Kinder, Nordrhein-Westfalen

Studie: Kinder kommen immer frĂŒher mit Pornos in Kontakt

Veröffentlicht am: 09.12.2025 um 11:00 Uhr | dpa.de

Immer mehr Kinder und Jugendliche sehen Pornos. Was das mit ihrer Sexualentwicklung macht und warum Jungen besonders betroffen sind.

  • Kinder konsumieren immer frĂŒher Pornos. (Symbolbild) - Bild: Annette Riedl/dpa
    Kinder konsumieren immer frĂŒher Pornos. (Symbolbild) - Bild: Annette Riedl/dpa
  • Kinder konsumieren immer frĂŒher Pornos. (Symbolbild) - Bild: Silas Stein/dpa/dpa-tmn
    Kinder konsumieren immer frĂŒher Pornos. (Symbolbild) - Bild: Silas Stein/dpa/dpa-tmn
Kinder konsumieren immer frĂŒher Pornos. (Symbolbild) - Bild: Annette Riedl/dpa Kinder konsumieren immer frĂŒher Pornos. (Symbolbild) - Bild: Silas Stein/dpa/dpa-tmn

Kinder und Jugendliche konsumieren im Netz zunehmend Pornografie. Das ist das Ergebnis einer reprĂ€sentativen Studie im Auftrag der Landesanstalt fĂŒr Medien NRW.

Demnach hat fast die HÀlfte der 11- bis 17-JÀhrigen bereits Pornos gesehen. 
Der Anteil der MinderjÀhrigen, die solche Inhalte konsumieren, stieg binnen zwei Jahren deutlich von 35 auf 47 Prozent. Mehr als die HÀlfte dieser Gruppe sehe den ersten Porno bereits vor dem 14. Geburtstag. 

Der Porno-Konsum habe Einfluss auf die eigene Sexualentwicklung: Nur ein Viertel der befragten Kinder und Jugendlichen halte Pornos fĂŒr unrealistisch. Zugleich gebe mehr als ein Drittel an, Inhalte aus Pornos selbst ausprobieren zu wollen. Jungen Ă€ußerten dies hĂ€ufiger als MĂ€dchen. 

Ein neues PhĂ€nomen: Fast jeder zehnte Jugendliche nutze inzwischen KI-gestĂŒtzte Chatbots, um sich ĂŒber SexualitĂ€t zu informieren. 

Sexting nimmt zu

Auch Sexting - das gegenseitige Versenden sexueller Inhalte - nehme zu. Zehn Prozent der Befragten hĂ€tten bereits selbst intime Inhalte verschickt. 2023 waren es nur sechs Prozent. Rund ein Drittel habe solche Nachrichten erhalten – in den meisten FĂ€llen ungefragt. MĂ€dchen seien davon hĂ€ufiger betroffen. Einige Jugendliche berichteten, beim Sexting zu Handlungen ĂŒberredet worden zu sein, die sie nicht wollten.

Ein Viertel der MinderjÀhrigen gab an, dass ihnen die pornografischen Inhalte unfreiwillig gezeigt oder zugeschickt wurden. Nur ein Drittel der Befragten bewertete die Pornos als unrealistisch. Bei den 11- bis 13-jÀhrigen Jungen waren es sogar nur 19 Prozent.

Die Ergebnisse legten nahe, dass der Pornografie-Konsum das Verhalten von Kindern und Jugendlichen beeinflusst: Fast die HÀlfte der Jungen gab an, dass sie beim Versenden erotischer Nachrichten Handlungen oder Begriffe verwendeten, die sie aus den Pornos kennen (46 Prozent). Bei MÀdchen sei dieser Zusammenhang deutlich schwÀcher ausgeprÀgt (17 Prozent).

Fast 3.000 Befragte

FĂŒr die reprĂ€sentative Studie wurden bundesweit fast 3.000 Kinder und Jugendliche zwischen 11 und 17 Jahren befragt. Die Landesanstalt fĂŒr Medien NRW versucht seit lĂ€ngerem vergeblich, die gesetzlich vorgeschriebenen Altersverifikationssysteme bei den Betreibern von Porno-Portalen durchzusetzen.

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