Spanner-Videos sollen auch in Sauna & Co. strafbar werden
26.01.2026 - 13:30:08Sexuell motivierte Bildaufnahmen sollen auch in der Ăffentlichkeit, etwa in der Sauna oder am Strand, verboten werden â das fordern Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen mit einer gemeinsamen Bundesratsinitiative. Digitale Spanner dĂŒrften sich nicht lĂ€nger hinter den UnzulĂ€nglichkeiten veralteter Paragrafen verstecken, sagte der nordrhein-westfĂ€lische Justizminister Benjamin Limbach (GrĂŒne) in Hannover.
Niedersachsens Justizministerin Kathrin Wahlmann (SPD) sagte, Voyeuraufnahmen hĂ€tten mit der stĂ€ndigen VerfĂŒgbarkeit von Kameras durch Smartphones zugenommen. Zwar sei es schon heute strafbar, solche Aufnahmen zu verbreiten, das Filmen oder Fotografieren selbst sei in der Ăffentlichkeit allerdings nicht verboten. Diese StrafbarkeitslĂŒcke mĂŒsse die Bundesregierung schlieĂen.
Mann filmte Frauen in Sauna â und erhielt Handy zurĂŒck
Zwei betroffene Frauen aus Leipzig berichteten, dass ein Mann sie in einer Sauna gezielt gefilmt habe. Nachdem sie ihn zur Rede gestellt hĂ€tten, habe die Polizei das Handy zwar eingezogen, die Staatsanwaltschaft habe die Ermittlungen aber eingestellt. Der Mann sei nicht nur ohne Strafe davongekommen, sondern habe auch das Handy mit den Aufnahmen zurĂŒckbekommen. FĂŒr die Opfer sei das ein «Schlag ins Gesicht» gewesen.
Vor wenigen Tagen hatte sich bereits Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) dafĂŒr ausgesprochen, voyeuristische Nacktaufnahmen auch im öffentlichen Raum unter Strafe zu stellen. «NatĂŒrlich geht es nicht um beilĂ€ufiges Fotografieren, es geht uns um digitale Spanner-Aufnahmen», sagte die SPD-Politikerin der «Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung».


