Forscherin, AufklÀrung

Forscherin: Mehr AufklÀrung und Tests zu K.-o.-Tropfen nötig

14.02.2025 - 06:45:19

Im Club oder beim Volksfest heimlich ins GetrĂ€nk gemischt, können K.-o.-Tropfen fĂŒr Betroffene schlimme Folgen haben. Doch auch bei privaten Treffen ist Vorsicht geboten.

  • Die sĂ€chsische Polizei vermutetein  großes Dunkelfeld bei Straftaten in Zusammenhang mit K.-o.-Tropfen. (Symbolbild) - Foto: picture alliance / dpa

    picture alliance / dpa

  • Symbolbild - Foto: Christian Thiele/dpa

    Christian Thiele/dpa

Die sĂ€chsische Polizei vermutetein  großes Dunkelfeld bei Straftaten in Zusammenhang mit K.-o.-Tropfen. (Symbolbild) - Foto: picture alliance / dpaSymbolbild - Foto: Christian Thiele/dpa

Mehr Schutz vor sexueller Gewalt: Die Wissenschaftlerin Charlotte Förster fordert mehr AufklĂ€rung und eine bessere Versorgung von Menschen, die möglicherweise Opfer von K.-o.-Tropfen geworden sind. Ähnlich wie es in Frankreich geplant ist, sollten entsprechende Tests auch in Deutschland kostenlos und schnell verfĂŒgbar sein. Insgesamt brauche es mehr und effektivere Maßnahmen zum Schutz vor sexueller Gewalt - auch mit Blick auf das Thema K.-o.-Tropfen, sagte die Juniorprofessorin der TU Chemnitz der Deutschen Presse-Agentur. «Mir erscheint es so, dass sich viele Betroffene alleingelassen fĂŒhlen mit dem Thema.»

Auch wenn es bisher relativ geringe Fallzahlen zu tatsÀchlich Betroffenen gebe, wiesen einzelne Erfahrungsberichte und nachgewiesene EinzelfÀlle darauf hin, dass K.-o.-Tropfen auch im hÀuslichen Bereich eingesetzt werden. Die Gefahr, Opfer solcher Substanzen zu werden, beschrÀnke sich daher nicht auf Besuche von Clubs, Kneipen und Festen. «Ich habe auch Sorgen um den hÀuslichen Bereich.» Förster erinnerte an den aufsehenerregenden Fall von GisÚle Pelicot in Frankreich. Sie war von ihrem Ehemann vielfach mit Medikamenten betÀubt, missbraucht und Fremden zur Vergewaltigung angeboten worden.

Polizei: So können Sie sich schĂŒtzen

In Sachsen sind laut dem dortigen Landeskriminalamt im Jahr 2023 insgesamt 60 Straftaten im Zusammenhang mit K.-o.-Tropfen erfasst worden - nach 50 und 47 in den Vorjahren 2022 und 2021. Zahlen fĂŒr 2024 liegen den Angaben nach noch nicht vor. Bundesweite Zahlen gibt es dem Bundeskriminalamt (BKA) zufolge nicht. «Ganz sicher besteht ein großes Dunkelfeld, denn viele Opfer haben Hemmungen, schĂ€men sich und verzichten daher auf eine Anzeige», so die sĂ€chsischen Ermittler. Die Wirkung der Substanzen trete schon nach zehn bis zwanzig Minuten ein und mache das Opfer willenlos, unter UmstĂ€nden gar bewusstlos. 

Die Polizei rĂ€t, beim Besuch von Veranstaltungen, Volksfesten und Festivals GetrĂ€nke nie unbeaufsichtigt zu lassen. Angebotene GetrĂ€nke sollten nur original verschlossen angenommen werden. Zudem sollte man auf geringste Geschmacks- und GeruchsverĂ€nderungen achten. Bei Verdacht auf K.-o.-Tropfen seien umgehend Polizei und Rettungsdienst zu rufen. «FĂŒhlen Sie sich fĂŒr Ihre Freunde verantwortlich, achten Sie aufeinander, auch auf ungewöhnliche VerhaltensĂ€nderungen.»

@ dpa.de