Nantes, Tote

Nantes: Eine Tote und Verletzte bei Messerangriff in Schule

24.04.2025 - 20:06:32

Im französischen Nantes stĂŒrmt ein Angreifer in zwei KlassenrĂ€ume eines Gymnasiums und sticht auf SchĂŒler ein. Es gibt eine Tote und drei Verletzte. Polizisten nehmen den TĂ€ter fest.

Ein Jugendlicher hat bei einer Messerattacke in einem Gymnasium in der westfranzösischen Großstadt Nantes eine SchĂŒlerin getötet und drei weitere SchĂŒler verletzt. Personal der Schule habe den Angreifer ĂŒberwĂ€ltigt und damit wahrscheinlich weitere Opfer verhindert, sagte Frankreichs Innenminister Bruno Retailleau am Tatort. Danach seien Polizei und Hilfsdienste schnell vor Ort gewesen und hĂ€tten versucht, Leben zu retten. «Das ist ein Drama, das die ganze Nation erschĂŒttert.» 

Der Angreifer, bei dem es sich um einen 15-jĂ€hrigen SchĂŒler des katholischen Gymnasiums handeln soll, drang gegen Mittag in zwei KlassenrĂ€ume in dem Schulzentrum ein und stach auf insgesamt vier SchĂŒler ein. ZunĂ€chst griff er eine SchĂŒlerin an, die spĂ€ter ihren schweren Verletzungen erlag, ehe er ein Stockwerk tiefer weitere SchĂŒler attackierte. Wie Medien unter Verweis auf die Polizei berichteten, stellte sich der Informatikbeauftragte der Schule dem Angreifer in den Weg, verfolgte und ĂŒberwĂ€ltigte ihn. Bei dem SchĂŒler wurden zwei Messer gefunden.

Schockierte Eltern und heulende SchĂŒler

Die zunĂ€chst aus SicherheitsgrĂŒnden in den KlassenrĂ€umen gehaltenen SchĂŒler durften am Nachmittag die Schule verlassen. Polizei und RettungskrĂ€fte waren mit zahlreichen KrĂ€ften vor Ort. Medien berichteten von besorgten Eltern und heulenden Kindern an der Schule.

Der Hintergrund des Angriffs ist noch vollkommen unklar. Der 15-JĂ€hrige soll bei der Polizei und den Sicherheitsbehörden nicht bekannt gewesen sein. Kurz vor seiner Attacke soll der Angreifer ĂŒber das Intranet der Schule eine Nachricht an alle MitschĂŒler geschickt haben, in der er ein dĂŒsteres Bild der Gesellschaft zeichnet, berichteten Medien. In dem 13-seitigen Dokument soll der SchĂŒler eine Zerstörung der Umwelt, systemische Gewalt und soziale Entfremdung angeprangert haben.

Macron lobt Eingreifen der Lehrer

«Ich bin in Gedanken bei den Familien, den SchĂŒlern und der gesamten Bildungsgemeinschaft, deren Schock und Trauer die Nation teilt», sagte PrĂ€sident Emmanuel Macron. «Durch ihr Eingreifen haben die Lehrer zweifellos weitere Dramen verhindert. Ihr Mut verdient Respekt.»

Nach einer HĂ€ufung oft tödlicher Messerattacken unter Jugendlichen, auch im Umfeld von Schulen, hatte Frankreich vor kurzem erst mit Taschenkontrollen am Zugang zu Schulen begonnen. Premierminister François Bayrou ordnete an, dass diese Kontrollen durch die Polizei intensiviert werden. Binnen vier Wochen verlangte er von der Regierung außerdem Maßnahmen zur EindĂ€mmung der Messergewalt unter Jugendlichen. Dabei gehe es um Regelungen zum Kauf, Transport und dem MitfĂŒhren von Stichwaffen, bei denen Frankreich sich an erfolgreichen Maßnahmen im Ausland orientieren könne.

Premier beklagt ausufernde Gewalt unter Jugendlichen

«Dieses Drama verdeutlicht erneut die ausufernde Gewalt, die in einem Teil unserer Jugend herrscht», sagte der Premier. «Sie fĂŒhrt dazu, dass wir uns grundlegende Fragen in Bezug auf Erziehung, Wertehierarchie und Respekt vor dem menschlichen Leben stellen.»

Die Staatsanwaltschaft Ă€ußerte sich zunĂ€chst nicht zum Inhalt der Ermittlungen und verschob eine zunĂ€chst am Abend geplante Pressekonferenz. Informationen werde es am Freitag geben, sagte der Innenminister. Auch wenn es keinen Hinweis auf einen Terror-Hintergrund gebe, werde die Antiterror-Staatsanwaltschaft ebenfalls auf den Fall gucken, unter anderem mit Blick auf die von dem Angreifer verschickte ErklĂ€rung.

@ dpa.de