Hafenbilanz 2024: Mindestens fĂŒnf Tonnen Kokain entdeckt
25.12.2024 - 06:30:36In den deutschen ContainerhĂ€fen wird die Menge an sichergestelltem Kokain 2024 voraussichtlich wesentlich geringer ausfallen als im Vorjahr. Aus den Mitteilungen von Zoll und Polizei geht hervor, dass die Beamten im Hamburger Hafen bislang rund fĂŒnf Tonnen der Droge entdeckten. 2023 waren dort noch rund 34 Tonnen sichergestellt worden.Â
Den gröĂten Fund dieses Jahres machte die Hamburger Polizei Ende September, als sie mehr als zwei Tonnen Kokain in einem Container mit Bananenkisten entdeckte. Im April und Mai hatte der Zoll jeweils eine Tonne abgefangen. Bereits im Januar war mehr als eine halbe Tonne der Droge in einem Bananencontainer aus Ecuador sichergestellt worden.Â
34 Tonnen im Vorjahr
GröĂere Funde teilen die Behörden oft erst mit wochenlanger Verzögerung mit. Zu einer vorlĂ€ufigen Jahresbilanz wollte sich das Zollfahndungsamt Hamburg, das fĂŒr alle deutschen ContainerhĂ€fen an Nord- und Ostsee zustĂ€ndig ist, nicht Ă€uĂern. Die Rekordmenge des Vorjahres dĂŒrfte jedoch nicht erreicht werden. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums waren 2023 in Deutschland mindestens 43 Tonnen Kokain sichergestellt worden, davon rund 34 Tonnen in Hamburg.Â
Kokain teurer
Hamburgs PolizeiprĂ€sident Falk Schnabel hatte kĂŒrzlich die Zusammenarbeit der Behörden im Ende Mai eröffneten Hafensicherheitszentrum gelobt. Die Sicherstellung von 2,1 Tonnen im September sei ein erster groĂer Erfolg gewesen. Die Dunkelziffer, also die Menge des nicht entdeckten Rauschgifts, sei sicherlich deutlich höher. Doch auch das Hamburger Landeskriminalamt sage: «Wir nehmen wirklich wahr, dass die Kokainpreise nach oben gehen, weil das Angebot verknappt ist», erklĂ€rte der PolizeiprĂ€sident.
Verlagerung des Schmuggels nach Hamburg befĂŒrchtet
Im Kampf gegen den Drogenschmuggel und die organisierte KriminalitĂ€t verstĂ€rken auch die drei gröĂten NordseehĂ€fen Europas, Rotterdam, Antwerpen und Hamburg, ihre Kooperation. Hamburgs BĂŒrgermeister Peter Tschentscher (SPD) Ă€uĂerte bei einem Dreiertreffen die BefĂŒrchtung, dass sich der Drogenschmuggel an die Elbe verlagere. «Wir wollen in dieser Folge jetzt nicht der dritte Hafen sein, in den die Drogenbanden ausweichen», sagte Tschentscher Ende November.
Der niederlĂ€ndische Zoll sieht sich auf Erfolgskurs. Im ersten Halbjahr 2024 seien 16 Tonnen Kokain in den niederlĂ€ndischen HĂ€fen beschlagnahmt worden, im Vorjahreszeitraum seien es noch 28 Tonnen gewesen, hatte der Zoll in Rotterdam im Juli mitgeteilt. In anderen groĂen HĂ€fen in Nordwesteuropa zeichne sich ein Ă€hnlicher Trend ab.
Kokain-Pakete im Meer
In den vergangenen Monaten wurden an Nord- und OstseestrĂ€nden mehrfach Pakete mit Kokain gefunden. Auf Föhr, Amrum und Sylt wurden Pakete mit zusammen 175 Kilo Rauschgift angespĂŒlt, in Heiligenhafen an der Ostsee im Juli 20 Kilo. Ob die Funde ein Hinweis darauf sind, dass sich die Drogenkartelle wegen der schĂ€rferen Kontrollen in den HĂ€fen andere Schmuggelwege suchen, wollte der Sprecher des Zollfahndungsamts, Andreas Thaysen, nicht sagen.Â
Dass der Drogenschmuggel nicht immer reibungslos klappt, zeigt ein Prozess am Landgericht Oldenburg. Ende November wurden zwei MÀnner, die mit einem Krabbenkutter nach rund einer Tonne Kokain in der Nordsee gesucht hatten, zu vierjÀhrigen Haftstrafen verurteilt. Nach Angaben des Gerichts hatten sie nördlich der ostfriesischen Insel Spiekeroog stundenlang Runden mit dem Kutter gedreht und waren dann direkt Fahndern ins Netz gegangen. Wo das Kokain blieb, ist nicht bekannt.


