Tötete ein Soldat vier Menschen? Die Aufarbeitung lÀuft
02.03.2024 - 10:39:04Nach den tödlichen SchĂŒssen auf vier Menschen in zwei Gemeinden zwischen Hamburg und Bremen dauern die Ermittlungen zu dem Fall weiter an. Am Freitag hatte ein Richter gegen den Beschuldigten einen Haftbefehl erlassen, der 32 Jahre alte Bundeswehrsoldat wurde in ein GefĂ€ngnis gebracht. Ob er sich geĂ€uĂert hat, ist bislang nicht bekannt.Â
Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler soll der Soldat zunĂ€chst in Westervesede, einer Ortschaft der Gemeinde ScheeĂel, in einem Einfamilienhaus zwei Menschen umgebracht haben: einen 30 Jahre alten Mann und eine 55 Jahre alte Frau.
In Brockel, Teil der Samtgemeinde Bothel, soll der VerdĂ€chtige dann eine 33-jĂ€hrige Frau und ein drei Jahre altes Kind erschossen haben. Auch hier ist der Tatort ein Einfamilienhaus. Westervesede und Brockel liegen etwa sechs Kilometer Luftlinie voneinander entfernt. Die Staatsanwaltschaft Verden bestĂ€tigte den Ablauf.Â
Soldat stellte sich offenbar in Kaserne
Am Freitagmorgen soll sich der Deutsche an der Von-DĂŒring-Kaserne in der Stadt Rotenburg (WĂŒmme) gestellt haben. Rotenburg (WĂŒmme) liegt in der NĂ€he der mutmaĂlichen Tatorte. Der Soldat sei zu der Kaserne gefahren, aus einem Auto gestiegen und habe sich zu erkennen gegeben. Polizisten, die gerufen wurden, nahmen den Mann fest. Nach Angaben der Polizei soll der VerdĂ€chtige nicht Mitglied der Kaserne sein.Â
Ermittler untersuchten das Auto vor der Kaserne. In der FahrertĂŒr des Autos steckte ein Molotowcocktail, im Kofferraum neben einem Bundeswehr-Rucksack lag Munition.Â
Anwohner: Eltern aus dem Schlaf hochgeschreckt
Ein 22 Jahre alter Anwohner aus Westervesede sagte der Deutschen Presse-Agentur am Freitag, seine Eltern seien in der Nacht um etwa halb vier aus dem Schlaf hochgeschreckt, als sie SchĂŒsse hörten. «Man denkt, wenn man so was hört, dass das total weit weg ist», sagte der Mann. «Aber dann aus dem Fenster zu gucken, wenn das so zwei Meter von einem entfernt ist - das ist natĂŒrlich ein ganz anderes GefĂŒhl.»
Bewaffnung des Mannes und HintergrĂŒnde der Tat nicht geklĂ€rt
Es ist unklar, wie viele Tatwaffen der 32-JÀhrige nutzte. Auch ist der Ursprung der Waffe oder der Waffen nicht bekannt. Fragen dazu beantworteten die Staatsanwaltschaft Verden und die Bundeswehr am Freitag nicht. Der Bundeswehr soll nach dpa-Informationen in dem Zusammenhang keine Waffe fehlen. Dass der VerdÀchtige Soldat ist, bestÀtigte die Bundeswehr.
UngeklĂ€rt sind auch die BezĂŒge des Soldaten zu den Opfern. Die Staatsanwaltschaft Verden gab dazu keine Auskunft. Die HintergrĂŒnde der Tat bleiben unklar. «Eine Motivlage im familiĂ€ren Umfeld kann nicht ausgeschlossen werden», teilten die Ermittler lediglich mit.





