Oktoberfest München, Dominik Krause

Historischer Oktoberfest-Anstich: Grüner OB Krause eröffnet Wiesn mit Gedenken und neuem Sicherheitskonzept

Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 14:19 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Der neue Münchner Oberbürgermeister Dominik Krause hat das Oktoberfest mit einem Anstich in zwei Schlägen und einem Gedenken an die Opfer des Wiesn-Attentats eröffnet. Zugleich startet die Wiesn mit einem deutlich verschärften Sicherheitskonzept und politischen Signalen Richtung Olympia-Bewerbung.

  • Auf eine friedliche Wiesn! - Bild: Sven Hoppe/dpa
    Auf eine friedliche Wiesn! - Bild: Sven Hoppe/dpa
  • Fahrgeschäfte und weiß-blauer Himmel sorgten für gute Laune auf der Wiesn. - Bild: Sven Hoppe/dpa
    Fahrgeschäfte und weiß-blauer Himmel sorgten für gute Laune auf der Wiesn. - Bild: Sven Hoppe/dpa
  • CSU-Chef Söder schaut Krause beim Trinken zu. - Bild: Sven Hoppe/dpa
    CSU-Chef Söder schaut Krause beim Trinken zu. - Bild: Sven Hoppe/dpa
  • Zwei Schläge reichen: Oberbürgermeister Dominik Krause beim Anstich.  - Bild: Sven Hoppe/dpa
    Zwei Schläge reichen: Oberbürgermeister Dominik Krause beim Anstich. - Bild: Sven Hoppe/dpa
  • Es geht los - das Oktoberfest ist eröffnet.  - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
    Es geht los - das Oktoberfest ist eröffnet. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Bis zum 4. Oktober dauert das Spektakel auf der Theresienwiese. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
    Bis zum 4. Oktober dauert das Spektakel auf der Theresienwiese. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Die Festzelte sind schon gut gefüllt. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
    Die Festzelte sind schon gut gefüllt. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Um kurz nach 9 Uhr öffnete das Festgelände. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
    Um kurz nach 9 Uhr öffnete das Festgelände. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Die Vorfreude war riesig. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
    Die Vorfreude war riesig. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Das Warten hat ein Ende: Um 12 Uhr gibt es endlich Bier. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
    Das Warten hat ein Ende: Um 12 Uhr gibt es endlich Bier. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Ehepaar Söder und Krause mit seinem Verlobten - Bild: Sven Hoppe/dpa
    Ehepaar Söder und Krause mit seinem Verlobten - Bild: Sven Hoppe/dpa
  • Eine Wiesn ohne Promis? Geht nicht. Hier lächeln Florian Silbereisen, Anna Ermakova und DJ Ötzi. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
    Eine Wiesn ohne Promis? Geht nicht. Hier lächeln Florian Silbereisen, Anna Ermakova und DJ Ötzi. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Auf eine friedliche Wiesn! - Bild: Sven Hoppe/dpa Fahrgeschäfte und weiß-blauer Himmel sorgten für gute Laune auf der Wiesn. - Bild: Sven Hoppe/dpa CSU-Chef Söder schaut Krause beim Trinken zu. - Bild: Sven Hoppe/dpa Zwei Schläge reichen: Oberbürgermeister Dominik Krause beim Anstich.  - Bild: Sven Hoppe/dpa Es geht los - das Oktoberfest ist eröffnet.  - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa Bis zum 4. Oktober dauert das Spektakel auf der Theresienwiese. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa Die Festzelte sind schon gut gefüllt. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa Um kurz nach 9 Uhr öffnete das Festgelände. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa Die Vorfreude war riesig. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa Das Warten hat ein Ende: Um 12 Uhr gibt es endlich Bier. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa Ehepaar Söder und Krause mit seinem Verlobten - Bild: Sven Hoppe/dpa Eine Wiesn ohne Promis? Geht nicht. Hier lächeln Florian Silbereisen, Anna Ermakova und DJ Ötzi. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Mit zwei Schlägen hat Münchens neuer Oberbürgermeister Dominik Krause das erste Fass im Schottenhamel-Festzelt eröffnet und damit sein Debüt als Wiesn-Anzapfer gegeben.

Premiere für Grünen-OB und Lob von Söder

Krause, der nach eigenen Worten am Vorabend zur Beruhigung zwei Bier getrunken hatte, reichte die erste Maß an Ministerpräsident Markus Söder, um mit ihm auf eine friedliche Wiesn anzustoßen. Der bayerische Regierungschef lobte den 36-Jährigen als sehr professionell und sprach ihm ein Kompliment für das sichere Anzapfen aus. Im Festzelt erhielt Krause tosenden Applaus, während sich bei Söder vereinzelte Buh-Rufe unter das Wiesn-Gegröle mischten.

Aus Sicht von Ricarda Lang ist es historisch, dass erstmals ein grüner Oberbürgermeister das Oktoberfest eröffnet. Krause selbst betonte, auf der Wiesn spielten Parteifarben keine Rolle, dort kämen alle zusammen. Unter den Gästen im Schottenhamelzelt waren zahlreiche Prominente, darunter FC-Bayern-Spieler Joshua Kimmich, Herzog Franz von Bayern, Philharmoniker-Chefdirigent Lahav Shani sowie Entertainer Florian Silbereisen und DJ Ötzi.

Gemeinsame Olympia-Pläne – begrenzte politische Signale

Seite an Seite traten Krause und Söder nicht nur beim Anstich auf, sondern auch im Zusammenhang mit der Bewerbung Münchens als deutscher Olympia-Standort. Söder betonte, man arbeite bei diesem Projekt sehr gut zusammen und zeigte sich erfreut darüber, auch wenn er anmerkte, die Grünen seien früher gegen Olympia gewesen. Zugleich stellte er klar, die Zusammenarbeit bei Olympia bedeute nichts für andere politische Fragen.

Angesprochen auf die Frage nach einem möglichen Signal für ein schwarz-grünes Bündnis verwies Söder darauf, dass jetzt die Zeit zum Feiern sei. Gerade in schwierigen Zeiten sei es wichtig, auf der Wiesn eine Pause vom Alltag zu machen, das Leben zu genießen und Kraft für kommende Herausforderungen zu tanken.

Gedenken an das Wiesn-Attentat von 1980

Für seine erste Wiesn als Oberbürgermeister setzte Krause einen neuen Akzent im Ablauf des traditionellen Wirteeinzugs. Seine Kutsche hielt am Haupteingang der Theresienwiese zu einem kurzen Gedenken an die Opfer des Oktoberfest-Attentats vom 26. September 1980. Damals tötete eine Bombe zwölf Besucher und verletzte rund 200 weitere Menschen, auch der rechtsextreme Täter Gundolf Köhler kam ums Leben.

Gemeinsam mit den Bürgermeisterinnen Mona Fuchs und Verena Dietl gedachte Krause der Opfer, bevor es weiter in Richtung Festzelt ging. Nach dem erfolgreichen Anstich wurden die anderen Zelte traditionell durch Böllerschüsse informiert, anschließend konnten die zuvor wartenden Gäste ihre erste Maß Bier erhalten.

Großer Andrang, aber kontrollierter Einlass

Bereits in den frühen Morgenstunden hatten sich Tausende Besucher an den Zäunen rund um das Festgelände eingefunden, um sich einen guten Platz in den Zelten zu sichern. Als die Eingänge kurz nach 9.00 Uhr öffneten, strömten die Menschen im Laufschritt auf die Theresienwiese. Sicherheitskräfte unterbrachen den Andrang immer wieder, sodass die Gäste nur nach und nach auf das Gelände gelangten.

Beim Einzug der Wiesnwirte verfolgten laut Polizei rund 55.000 Zuschauer das Geschehen, deutlich mehr als im Vorjahr. Bis zum Nachmittag meldeten die Beamten keine nennenswerten Zwischenfälle. Der Sanitätsdienst berichtete schon vor dem eigentlichen Anstich von etwa 50 Einsätzen und brachte kurz nach der offiziellen Eröffnung einen Patienten mit Herz-Kreislauf-Symptomen in ein Krankenhaus.

Nachgeschärftes Sicherheitskonzept mit KI und Crowdspotter

Das Sicherheitskonzept des Oktoberfests wurde im Vergleich zum Vorjahr deutlich verstärkt, nachdem es am zweiten Samstag 2025 aufgrund von Überfüllung zu gefährlichen Situationen gekommen war. Auf dem Gelände wurde eine neue Koordinierungsstelle eingerichtet, über die Stadt und Sicherheitskräfte die Besucherströme beobachten und bei Bedarf steuern sollen.

Mehr als 50 KI-gestützte Kameras sollen frühzeitig kritische Menschenansammlungen erkennen. Zusätzlich ist an besucherstarken Tagen ein sogenannter Crowdspotter im Einsatz, der das Geschehen überwacht und bei Bedarf Durchsagen an die Gäste macht. Rund 600 Polizeibeamte sowie Hunderte Ordner der Stadt und der Festwirte sichern das Fest, unterstützt von einem neuen Drohnenkompetenz- und -abwehrzentrum, das auf mögliche Vorfälle mit unbemannten Fluggeräten vorbereitet sein soll.

Fortsetzung mit Trachten- und Schützenzug

Das 191. Oktoberfest dauert bis zum 4. Oktober und zieht jährlich mehr als sechs Millionen Besucher an. Am Sonntag setzen Trachtengruppen, Schützen und Blaskapellen mit einem großen Umzug durch die Münchner Innenstadt die Volksfesttradition fort, bevor der reguläre Wiesnbetrieb auf dem Festgelände weitergeht.

Ein neuer Oberbürgermeister auf der Wiesn-Bühne

Der souveräne Anstich von Dominik Krause markiert einen politischen Einschnitt für das Oktoberfest: Erstmals eröffnet ein grüner Oberbürgermeister das weltgrößte Volksfest. Damit verschiebt sich die symbolische Mitte der Münchner Stadtpolitik sichtbar auf die Wiesn-Bühne. Das betonte Lob von Markus Söder und der Applaus im Schottenhamelzelt zeigen, dass das Ritual des Fassanstichs über Parteigrenzen hinweg wirkt und als gemeinsamer Moment städtischer Identität wahrgenommen wird.

Zwischen Volksfeststimmung und Sicherheitsdebatte

Parallel zur ausgelassenen Stimmung steht das Sicherheitskonzept stärker denn je im Fokus. Die nachgeschärften Maßnahmen mit KI-gestützten Kameras, einer zentralen Koordinierungsstelle und einem Crowdspotter reagieren auf die Überfüllung und gefährlichen Situationen des Vorjahres. Rund 600 Polizeibeamte und zahlreiche Ordner sollen verhindern, dass es erneut zu Engpässen und Panikmomenten kommt. Für Besucher bedeutet dies: mehr sichtbare Kontrolle, engere Steuerung der Besucherströme und ein verstärkter Einsatz moderner Technik, ohne den Charakter des Volksfestes zu verändern.

Gedenken und Olympia-Bewerbung als politische Signale

Mit dem kurzen Halt der OB-Kutsche am Denkmal für die Opfer des Wiesn-Attentats von 1980 setzt Krause ein deutliches Zeichen: Erinnerung an rechtsextreme Gewalt gehört aus seiner Sicht untrennbar zum Feiern auf der Wiesn. Zugleich nutzen Krause und Söder den Auftritt für die gemeinsame Olympia-Bewerbung Münchens. Das Zusammenspiel eines grünen Oberbürgermeisters und eines CSU-Ministerpräsidenten könnte als Signal für pragmatische Zusammenarbeit gelesen werden – begrenzt auf konkrete Projekte wie Olympia, während andere Konfliktfelder in der Landes- und Bundespolitik weiterhin bestehen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

gmx.net: „So soll das Oktoberfest sicherer werden“ (17.09.2026)

Der Beitrag stelle das verschärfte Sicherheitskonzept in den Mittelpunkt und hebe hervor, dass rund 600 Polizeibeamte rund um das Festgelände eingesetzt würden. Er betone, die Maßnahmen seien eine Reaktion auf chaotische Szenen im Vorjahr und zielten darauf, das Oktoberfest 2026 spürbar sicherer zu machen.

gmx.net: „Wiesn-Countdown läuft: München freut sich aufs Oktoberfest“ (17.09.2026)

Der Bericht stelle vor allem die Vorfreude auf das Fest heraus und beschreibe, wie sich die Theresienwiese vom 19. September bis 4. Oktober erneut in das größte Volksfest der Welt verwandle. Er ordne den Terminrahmen und die Bedeutung des Oktoberfests als internationales Ereignis ein, während konkrete politische Aspekte nur am Rand vorkämen.

Medienübergreifend werde deutlich, dass die Berichte einerseits die Sicherung des Festes betonen und andererseits die Tradition und Vorfreude in den Vordergrund rücken. Unterschiede zeigten sich vor allem im Gewicht von Sicherheitsaspekten gegenüber der Darstellung des Oktoberfests als global beachtetes Volksfest.

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