Mecklenburg-Vorpommern, Freizeit

Raus aus den Klamotten – FKK erlebt zögerliches Comeback

Veröffentlicht am: 06.06.2026 um 05:00 Uhr | dpa.de

Immer mehr Menschen entdecken die Freikörperkultur (FKK) in Deutschland neu. Auf CampingplĂ€tzen, SportplĂ€tzen oder Wanderwegen wĂ€chst das Interesse, auch bei JĂŒngeren.

Auf Nackt-Wanderwegen können die Menschen nackig oder mit Klamotten spazieren gehen. (Archivbild) - Bild: Philip Dulian/dpa
Auf Nackt-Wanderwegen können die Menschen nackig oder mit Klamotten spazieren gehen. (Archivbild) - Bild: Philip Dulian/dpa

Es gibt ĂŒberzeugte Naturisten. Und es gibt Menschen, die sich eher zufĂ€llig auf einen FKK-Campingplatz verirren. «Am ersten Abend sind sie vielleicht noch ein bisschen gehemmt, am zweiten sitzen sie dann plötzlich ohne Badebekleidung an der Badestelle und am dritten haben sie sich ĂŒberlegt, dass sie noch lĂ€nger bleiben wollen», sagt Fabian Heuel vom FKK-Campingplatz am RĂ€tzsee in Mecklenburg-Vorpommern.

Immer hĂ€ufiger kĂ€men auch junge Menschen vorbei, erzĂ€hlt Heuel, der den Platz zusammen mit Martin Löser betreibt. Insgesamt hĂ€tten sich bei ihnen die Übernachtungszahlen in den vergangenen zehn Jahren verdreifacht. Das hĂ€nge vermutlich auch mit dem allgemeinen Camping-Boom zusammen.

Am ersten Sonntag im Juni feiern AnhĂ€ngerinnen und AnhĂ€nger nach Angaben des Vereins Get Naked Deutschland traditionell den Welt-Naturisten-Tag. Auch auf dem Campingplatz am RĂ€tzsee sind am Wochenende (6./7. Juni) Aktionen geplant – im besten Fall nackt.

Eingestaubte Vereine

Die Freikörperkultur (FKK) zelebriert gemeinsame Nacktheit und Naturverbundenheit. Und sie erlebt in Deutschland allmĂ€hlich ein Comeback. Rund 35.000 Menschen sind aktuell Mitglied in einem FKK-Verein, sagt die VizeprĂ€sidentin des Deutschen Verbands fĂŒr Freikörperkultur (DFK), Manuela Fernandez. 2010 seien es knapp 40.000 Mitglieder gewesen, 2018 sei die Zahl auf gut 32.000 gesunken. Seitdem gehe es bergauf.

Viele der 120 Vereine seien aber ein wenig eingestaubt und hĂ€tten große Nachwuchsprobleme. Es komme vor, dass die HĂ€lfte der Mitglieder ĂŒber 60 Jahre alt sei. Dennoch seien in den vergangenen Jahren auch zunehmend jĂŒngere Menschen ab 30 Jahren dabei.

«Denen ist wirklich wurscht, wie sie aussehen»

«Wenn man einmal nackt am Strand war, dann ist das ein FreiheitsgefĂŒhl, das habe ich mir vorher gar nicht vorstellen können», erklĂ€rt Fernandez. Es sei eine sehr ungezwungene und respektvolle AtmosphĂ€re. «Denen ist wirklich wurscht, wie sie aussehen.»

Die meisten Naturisten sind laut Fernandez sportaffin, gerade seien Wanderungen hoch im Kurs. Beim Nackt-Wanderweg am RĂ€tzsee, der vergangenes Jahr als Erster in Mecklenburg-Vorpommern eröffnete, sei die Resonanz «ziemlich gut», wie Löser sagt. Zwar seien die meisten auch nackt unterwegs, natĂŒrlich dĂŒrfe man dort aber auch angezogen entlangspazieren.

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