Zahl, HolzdiebstÀhle

Zahl der HolzdiebstÀhle steigt in vielen BundeslÀndern

24.12.2023 - 09:39:48

Holz wird als Rohstoff immer gefragter. Das lockt auch Diebe an. In vielen BundeslÀndern hat sich die Zahl der HolzdiebstÀhle verdoppelt.

Heizen, Bauen, Lagern - Holz hat als nachhaltiger Rohstoff an Bedeutung gewonnen. Mit der erhöhten Nachfrage hat das zuletzt auch viele Diebe angelockt - deutlich mehr als in den Vorjahren.

In Baden-WĂŒrttemberg, Hessen, Berlin, Bayern, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Brandenburg ist nach Angaben der jeweiligen LandeskriminalĂ€mter (LKA) die Zahl der HolzdiebstĂ€hle gestiegen. In vielen BundeslĂ€ndern haben sich die FĂ€lle von geklauten BaumstĂ€mmen, gefĂ€llten BĂ€umen oder gesĂ€gten Hölzern sogar verdoppelt.

Der grĂ¶ĂŸte Anstieg wurde in Rheinland-Pfalz verzeichnet: Hier hatte es bis Ende November nach Angaben des LKA 118 entsprechende Strafanzeigen gegeben - 2018 seien es insgesamt noch 18 Straftaten gewesen. Hintergrund des Fallzahlenanstiegs könnten die höheren Ausgaben fĂŒr Energie sein, hieß es aus Rheinland-Pfalz. «Aus Angst vor einem Gasmangel im Winter und um Geld zu sparen, setzen mehr Menschen auf Heizen mit Holz.»

In Baden-WĂŒrttemberg liege der Schaden bereits jetzt ĂŒber dem Gesamtschaden des vergangenen Jahres, hieß es vom Landeskriminalamt (LKA) auf dpa-Nachfrage Ende November. Der Schaden habe sich schon im vergangenen Jahr auf rund 345.000 Euro belaufen.

Holz gewinnt immer mehr an Relevanz

Der nachwachsende Rohstoff gewinnt laut Julia Möbus, GeschĂ€ftsfĂŒhrerin des Deutschen SĂ€ge- und Holzindustrie Bundesverbands, immer mehr an Bedeutung, als Baumaterial, Ersatz fĂŒr fossile Produkte und erneuerbare Energiequelle. «Angesichts einer außergewöhnlichen Marktsituation im vergangenen Jahr haben sich in Deutschland offenbar Absatzmöglichkeiten fĂŒr gestohlenes Rundholz aufgetan, die zu vermehrten HolzdiebstĂ€hlen im Wald fĂŒhrten.»

Auch in Berlin gab es deutlich mehr FĂ€lle - am hĂ€ufigsten wurde dort den Angaben nach von Baustellen gestohlen. Eine Ausnahme bildet Sachsen: Dort sei die Zahl an DiebstĂ€hlen zurĂŒckgegangen. Aus mehreren BundeslĂ€ndern gab es keine Angabe zu den DiebstĂ€hlen.

FĂŒr viele Waldbesitzer bedeutet der Holzdiebstahl neben Ärger auch einen wirtschaftlichen Verlust. «Die Landesforstverwaltungen schreiben diese Verluste meist einfach ab», erklĂ€rte Maurice Strunk, GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Netzwerks der Forstunternehmen und Forsttechnik. «Der Privatwald besteht ja meist aus Waldbesitzern mit nur wenigen Hektar Wald. Wenn dort deren Holz als Ergebnis einer jahrzehntelangen Waldpflege einfach gestohlen wird, dann verlieren sie im Zweifel alle ihre Erlöse aus dem Wald fĂŒr 20 Jahre und mehr.»

Gegen Holzdiebstahl schĂŒtzen

Der Verband fordert einen stĂ€rkeren Einsatz von Digitalisierung, um Diebstahl zu verhindern. Mit modernen Forstmaschinen könne die Anzahl der produzierten HolzstĂ€mme dem Waldbesitzer nahezu in Echtzeit zur VerfĂŒgung gestellt werden, so Strunk. Das ließe Dieben kaum Chancen.

Aber auch andere Technik helfe. «Um DiebstĂ€hle zu verhindern, setzen ForstĂ€mter oder aber Privatleute immer wieder im Holz versteckte GPS-Sender ein», hieß es vom LKA in Hessen. FĂŒr Privathaushalte empfahl das LKA Berlin einen abschließbaren Holzverschlag.

@ dpa.de