West-Nil-Infektion, Deutschland

RKI: Vier West-Nil-Infektionen in Deutschland erfasst

18.09.2023 - 18:18:56 | dpa.de

Im vergangenen Jahr waren den RKI-Daten zufolge 17 hierzulande erworbene West-Nil-Infektionen bei Menschen nachgewiesen worden. Auch dieses Jahr gab es Erfassungen. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus.

Eine MĂŒcke saugt Blut aus dem Arm eines Mannes. - Foto: Patrick Pleul/zb/dpa

Auch in diesem Jahr sind von heimischen MĂŒcken ĂŒbertragene West-Nil-Infektionen in Deutschland erfasst worden. Bislang seien vier solche Ansteckungen mit dem Virus nachgewiesen, teilte das Robert Koch-Institut (RKI) mit.

Zwei der Betroffenen hĂ€tten sich wahrscheinlich in Sachsen-Anhalt infiziert, die beiden anderen in Berlin und ThĂŒringen. Dem RKI lĂ€gen keine Details zum Infektionsweg vor, sagte eine Sprecherin. Es sei aber davon auszugehen, dass die Menschen sich durch den Stich einer infizierten heimischen MĂŒcke angesteckt hĂ€tten.

Im vergangenen Jahr waren den RKI-Daten zufolge 17 hierzulande erworbene West-Nil-Infektionen bei Menschen nachgewiesen worden, im Jahr zuvor 4 FÀlle. Da eine Infektion in etwa 80 Prozent der FÀlle ohne Symptome verlÀuft, wird sie oft gar nicht erkannt - die Dunkelziffer nicht erfasster FÀlle ist entsprechend hoch. Bei knapp 20 Prozent gibt es dem RKI zufolge milde, unspezifische Symptome wie Fieber oder Hautausschlag. Auch diese bleiben hÀufig unbeachtet.

Tödliche VerlÀufe betreffen meist Àltere Menschen

Schwerere und tödliche VerlĂ€ufe betreffen meist Ă€ltere Menschen mit Vorerkrankungen. Nur etwa ein Prozent der Infektionen fĂŒhren zu solchen schweren neuroinvasiven Erkrankungen. Da Tests und damit gesicherte Nachweise meist nur bei solchen VerlĂ€ufen erfolgen, wenn ĂŒberhaupt, ist fĂŒr Deutschland schon von einer sehr hohen Zahl jĂ€hrlicher durch heimische MĂŒcken ĂŒbertragener Infektionen auszugehen.

2019 hatte das RKI erstmals Infektionen mit dem ursprĂŒnglich aus Afrika stammenden West-Nil-Virus bei erkrankten Menschen in Deutschland erfasst, die auf eine solche Übertragung durch heimische MĂŒcken zurĂŒckgingen. Weil der Erreger in StechmĂŒcken in Deutschland ĂŒberwintern kann, rechnen Experten mit zunehmenden Fallzahlen bis hin zu grĂ¶ĂŸeren saisonalen Erkrankungswellen. In sĂŒd- und sĂŒdosteuropĂ€ischen LĂ€ndern gibt es schon seit Jahren solche AusbrĂŒche.

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