Polizei findet Leiche bei Suche nach NeunjÀhriger in Sachsen
11.06.2024 - 18:52:52Auf der Suche nach der vermissten neunjĂ€hrigen Valeriia hat die Polizei im sĂ€chsischen Döbeln eine Leiche gefunden. Die Polizei teilte mit, es werde geprĂŒft, ob es sich dabei um das seit dem 3. Juni vermisste MĂ€dchen handle.
Der leblose Körper war den Angaben zufolge in einem Wald zwischen dem RoĂweiner Ortsteil Mahlitzsch und dem Döbelner Ortsteil Hermsdorf im Landkreis Mittelsachsen gefunden worden. FĂŒr Mittwochmittag hat die Polizei eine Pressekonferenz angekĂŒndigt.
Wenige Stunden nach der schrecklichen Entdeckung war die StraĂe, die die zwei Orte miteinander verbindet und an der auch der Fundort liegt, durch PolizeikrĂ€fte abgesperrt worden. Vereinzelt waren Anwohnerinnen und Anwohner zu sehen.
NeunjÀhrige zuletzt auf Schulweg gesehen
Am Fundort der Leiche fĂŒhrten die Chemnitzer Kriminalpolizei und die Tatortgruppe des Landeskriminalamtes Sachsen die Ermittlungen. Auch die Staatsanwaltschaft Chemnitz sei involviert. «Weitere Details lassen sich aktuell auch aufgrund der notwendigen, langwierigen Ermittlungsarbeit nicht mitteilen», erklĂ€rte die Polizei.
Zuletzt war die NeunjĂ€hrige gesehen worden, als sie sich auf den Weg zur Schule machte. Doch dort war sie nie angekommen. Laut einem Bericht der «Bild» will ein MitschĂŒler, der an dem Tag zu spĂ€t zur Schule kam, das MĂ€dchen gegen 9.20 Uhr vor der Schule gesehen haben. Wahrscheinlich habe sie dort auf jemanden gewartet. Die Ermittler seien diesem Hinweis nachgegangen und hĂ€tten den Bereich mit Hunden abgesucht - allerdings ohne Erfolg, erklĂ€rte eine Polizeisprecherin.Â
Valeriia lebt den Angaben nach seit 2022 mit ihrer Mutter in Deutschland. Laut Polizei spricht das MĂ€dchen gebrochen deutsch. Der Vater ist den Angaben zufolge nach wie vor in der Ukraine, es gebe aber Kontakt zu ihm.Â
Suche mit Spezialhunden und Hubschrauber
Insgesamt seien mehr als 400 EinsatzkrĂ€fte der Polizei aus Sachsen und Sachsen-Anhalt im Einsatz gewesen, um nach Valeriia zu suchen. In den vergangenen Tagen waren die Beamten immer wieder zu EinsĂ€tzen ausgerĂŒckt, unter anderem wurde der Fluss Mulde durchkĂ€mmt sowie Anwohnerinnen und Anwohner befragt. Im SĂŒden der Stadt waren vor allem Wiesen, Felder und WĂ€lder abgesucht worden. UnterstĂŒtzt wurden die zahlreichen Beamten dabei auch von Spezialhunden und einem Hubschrauber.Â
Neben der Suche vor Ort hat die Polizei eigenen Angaben nach auch Kontakt zu Kollegen in der Ukraine, aber auch nach Polen und Tschechien. Der Schwerpunkt liege jedoch vor allem auf Döbeln, hieĂ es. Die Menschen in der rund 24.000 Einwohner zĂ€hlenden Stadt waren gebeten worden, in eigenen GĂ€rten, Kellern, Garagen oder Schuppen nach dem MĂ€dchen Ausschau zu halten. ZusĂ€tzlich hatten sich vor Ort private Suchtrupps gebildet. «Die Betroffenheit in der Bevölkerung ist sehr groĂ», sagte Döbelns OberbĂŒrgermeister Sven Liebhauser (CDU) schon vor einigen Tagen.
Auch eine Verbreitung der Vermisstenmeldung ĂŒber die Fernsehsendungen «Aktenzeichen XY... ungelöst» im ZDF und «Kripo live» im MDR hat laut Polizei keine konkreten Hinweise auf das MĂ€dchen gebracht. «Wir geben die Hoffnung nicht auf. Wir bleiben dran und mĂŒssen aufklĂ€ren, was mit dem MĂ€dchen passiert ist», hatte eine Sprecherin der Chemnitzer Polizeidirektion noch am Wochenende zuvor gesagt.Â
Die verzweifelte Suche nach Valeriia ruft den Fall des sechsjĂ€hrigen Arian aus dem niedersĂ€chsischen Bremervörde-Elm in Erinnerung. Er wird seit dem 22. April vermisst. Die Such nach dem autistischen Kind war am 23. Mai erfolglos beendet worden. Seit dem 25. Mai sucht die Polizei nach dem acht Jahre alten ebenfalls autistischen Mohamed aus Hagen in Nordrhein-Westfalen. In Deutschland gelten nahezu 10.000 Menschen als vermisst.Â







