Sorgerechtsstreit um Block-Kinder - Weitere Durchsuchungen
16.05.2024 - 10:41:46 | dpa.deIm Zusammenhang mit dem Sorgerechtsstreit in der Hamburger Unternehmerfamilie Block hat die Polizei am Donnerstag zum dritten Mal einen Durchsuchungsbeschluss am Hotel Grand ElysĂ©e in Hamburg vollstreckt. Neben dem zur Block-Gruppe gehörenden Hotel in der NĂ€he des Dammtorbahnhofs seien auch die Wohn- und GeschĂ€ftsrĂ€ume der Gruppe im Stadtteil PoppenbĂŒttel durchsucht worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit.
Die Ermittlungen richteten sich gegen Christina Block (51) - Mutter der beiden betroffenen Kinder - sowie auch gegen deren GroĂvater, den GrĂŒnder der Restaurantkette Block House, Eugen Block (83). Zwei der vier Kinder von Christina Block leben bei dem von ihr geschiedenen Vater in DĂ€nemark. Sie waren in der Silvesternacht von Unbekannten nach Deutschland entfĂŒhrt worden. Nach einem Gerichtsbeschluss musste die Mutter sie wieder nach DĂ€nemark lassen.
Es bestehe der Verdacht, dass Eugen und Christina Block die Kindesentziehung organisiert und mithilfe weiterer Beschuldigter durchgefĂŒhrt haben, erklĂ€rte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Um Beweismittel aufzufinden, seien ebenfalls Sachen und Kraftfahrzeuge von Eugen Block durchsucht worden. Der Beschluss habe sich auch gegen seine Person gerichtet. Rund um das ElysĂ©e-Hotel standen am Vormittag mindestens zehn Mannschaftswagen der Polizei. Uniformierte Beamte waren an allen HoteleingĂ€ngen zu sehen.
Nicht die erste Durchsuchung
Eine Sprecherin der Block-Gruppe erklĂ€rte: «In der familiĂ€ren Angelegenheit kooperieren wir mit den Ermittlern in vollem Umfang und stellen die erbetenen Unterlagen zur VerfĂŒgung.» Das ElysĂ©e-Hotel und das Wohnhaus von Christina Block waren bereits am 12. Januar durchsucht worden. Am 8. MĂ€rz hatte die Staatsanwaltschaft weitere Durchsuchungen in dem Hotel und bei der Block Systems GmbH veranlasst. Wenige Tage zuvor war ein europĂ€ischer Haftbefehl gegen Christina Block nach Angaben ihres Anwalts aufgehoben worden.
Die Unternehmerin und ihr Ex-Mann streiten seit Jahren um das Sorgerecht fĂŒr die beiden jĂŒngeren ihrer vier Kinder im Alter von etwa 10 und 13 Jahren. Seit Ende August 2021 leben diese bei ihrem Vater in DĂ€nemark, obwohl das Hanseatische Oberlandesgericht in Hamburg das Aufenthaltsbestimmungsrecht im Oktober 2021 vorlĂ€ufig auf die Mutter ĂŒbertragen hatte. Am vergangenen 19. Februar hatte dasselbe Gericht jedoch entschieden, dass deutsche Gerichte nicht mehr zustĂ€ndig seien. Die Kinder hĂ€tten inzwischen ihren verfestigten Lebensmittelpunkt in DĂ€nemark.
Die Hamburger Staatsanwaltschaft fĂŒhrt auch gegen den Vater ein Strafverfahren. Er soll sich demnĂ€chst in Hamburg vor Gericht wegen Entziehung MinderjĂ€hriger verantworten. Das Amtsgericht hatte eine Eröffnung des Prozesses zunĂ€chst abgelehnt. Dagegen legte die Staatsanwaltschaft Beschwerde ein. Ende April dieses Jahres hob das Landgericht den Nichteröffnungsbeschluss auf. Ob der Prozess nun vor dem Amts- oder Landgericht stattfindet, war zunĂ€chst unklar.
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