Hamburg, Deutschland

«Verfahren wird mit Härte geführt» - Tränen im Block-Prozess

30.01.2026 - 13:28:04

Im Prozess um die Entführung der Block-Kinder berichtet eine Zeugin, wie sehr die Großeltern ihre Enkel liebten. Dann verkündet das Gericht einen Beschluss und eine Mitangeklagte bricht in Tränen aus.

  • Nach einer dramatischen Szene im Gerichtssaal wurde der Prozess kurz unterbrochen.  - Foto: Marcus Brandt/Pool dpa/dpa

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  • Es ist bereits der 34. Tag im Prozess um die Entführung der Block-Kinder. - Foto: Marcus Brandt/Pool dpa/dpa

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  • Im Prozess gegen Christina Block wurde eine enge Mitarbeiterin von Eugen Block, dem Gründer der Steakhaus-Kette «Block House», als Zeugin vernommen. (Archivbild) - Foto: Marcus Brandt/dpa

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  • Christina Block eilte ihrer in Tränen aufgelösten Verwandten hinterher und schirmte sie zusammen mit Gül Pinar, der Verteidigerin eines anderen Angeklagten, vor Fotografen ab. - Foto: Marcus Brandt/dpa

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Nach einer dramatischen Szene im Gerichtssaal wurde der Prozess kurz unterbrochen.  - Foto: Marcus Brandt/Pool dpa/dpaEs ist bereits der 34. Tag im Prozess um die Entführung der Block-Kinder. - Foto: Marcus Brandt/Pool dpa/dpaIm Prozess gegen Christina Block wurde eine enge Mitarbeiterin von Eugen Block, dem Gründer der Steakhaus-Kette «Block House», als Zeugin vernommen. (Archivbild) - Foto: Marcus Brandt/dpaChristina Block eilte ihrer in Tränen aufgelösten Verwandten hinterher und schirmte sie zusammen mit Gül Pinar, der Verteidigerin eines anderen Angeklagten, vor Fotografen ab. - Foto: Marcus Brandt/dpa

   Tränen und Wortgefechte: Im Hamburger Prozess um die Entführung der Block-Kinder ist es zu einer dramatischen Szene gekommen. Die Strafkammer lehnte den Antrag einer Mitangeklagten ab, die Anklagevorwürfe gegen sie zu erläutern. Der Verwandten und engen Vertrauten von Christina Block wird Beihilfe vorgeworfen, weil sie den Jungen und das Mädchen sowie die Mutter nach der Rückholaktion Anfang 2024 das letzte Stück des Weges von einem Hamburger Vorort mit einem Auto nach Hause fuhr. 

Die 49-Jährige brach in Tränen aus. Ihr Verteidiger Reinhard Daum unterbrach die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt und beantragte eine Pause. Seine Mandantin lief schluchzend aus dem Gerichtssaal. 

Prozess könnte bis Ende des Jahres gehen

Daum hatte bereits in der Vergangenheit vergeblich beantragt, das Verfahren gegen seine Mandantin abzutrennen. Die lange Verfahrensdauer sei angesichts der maximal zu erwartenden Strafe unverhältnismäßig. Der Prozess läuft seit Juli vergangenen Jahres. Weitere Termine sind bis Ende Juni angesetzt, das Gericht erwägt eine Verlängerung bis Ende des Jahres.

Daum bezeichnete es als skandalös, dass die Strafkammer bei der Ablehnung seines Antrags auf rechtliche Erläuterung den Anklagevorwurf falsch genannt habe. Seiner Mandantin werde nicht Beihilfe zur Körperverletzung vorgeworfen, wie es in der Begründung zu diesem Beschluss des Gerichts geheißen habe. 

«Bedauerliches Versehen»

Nach einer weiteren Beratung der Kammer erklärte die Vorsitzende Richterin, dass es sich bei der Verwechselung des Anklagevorwurfs um ein «bedauerliches Versehen» handele. Die Verwandte von Block ist wegen Beihilfe zur Kindesentziehung und zur Freiheitsberaubung angeklagt.

Daums Mandantin flüchtete vor den Pressefotografen auf dem Gerichtsflur in eine Toilette. Christina Block und die Verteidigerin eines weiteren Mitangeklagten, Gül Pinar, standen ihr bei und versuchten, sie zu beruhigen. Einen Antrag von Daum und anderen Verteidigern, die Verhandlung für eine weitere halbe Stunde zu unterbrechen, lehnte die Kammer ab. Blocks Verteidiger Ingo Bott rief dem Gericht zu: «Dieses Verfahren wird mit einer Härte geführt.»

Zeugin: Großeltern waren «todtraurig»

Zuvor hatte am 34. Prozesstag eine Mitarbeiterin des Unternehmers Eugen Block (85), der der Großvater der entführten Kinder ist, als Zeugin ausgesagt. Sie beschrieb die enge Bindung der Großeltern zu ihren Enkeln. Der Gründer der Steakhaus-Kette «Block House» und seine Ehefrau Christa seien «todtraurig» gewesen, dass sie ihre Enkelkinder in Dänemark über so lange Zeit nicht sehen konnten, sagte die 36-Jährige. Vorher seien die Kinder regelmäßig bei den Großeltern zu Besuch gewesen.

Der Vater der Kinder, Stephan Hensel, hatte die Kinder im Sommer 2021 nach einem Wochenendbesuch nicht wie vereinbart zurückgebracht. Kurze Zeit vor der Entführung an Silvester 2023/24 wollte Eugen Block seinen Enkelkindern über einen Sicherheitsdienst Weihnachtsgeschenke am Wohnhaus in Süddänemark überreichen. «Ich muss doch irgendwie meinen Enkelkindern zeigen, wie lieb ich sie habe», erinnerte die Zeugin seine Worte. Zur Übergabe der Geschenke kam es nicht, die Polizei wurde gerufen.

Christina Block war gegen Geschenk-Aktion

Die Angeklagte Christina Block sagte vor dem Landgericht, sie sei gegen diese Geschenk-Aktion im laufenden Sorgerechtsstreit gewesen: «Ich wollte überhaupt keine Unruhe.» Ihr sei klar gewesen, dass ihr Ex-Mann «immer» die Polizei rufe.

Block ergänzte mit Blick auf ihren Vater, auch sein jetziges Vorgehen sei nicht mit mir abgesprochen. Der 85-Jährige, der kein Angeklagter ist und auch nicht als Zeuge aussagen will, hatte in den vergangenen Monaten Dienstaufsichtsbeschwerden gegen die Vorsitzende Richterin eingereicht und sich mehrmals kritisch zu dem Prozess geäußert.

Ermittlungen gegen Eugen Block wurden eingestellt

Block soll laut Anklage die Entführung ihrer beiden Kinder vom Wohnort ihres geschiedenen Mannes in Dänemark in Auftrag gegeben haben. Auch gegen Großvater Block hatte die Staatsanwaltschaft ermittelt, das Verfahren wurde aber eingestellt. Es gibt insgesamt sieben Angeklagte, darunter auch der Lebensgefährte von Christina Block, Gerhard Delling (66). Der frühere Sportmoderator ist wegen Beihilfe angeklagt. Er bestreitet, etwas Unrechtes getan zu haben.

Der damals zehnjährige Junge und das 13-jährige Mädchen sollen von einer israelischen Sicherheitsfirma gewaltsam nach Deutschland geholt worden sein. Am 5. Januar 2024 entschied das Hanseatische Oberlandesgericht, dass die beiden Kinder zu ihrem Vater nach Dänemark zurückgebracht werden müssen.

@ dpa.de

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