Einheitsdenkmal, Millionen

Einheitsdenkmal gefÀhrdet: Weitere Millionen erforderlich

10.11.2023 - 16:10:18

In Berlin-Mitte soll ein Freiheits- und Einheitsdenkmal entstehen, aber das Projekt zieht sich. Doch nun fehlt Geld - 2,5 Millionen Euro, ohne die der Bau «grundsÀtzlich gefÀhrdet» sei.

Die Fertigstellung des Freiheits- und Einheitsdenkmals in Berlin ist aus Sicht des Generalunternehmers ohne zusĂ€tzliche Bundesmittel gefĂ€hrdet. Das Stuttgarter BĂŒro von Milla & Partner hat nach Angaben vom Freitag die fĂŒr Bundesbauten zustĂ€ndige Bundesanstalt fĂŒr Bauwesen und Raumordnung sowie das Haus von Kulturstaatsministerin Claudia Roth (GrĂŒne) um eine Anschlussfinanzierung in Höhe von 2,5 Millionen Euro gebeten. Ohne die Mittel, deren Notwendigkeit auch mit «massiver Baukostensteigerung plus Inflation» begrĂŒndet wird, sei der Bau «grundsĂ€tzlich gefĂ€hrdet». Zuvor hatte der «Spiegel» berichtet.

Das seit Jahren umstrittene Denkmal entsteht in unmittelbarer Nachbarschaft von Humboldt Forum und ehemaligem DDR-StaatsratsgebĂ€ude auf dem Sockel am Standort des frĂŒheren Nationaldenkmals fĂŒr Kaiser Wilhelm in Berlins Mitte. Das Konzept der 50 mal 18 Meter großen Konstruktion sieht eine riesige begehbare Schale vor. Bewegen sich ausreichend viele Menschen zu einer Seite, neigt sich die Waage entsprechend.

Der Bundestag hatte das Denkmal 2007 erstmals beschlossen. Der Bau verzögerte sich durch Wettbewerbe, Meinungsverschiedenheiten im Siegerteam und Bedenken von Denkmal- und TierschĂŒtzern.

UrsprĂŒnglich sollte das Denkmal zum 30. Jahrestag des Mauerfalls im November 2019 eingeweiht werden. Der Termin scheiterte an Finanzierungsfragen. 2018 genehmigte der Haushaltsausschuss des Bundestages die zunĂ€chst notwendigen 17 Millionen Euro fĂŒr das begehbare Werk, von Kritikern auch als «Einheitswippe» bezeichnet.

«Das Denkmal ist eine soziale Skulptur. Sie gewinnt Leben, wenn die Besucher sich zusammenfinden, verstĂ€ndigen und gemeinsam bewegen», so der Architekt und Kreativdirektor Sebastian Letz in der Mitteilung. Das Denkmal sei «ein Bild fĂŒr gelebte Demokratie».

Aus Sicht von GeschĂ€ftsfĂŒhrer Johannes Milla ist das Projekt «auf der Zielgeraden, der Sockel des Denkmals vor dem Humboldt Forum wartet nur noch auf die Installation der Schale». Er hoffe darauf, «dass 34 Jahre nach dem Mauerfall die Fertigstellung des Denkmals zur Einheit und Freiheit nicht an 2,5 Millionen Euro scheitern wird».

@ dpa.de