Keine Entwarnung bei WaldbrĂ€nden - Tote in der TĂŒrkei
28.07.2025 - 14:49:55Bei einem Unfall wĂ€hrend eines Einsatzes im Kampf gegen verheerende BrĂ€nde in der tĂŒrkischen Provinz Bursa sind drei Feuerwehrleute ums Leben gekommen. Die MĂ€nner seien mit einem Wassertanker zu Löscharbeiten zu den Feuern unterwegs gewesen, als ihr Fahrzeug in einen Graben kippte, schrieb die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Die Feuer wĂŒten dort in teils unwegsamem GelĂ€nde. In Griechenland sind die BrĂ€nde unterdessen unter Kontrolle, doch die Lage ist angespannt.Â
In der TĂŒrkei und in Griechenland warnen Regierungen, Zivilschutz und Feuerwehr, dass die Brandgefahr in den kommenden Tagen weiter hoch bleibe. Die aktuell anhaltende Trockenheit und teilweise starker Wind können selbst kleine Feuer rasch zu GroĂbrĂ€nden werden lassen.
TĂŒrkei
Im tĂŒrkischen Bursa wurden bisher mehr als 3.500 Menschen evakuiert, die Feuer sind weiterhin nicht unter Kontrolle. EinsatzkrĂ€fte sind teilweise im Dauereinsatz. Auch in der zu 65 Prozent mit WĂ€ldern bedeckten Provinz KarabĂŒk sowie im sĂŒdöstlichen Kahramanmaras seien weiter Helfer im Einsatz, um Feuer einzudĂ€mmen. In der Provinz Diyarbakir wurden drei Helfer ebenfalls bei einem Unfall auf dem Weg zu den Feuern verletzt.
Erst vergangene Woche waren zehn Menschen bei Löscharbeiten in der zentralanatolischen Provinz Eskisehir getötet worden - fĂŒnf davon Waldarbeiter, fĂŒnf vom Katastrophenschutz. Die BrĂ€nde und die vielen Toten haben in der TĂŒrkei scharfe Kritik an der Regierung hervorgerufen. Ihr wird vorgeworfen, schlecht auf die BrĂ€nde vorbereitet gewesen zu sein und sie nicht effektiv genug zu bekĂ€mpfen.Â
Laut tĂŒrkischem Kommunikationsdirektorat verfĂŒgt das Land unter anderem ĂŒber 27 Löschflugzeuge und 105 Löschhubschrauber. Die Behörde verweist zudem auf Umweltbedingungen wie steigende Temperaturen, sinkende Luftfeuchtigkeit und Windgeschwindigkeiten, die die Geschwindigkeit und IntensitĂ€t der Brandausbreitung verstĂ€rkten. FĂŒr Empörung im Netz sorgte unterdessen eine Influencerin, die in einem Video ein Make-Up fĂŒr LöscheinsĂ€tze vorschlug.Â
Griechenland
Die schweren BrĂ€nde, die am Wochenende in Griechenland gewĂŒtet haben, sind inzwischen unter Kontrolle gebracht oder vollstĂ€ndig gelöscht worden. Lediglich in einem dĂŒnn besiedelten Gebiet kĂ€mpfte die Feuerwehr am Montag noch gegen die Flammen, wie der Sender ERTNews berichtete.Â
In den vergangenen drei Tagen waren nahe Athen sowie auf den Inseln Kreta, Euböa und Kythira und auf der Halbinsel Peloponnes mehrere groĂe BrĂ€nde ausgebrochen. Dutzende Menschen mussten mit Atemwegsbeschwerden in KrankenhĂ€user gebracht werden, Ortschaften wurden evakuiert.Â
Bulgarien
Im Nachbarland Bulgarien kĂ€mpfen Feuerwehrleute, Förster und freiwillige Helfer gegen Wald- und BuschbrĂ€nde in entlegenen Gegenden und Orten vor allem im SĂŒden. 300 Hektar Wald sowie meist unbewohnte HĂ€user brannten im SĂŒdwesten des Landes aus, wie das Staatsradio berichtete. Dorfbewohner wurden in Sicherheit gebracht. Die Regierung bat die EuropĂ€ische Union um Hilfe bei den Löscharbeiten.Â
Die Lage in dem Balkanland entspannte sich am Montag nach Angaben des Innenministeriums ein wenig. In dem Gebiet um Lessowo nahe der Grenze zur TĂŒrkei gehen Löscharbeiten weiter. Dort brennt es auf einer FlĂ€che von 1.600 Hektar mit BĂŒschen und Trockengras. Die Badeorte an der SchwarzmeerkĂŒste waren von den BrĂ€nden nicht betroffen.
Italien
Auch in Italien sind die Feuerwehrleute im Brandeinsatz. Seit dem Wochenende ist vor allem die Mittelmeerinsel Sardinien betroffen. An der OstkĂŒste in der NĂ€he von Orosei mussten vorsorglich 150 Menschen, LandhĂ€user und ein Ferienlager evakuiert werden, mehrere StrĂ€nde wurden gesperrt. Â
Auch im SĂŒden Sardiniens, unweit des bei Touristen beliebten Ferienorts Villasimius, ist es erneut zu einem Brand gekommen. Ein Landwirt erlitt Verletzungen, als er versuchte, seinen Hof vor den Flammen zu schĂŒtzen. Er wurde ins Krankenhaus gebracht. Bereits am Sonntag zerstörte ein Brand laut Feuerwehr am KĂŒstenabschnitt Punta Molentis rund 40 Autos, mehr als 100 Hektar Wald fielen den Flammen zum Opfer. Medienberichten zufolge wurden zahlreiche Strandbesucher mit Booten in Sicherheit gebracht. Brandstiftung wird nicht ausgeschlossen.







