SchĂŒsse, Verletzte

SchĂŒsse, Verletzte und eine Fahndung am Landgericht

26.02.2025 - 20:34:18

In der NĂ€he des Landgerichts von Bielefeld fallen SchĂŒsse. Es gibt Verletzte, Festnahmen und eine bislang vergebliche Suche. Der Angriff scheint etwas mit dem Tod eines Profiboxers zu tun zu haben.

  • Auch schwer bewaffnete EinsatzkrĂ€fte waren an dem Großeinsatz beteiligt. - Foto: Friso Gentsch/dpa

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  • Vor Ort waren nach den SchĂŒssen zwei Personen festgenommen worden. - Foto: Christian Mathiesen/dpa

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  • Tatort ganz in der NĂ€he vom Landgericht: Die SchĂŒsse fielen kurz nachdem dort ein Prozesstag um den Tod eines ehemaligen Box-Profis zu Ende gegangen war. - Foto: David Inderlied/dpa

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Auch schwer bewaffnete EinsatzkrĂ€fte waren an dem Großeinsatz beteiligt. - Foto: Friso Gentsch/dpaVor Ort waren nach den SchĂŒssen zwei Personen festgenommen worden. - Foto: Christian Mathiesen/dpaTatort ganz in der NĂ€he vom Landgericht: Die SchĂŒsse fielen kurz nachdem dort ein Prozesstag um den Tod eines ehemaligen Box-Profis zu Ende gegangen war. - Foto: David Inderlied/dpa

Ein ehemaliger Profiboxer wird im MĂ€rz 2024 mitten in der Bielefelder FußgĂ€ngerzone erschossen, ein knappes Jahr spĂ€ter fallen wieder SchĂŒsse. Es gibt vier Verletzte, auch von einem lebensgefĂ€hrlich Verletzten ist die Rede. Wieder mitten in der Innenstadt, auf der Bundesstraße 66, wenige Schritte vom Landgericht entfernt. 

Und wieder scheint es einen Zusammenhang mit der Tötung des Ex-Boxers Besar Nimani zu geben: In dem GerichtsgebĂ€ude lĂ€uft - unter strengen Sicherheitsvorkehrungen - seit Ende Januar der Prozess gegen einen der MĂ€nner, die fĂŒr den Tod Nimanis verantwortlich sein sollen. Auch am Mittwoch wurde dort wieder verhandelt. 

Noch vor Ort werden zwei TatverdĂ€chtige festgenommen, deren Beteiligung aber noch nicht geklĂ€rt sei, wie die Polizei am Abend mitteilt. Nach einer dritten Person mit unklarer Tatbeteiligung werde jedoch weiter gefahndet: Polizisten mit Maschinenpistolen hatten am Nachmittag in TatortnĂ€he ein GebĂ€ude nach ihr durchsucht - vergeblich, wie es hieß. Man suche weiter. Ob es einen dritten TatverdĂ€chtigen gebe, sei Gegenstand der Ermittlungen, sagte eine Polizeisprecherin spĂ€ter am Abend. 

Die ersten Notrufe von Passanten gingen laut Polizei gegen 13.40 Uhr ein - sie hĂ€tten SchĂŒsse wahrgenommen, sagt eine Polizeisprecherin. Da war der Verhandlungstag gerade zu Ende gegangen. Es habe sich um einen gezielten Angriff auf Personen gehandelt, die Bezug zu dem Prozess hĂ€tten, hieß es aus Polizeikreisen. 

Blaulicht, Maschinenpistolen und eine vergebliche Suche

Die Polizei sperrt den Bereich schnell weitrÀumig ab, mehrere Rettungswagen stehen noch am Nachmittag an der Kreuzung vor dem GerichtsgebÀude. Ein Hubschrauber ist im Einsatz. «Meiden sie den Bereich», teilt die Polizei auf der Plattform X mit. 

An einem nahegelegenen Gymnasium bleiben SchĂŒler und LehrkrĂ€fte auf Empfehlung der Polizei zunĂ€chst in ihren KlassenrĂ€umen - sicherheitshalber, wie der stellvertretende Schulleiter betont. Gegen 15.15 Uhr habe die Polizei aber Entwarnung gegeben, die SchĂŒler konnten den Heimweg antreten. 

Stundenlang ist die mehrspurige Straße am Tatort gesperrt, die Straßenbahn kann nicht passieren. Nicht zugĂ€nglich sind auch einige Nebenstraßen in NĂ€he des Tatorts. 

In einem der GebÀude dort war zeitweise nach einer weiteren Person mit unklarer Tatbeteiligung gesucht worden, teilt die Polizei am Abend mit. Eine mögliche Tatwaffe sei gefunden worden. 

Was genau kurz nach dem Gerichtsprozess auf der Straße passiert ist und welche möglichen HintergrĂŒnde es gibt, dazu macht die Polizei auch am Abend keine weiteren Angaben. «Die Ermittlungen zur Erhellung des Sachverhalts laufen auf Hochtouren», heißt es weiter. AuskĂŒnfte zu Opfern und TĂ€tern seien derzeit nicht möglich. 

Um was geht es bei dem Prozess?

Einen möglichen Bezug zu dem Prozess um den Tod des Ex-Boxprofis Nimani hatte die Polizei aber frĂŒhzeitig selbst hergestellt. Der Strafprozess hatte Ende Januar begonnen. Laut Anklage der Staatsanwaltschaft Bielefeld sollen zwei MĂ€nner dem Opfer am 9. MĂ€rz 2024 aufgelauert und nach einem gemeinsamen Tatplan vor einem GeschĂ€ft in der Bielefelder FußgĂ€ngerzone 16 SchĂŒsse abgegeben haben. 

Der 38-JĂ€hrige hatte zuvor in der NĂ€he sein Auto geparkt und war zu Fuß in Richtung des spĂ€teren Tatorts gegangen. Er verblutete noch vor Ort. Das Motiv ist bis heute unklar. Der jetzt wegen heimtĂŒckischen Mordes angeklagte 34 Jahre alte Mann hat sich bislang nicht zu dem Tatvorwurf geĂ€ußert. Ein weiterer TatverdĂ€chtiger ist weiterhin auf der Flucht.

Die Verhandlungstage finden unter großen Sicherheitsauflagen statt. Beamte einer Einsatzhundertschaft der Polizei sichern jeweils das GebĂ€ude und den Verhandlungssaal. Alle Besucher, NebenklĂ€ger und Medienvertreter mussten sich vor Eintritt in den Gerichtssaal durchsuchen lassen.

@ dpa.de