Viele offene Fragen im Fall Valeriia
15.06.2024 - 14:17:02Nach der Festnahme eines TatverdĂ€chtigen wird im Fall der getöteten Valeriia aus dem sĂ€chsischen Döbeln unvermindert nach den HintergrĂŒnden des Verbrechens gesucht. «Die Ermittlungen gehen natĂŒrlich auch am Wochenende weiter», teilte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Chemnitz der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit.
Dabei warten die Behörden auf die Auslieferung des am Freitag in Prag gefassten Mannes. Sobald die tschechischen Behörden diese bewilligten, «wird er zur Strafverfolgung ĂŒberstellt». NĂ€here Informationen dazu gebe es nicht vor nĂ€chster Woche.
Warum musste das MĂ€dchen sterben?
Unklar ist weiterhin, warum das MÀdchen aus dem Leben gerissen wurde und was genau passiert ist. Der in einem Restaurant von Tschechiens Hauptstadt gefasste Beschuldigte, ein 36-jÀhriger Moldawier, ist dringend tatverdÀchtig, die NeunjÀhrige getötet zu haben. Der Mann war auch mit einem europÀischen Haftbefehl gesucht worden. Er ist in der Moldau-Stadt in Gewahrsam, ein Auslieferungsersuchen ist gestellt.
Das MĂ€dchen flĂŒchtete 2022 mit ihrer Mutter vor dem Krieg in der Ukraine nach Deutschland. Am 3. Juni morgens war Valeriia nicht in der Schule angekommen und verschwunden. Hunderte EinsatzkrĂ€fte hatten eine gute Woche lang nach ihr gesucht und dann am vergangenen Dienstag im Unterholz eines Waldes sĂŒdlich von Döbeln ihre Leiche gefunden.
Ex-Freund der Mutter als TatverdÀchtiger
Die Suche nach einem TĂ€ter hatte sich in den vergangenen Tagen vor allem auf das soziale Umfeld des MĂ€dchens konzentriert. Nach «Bild»-Informationen soll es sich bei dem TatverdĂ€chtigen um den Ex-Freund von Valeriias Mutter handeln. Er soll sie vor dem Verschwinden des MĂ€dchens kontaktiert haben und zudem von der Ăberwachungskamera eines Nachbarhauses gefilmt worden sein.
Am Freitagabend gedachten rund 2.500 Menschen in einer emotionalen Gedenkstunde in Döbeln des getöteten MĂ€dchens. Begleitet von Musik stiegen zum Andenken an Valeriia etwa 900 Luftballons in den Himmel, viele legten Blumen und Kerzen nieder. FĂŒr den Sonntag ist noch ein ökumenischer Gedenk-Gottesdienst auf dem Obermarkt geplant. Die Stadt hat zur UnterstĂŒtzung der Familie ein Spendenkonto eingerichtet, bis Freitag gingen etwa 8.700 Euro ein.


