Hurrikan Polo: Zwei Tote und drei Vermisste in Mexiko
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 03:17 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDer pazifische Hurrikan «Polo» hat in Mexiko vor seinem erwarteten Landgang mindestens zwei Menschen getötet; nach Regenfällen und Erdrutschen werden im Bundesstaat Jalisco drei weitere Menschen vermisst.
Sturm nimmt Kurs auf Niederkalifornien
Nach Angaben des US-Hurrikanzentrums bewegte sich «Polo» am Sonntagabend (Ortszeit) auf die Küste des Bundesstaates Baja California Sur zu. Der Sturm erreichte zu diesem Zeitpunkt Kategorie 3 von 5 und brachte anhaltende Windgeschwindigkeiten von 205 Kilometern pro Stunde mit.
Das Zentrum des Hurrikans lag rund 460 Kilometer südwestlich von Cabo San Lucas. Der Landgang wurde für Montagabend (Ortszeit) erwartet.
Warnung vor Sturzfluten
Den Vorhersagen zufolge sollte «Polo» in der Nähe der Gemeinde Mulegé auf Land treffen. Meteorologen erwarteten heftige Niederschläge, Sturzfluten und Überschwemmungen.
Die Bevölkerung wurde aufgefordert, möglichst in Gebäuden zu bleiben und die Anweisungen des Zivilschutzes zu befolgen. Der Wirbelsturm sollte die Halbinsel von Westen nach Osten überqueren.
Auch Hawaii von Unwetter betroffen
Der vorbeiziehende Hurrikan «Nolo» verursachte am Wochenende teilweise Überschwemmungen in Hawaii. Vor der südmexikanischen Pazifikküste bildete sich zudem ein weiterer Tropensturm.
Dieser Sturm trägt den Namen «Rachel» und sollte nach Angaben des US-Hurrikanzentrums am Mittwoch Hurrikanstärke erreichen. Er soll über dem Meer entlang der Küste ziehen.
Neun Hurrikane im Pazifik
Das Klimaphänomen El Niño sorgt in diesem Jahr für eine ungewöhnliche Hurrikansaison. Im Pazifik bildeten sich bereits neun Hurrikane, drei davon erreichten die höchste Kategorie 5.
Im Atlantik entwickelte sich dagegen bislang kein Hurrikan. Die Hurrikansaison endet am 1. November.
Mehrere Gefahren durch Starkregen
Bei tropischen Wirbelstürmen entsteht die größte Gefahr häufig nicht allein durch den Wind. Heftige Niederschläge können an Berghängen Erdrutsche auslösen und in kurzer Zeit Sturzfluten verursachen. Das gilt besonders für Regionen, in denen Böden bereits gesättigt sind oder Straßen und Brücken nur begrenzte Ausweichmöglichkeiten bieten.
Für Baja California Sur kommt hinzu, dass der Sturm nach den vorliegenden Prognosen die Halbinsel überqueren soll. Dadurch können unterschiedliche Küsten- und Binnenregionen nacheinander betroffen sein. Für Bewohner und Reisende bedeutet das, dass sich Gefahren auch dann weiterentwickeln können, wenn der unmittelbare Landgang vorüber ist.
Ungewöhnliche Pazifik-Saison
Die dpa-Meldung ordnet Polo in eine außergewöhnliche Saison ein: Im Pazifik haben sich bereits neun Hurrikane gebildet, darunter drei der höchsten Kategorie. Zugleich ist im Atlantik bislang kein Hurrikan entstanden. El Niño kann großräumige Meeres- und Luftströmungen verändern und damit die Entwicklung tropischer Wirbelstürme beeinflussen.
Die Folgen reichen über die unmittelbar betroffenen Küstenorte hinaus. Überschwemmte Verkehrswege, Stromausfälle und Schäden an Häusern können Rettungseinsätze und Versorgung erschweren. Für die Bevölkerung sind deshalb lokale Warnungen, Evakuierungsanweisungen und die Meidung überfluteter Straßen entscheidend.
