FÀlle hÀuslicher Gewalt steigen um 6,5 Prozent
07.06.2024 - 11:12:06Die Zahl der Opfer von hĂ€uslicher Gewalt ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Wie aus einem aktuellen Bericht zur polizeilichen Kriminalstatistik hervorgeht, waren insgesamt 256.276 Menschen im Jahr 2023 offiziell von hĂ€uslicher Gewalt betroffen - 6,5 Prozent mehr als 2022. Bereits im Jahr davor hatte es einen Anstieg um mehr als acht Prozent gegenĂŒber 2021 gegeben.Â
Die meisten Opfer waren demnach weiblich (70,5 Prozent). Bei 65,5 Prozent der Betroffenen handelte es sich um Gewalt in der Partnerschaft. Hier gab es insgesamt knapp 168.000 FĂ€lle, 6,4 Prozent mehr als 2022.Â
Die restlichen Opfer von hĂ€uslicher Gewalt (34,5 Prozent) waren laut Statistik von innerfamiliĂ€rer Gewalt betroffen. Hier handelt es sich um eine Form von Gewalt, die sich beispielsweise auch zwischen GroĂeltern und Enkelkindern oder anderen nahen Angehörigen abspielen kann. Diese Form von Gewalt betraf 2023 laut Statistik insgesamt 88 411 Menschen. Dies sind 6,9 Prozent mehr als im Vorjahr.Â
Auch im vergangenen Jahr waren bei hĂ€uslicher Gewalt 75,6 Prozent der TatverdĂ€chtigen mĂ€nnlich. Mit 79,2 Prozent waren die Opfer von Partnerschaftsgewalt ĂŒberwiegend Frauen, 20,8 Prozent der Betroffenen waren mĂ€nnlich. In den meisten FĂ€llen handelte es sich dabei um vorsĂ€tzliche einfache Körperverletzung (59,1 Prozent), Bedrohung, Stalking oder Nötigung (24,6) sowie um gefĂ€hrliche Körperverletzung (11,4).Â
Bundesfamilienministerin Lisa Paus (GrĂŒne) Ă€uĂerte sich erschĂŒttert: «Die erneut deutlich gestiegenen Zahlen zur hĂ€uslichen Gewalt zeigen das erschreckende AusmaĂ einer traurigen RealitĂ€t. Gewalt ist ein alltĂ€gliches PhĂ€nomen - das ist nicht hinnehmbar», sagte Paus. Gemeinsam mit Innenministerin Nancy Faeser (SPD) und der VizeprĂ€sidentin des Bundeskriminalamts, Martina Link, stellte sie am Freitag das sogenannte Bundeslagebild zur hĂ€uslichen Gewalt vor.Â
Den Betroffenen stellte Paus ein neues Gesetz in Aussicht. «Wir brauchen dringend ein flĂ€chendeckendes, niedrigschwelliges UnterstĂŒtzungsangebot bestehend aus sicheren Zufluchtsorten und kompetenter Beratung. DafĂŒr arbeiten wir an einem Gesetz zur Sicherung des Zugangs zu Schutz und Beratung bei geschlechtsspezifischer und hĂ€uslicher Gewalt», erklĂ€rte sie. Dieses sogenannte Gewalthilfegesetz werde «die Grundlage fĂŒr ein verlĂ€ssliches und bedarfsgerechtes Hilfesystem bei hĂ€uslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt schaffen.»Â













