Heino wehrt sich gegen Wahlwerbung der AfD
19.04.2026 - 10:44:58 | dpa.deSĂ€nger Heino (87) geht juristisch gegen eine Wahlwerbung der AfD vor. Beim Landgericht Neuruppin sei per Eilantrag eine einstweilige VerfĂŒgung beantragt worden, sagte Heinos Manager Helmut Werner der Deutschen Presse-Agentur. Dies erfolgte demnach, weil ein AfD-Kandidat in der Uckermark in Brandenburg vor der Landratswahl an diesem Sonntag mit Heino Wahlwerbung gemacht hatte und der Aufforderung von Heinos Rechtsanwalt, eine UnterlassungserklĂ€rung zu unterzeichnen, nicht nachgekommen war. Der SĂ€nger verlangt zudem 250.000 Euro Schmerzensgeld.
AfD-Kandidat Felix Teichner (35) hatte in sozialen Medien geschrieben: «Am Sonntag wĂŒrde Heino Felix wĂ€hlen.» Zuerst hatte die «Bild»-Zeitung ĂŒber den Fall berichtet.
«Das ist eine UnverschĂ€mtheit, und das geht zu weit», lĂ€sst Heinos Manager von dem SĂ€nger ausrichten. Die einstweilige VerfĂŒgung soll verhindern, dass Teichner Heinos Namen im Rahmen von Wahlwerbung erneut verwendet.
Teichner sagte der Bild-Zeitung, Heinos Rechtsanwalt sollte ĂŒberlegen, ob er wirklich mit Kanonen auf Spatzen schieĂen wolle. Er stellte infrage, dass dem SĂ€nger ein Schaden entstanden ist.Â
«Schwachsinn», Heino in rechter Ecke zu vermuten
Der Politiker habe sich nach der Aufforderung, eine UnterlassungserklĂ€rung zu unterzeichnen, als Heino-Fan bezeichnet und versprochen, die Werbung zu löschen. Das sei aber nicht genug, sagte Werner. «Es besteht ja die Gefahr, dass die Tat wieder begangen werden kann.»Â
AfD-Politiker Teichner: «Kirche im Dorf lassen»
Der Deutschen Presse-Agentur sagte der AfD-Landtagsabgeordnete Teichner am Nachmittag: «Man kann auch mal die Kirche im Dorf lassen.» 250.000 Euro Schmerzensgeld könnte er «sein ganzes Leben lang nicht abbezahlen». Er habe den Post, auf dem er mit schwarzer Sonnenbrille zu sehen war, gelöscht und eine ErklĂ€rung abgegeben, das kĂŒnftig zu unterlassen. Er wolle auch versuchen, mit Heino oder dem Manager ein persönliches GesprĂ€ch zu fĂŒhren, sagte Teichner.Â
Der Manager von Heino erklÀrte, der SÀnger habe sich öffentlich bereits gegen die AfD ausgesprochen, und es sei inakzeptabel, von der Partei vor ihren Karren gespannt zu werden. Der SÀnger hÀtte aber bei einem Àhnlichen Vorgehen einer anderen Partei auch juristische Schritte eingeleitet, sagte Werner.
Heino ist zurzeit auf Tournee. Bei seinen Konzerten singt er Volkslieder und auch die deutsche Nationalhymne. Der SĂ€nger werde seit Jahrzehnten von manchen in der rechten Ecke vermutet, sagte Werner. «Das ist der gröĂte Schwachsinn, den es gibt. Es ist ein groĂes Problem in Deutschland, dass man das Thema Heimat mehr oder weniger einer Partei ĂŒberlassen hat, und zwar der falschen.»
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