Illegale Böller: Polizeigewerkschaft fordert hÀrtere Strafen
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 06:59 Uhr | dpa, AD HOC NEWSPyrotechnik belastet mehrere Einsatzbereiche
- Heiko Teggatz fĂŒhrt den VorstoĂ der Deutschen Polizeigewerkschaft fĂŒr deutlich hĂ€rtere Strafen an.
- Die DPolG verweist auf den Verkauf bestimmter Pyrotechnik im Ausland und fehlendes Personal beim Zoll.
- In Frankfurt trafen Böller einen Wasserwerfer, in Halle wurden Polizisten mit Pyrotechnik beworfen.
Polizeigewerkschaft fordert schĂ€rfere Strafen fĂŒr Böller
Die Deutsche Polizeigewerkschaft verlangt hĂ€rtere Strafen fĂŒr illegale Pyrotechnik und ihren Einsatz gegen Menschen. Anlass sind wiederholte VorfĂ€lle bei Demonstrationen, in FuĂballstadien und rund um Halloween, bei denen auch EinsatzkrĂ€fte betroffen waren.
DPolG sieht illegalen Handel als Ursache
Der Bundesvorsitzende Heiko Teggatz fĂŒhrt als Ursachen unter anderem das Horten von Feuerwerkskörpern und den ganzjĂ€hrigen Erwerb im Ausland an. In LĂ€ndern wie Polen sei bestimmte Pyrotechnik ohne die in Deutschland geltenden BeschrĂ€nkungen erhĂ€ltlich, sagte Teggatz.
In Deutschland dĂŒrfen Feuerwerksprodukte grundsĂ€tzlich nur vom 29. bis 31. Dezember verkauft werden. FĂŒr die Einfuhrkontrolle ist der Zoll zustĂ€ndig. Nach EinschĂ€tzung der DPolG fehlt dort Personal, sodass illegale Feuerwerkskörper auf unterschiedlichen Wegen nach Deutschland gelangen könnten.
Forderung nach Abschreckung durch Strafrecht
Die Gewerkschaft fordert deutlich hĂ€rtere Strafen fĂŒr das Abbrennen verbotener Pyrotechnik, den unbefugten Besitz oder Gebrauch sowie die Zweckentfremdung von Feuerwerkskörpern als Waffe gegen Menschen. Besonders nennt sie Angriffe auf PolizeikrĂ€fte.
Böller bei Ausschreitungen in mehreren StÀdten
Auch die Gewerkschaft der Polizei bezeichnet Böller als DauerÀrgernis bei Demonstrationen, im Stadion und an Silvester. Nach Jugend-Demonstrationen war es am Samstag in mehreren deutschen StÀdten zu Ausschreitungen gekommen.
In der Frankfurter Innenstadt flogen Böller gegen einen Wasserwerfer der Polizei. In Halle wurden Polizisten unter anderem mit Pyrotechnik beworfen.
Debatte ĂŒber privates Feuerwerk
In deutschen FuĂballstadien wird regelmĂ€Ăig Pyrotechnik abgebrannt. Teilweise beschieĂen sich Fanlager gegenseitig; dabei wurden bereits mehrfach Menschen zum Teil schwer verletzt.
Ăber ein generelles Böllerverbot wird in Deutschland regelmĂ€Ăig diskutiert. Die GdP, Ărztevertreter sowie Umwelt- und Tierschutzorganisationen unterstĂŒtzen entsprechende Forderungen. Die Innenminister von Bund und LĂ€ndern konnten sich bislang jedoch nicht auf ein Verbot privaten Feuerwerks einigen.
In den Niederlanden soll nach einem Parlamentsbeschluss zum bevorstehenden Jahreswechsel erstmals ein Böllerverbot gelten. Eine Mehrheit der niederlÀndischen Bevölkerung steht nach Angaben der Meldung hinter dem Verbot.
Illegale Pyrotechnik ist in Deutschland nicht auf die Tage rund um den Jahreswechsel beschrĂ€nkt. Die aktuelle Debatte verbindet mehrere Problembereiche: den Verkauf und die Einfuhr nicht zugelassener Feuerwerkskörper, den Einsatz von Böllern gegen Menschen sowie die wiederkehrenden Konflikte bei Demonstrationen und in FuĂballstadien.
FĂŒr Verbraucher gilt: Feuerwerkskörper der Kategorie F2 dĂŒrfen grundsĂ€tzlich nur an den letzten drei Tagen des Jahres verkauft und nur zum Jahreswechsel ohne Sondergenehmigung verwendet werden. Besonders gefĂ€hrlich können Produkte sein, die nicht den deutschen Sicherheitsanforderungen entsprechen oder deren Herkunft und Zusammensetzung unklar sind. Der Zoll kontrolliert die Einfuhr, wĂ€hrend Polizei und Kommunen vor Ort gegen Besitz, Verwendung und Angriffe mit Pyrotechnik vorgehen.
Strafrecht und Verbotsdebatte
Die Forderung nach höheren Strafen zielt vor allem auf FĂ€lle, in denen Pyrotechnik gezielt als Waffe gegen EinsatzkrĂ€fte oder andere Menschen eingesetzt wird. Sie steht neben Forderungen nach einem generellen Verbot privaten Feuerwerks. Ein solcher Schritt wĂŒrde den legalen Verkauf und die private Nutzung stĂ€rker beschrĂ€nken, lieĂe aber die Probleme des illegalen Handels und der Einfuhr nicht automatisch verschwinden.
FĂŒr die politische Debatte bleibt deshalb entscheidend, ob strengere Strafen, wirksamere Kontrollen und lokale oder bundesweite Verbote miteinander verbunden werden. Die Niederlande gehen beim privaten Feuerwerk einen anderen Weg: Dort soll nach einem Parlamentsbeschluss zum kommenden Jahreswechsel erstmals ein Böllerverbot gelten.
