiedene Rechtsgebiete», hieĂ es.
Sven Hofmann, Vorsitzender der Stadtinitiative, nannte das Gutachten einen «groĂen Erfolg» fĂŒr die Stadt: «Die klaren AnsĂ€tze, wie wir das Ungleichgewicht in den Quartieren korrigieren können, bieten uns die Möglichkeit, die Innenstadt als einen attraktiven Anlaufpunkt fĂŒr alle BĂŒrgerinnen und BĂŒrger sowie Besucher zu gestalten», sagte er. Man plane, die Empfehlungen des Gutachtens in Zusammenarbeit mit Gemeinderat und Stadtverwaltung umzusetzen, hieĂ es.
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