Zahl der Adoptionen geht weiter zurĂŒck
14.08.2024 - 10:44:57 | dpa.de
Im vergangenen Jahr sind in Deutschland 3.601 Kinder adoptiert worden. Damit ging die Zahl im Vorjahresvergleich um sechs Prozent zurĂŒck, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. WĂ€hrend die Zahl der Adoptionen auf den bislang tiefsten Stand seit der deutschen Wiedervereinigung gesunken sei, habe der Anteil der Stiefkindadoptionen einen neuen Höchststand erreicht, hieĂ es. So wurden fast drei Viertel aller adoptierten Kinder (73 Prozent) von StiefmĂŒttern oder StiefvĂ€tern adoptiert.
Adoptivkinder im Schnitt 5,5Â Jahre alt
Im Schnitt waren die Kinder zum Zeitpunkt der Adoptionen fĂŒnfeinhalb Jahre alt. Laut den Angaben wuchsen knapp drei Viertel bereits vor der Adoption bei einem leiblichen Elternteil mit Stiefelternteil auf, neun Prozent wurden aus dem Krankenhaus und weitere acht Prozent aus einer Pflegefamilie heraus adoptiert.Â
Der Statistik zufolge schloss die Adoption in nur drei Prozent der FĂ€lle an eine anonyme Geburt oder die Abgabe ĂŒber eine Babyklappe und in zwei Prozent an einen Heimaufenthalt an. Zudem besaĂen demnach insgesamt acht Prozent der Kinder vor der Adoption keinen deutschen Pass.
StiefvĂ€ter adoptieren eher Teenager, StiefmĂŒtter eher Kleinkinder
Wie die Daten zeigten, adoptierten StiefvĂ€ter am hĂ€ufigsten Teenager, wĂ€hrend StiefmĂŒtter vor allem Kleinkinder annahmen. Bei den Adoptionen durch StiefmĂŒtter handelte es sich in 78 Prozent der FĂ€lle um Frauen in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften, die keine Angaben zum Kindsvater gemacht haben. An den Adoptionen insgesamt machten diese FĂ€lle sogar einen Anteil von 31 Prozent aus.Â
Die Statistiker verweisen auf die aktuelle Gesetzeslage, wonach die Partnerin, die das Kind nicht geboren hat, die Rechtsstellung eines leiblichen Elternteils nur ĂŒber eine Stiefkindadoption erlangen kann.Â
Etwa jedes vierte Adoptivkind (24 Prozent) wurde 2023 gemeinsam von einem Paar angenommen.
RĂŒckgang der klassischen Fremdadoption
Trotz der Entwicklungen rund um die Stiefkindadoptionen liege die Gesamtzahl der Adoptionen seit 15 Jahren relativ stabil auf niedrigem Niveau, erklĂ€rten die Statistiker. «Ein Grund dafĂŒr ist der RĂŒckgang der "klassischen" Fremdadoptionen, also der Adoptionen durch Personen, die weder Stiefeltern noch Verwandte des Kindes sind», hieĂ es. GrĂŒnde dafĂŒr sehen Experten unter anderem in den Fortschritten in der Reproduktionsmedizin.
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