VerdÀchtiger, Polizei

VerdÀchtiger weist Polizei auf drei Leichen in Zwiesel hin

22.07.2025 - 15:05:17

In einem heruntergekommenen Haus findet die Polizei drei Tote. Der mutmaßliche TĂ€ter hatte den Beamten selbst den Tipp gegeben - er wohnt ebenfalls in dem Haus. DarĂŒber hinaus ist vieles noch unklar.

  • Das optisch heruntergekommene Haus ist in der Nachbarschaft als «Problemhaus» bekannt.  - Foto: Christine Vincon/dpa

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  • Die Polizei nahm einen 37 Jahre alten VerdĂ€chtigen fest. (Symbolbild) - Foto: Peter Kneffel/dpa

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  • Zwiesel ist eine Kleinstadt mit rund 9.000 Einwohnern unweit der Grenze zu Tschechien. (Archivbild) - Foto: picture alliance / dpa

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Das optisch heruntergekommene Haus ist in der Nachbarschaft als «Problemhaus» bekannt.  - Foto: Christine Vincon/dpaDie Polizei nahm einen 37 Jahre alten VerdÀchtigen fest. (Symbolbild) - Foto: Peter Kneffel/dpaZwiesel ist eine Kleinstadt mit rund 9.000 Einwohnern unweit der Grenze zu Tschechien. (Archivbild) - Foto: picture alliance / dpa

Von der Fassade blĂ€ttert der Putz, im Garten und auf dem Vorplatz sammeln sich ausrangierte ElektrogerĂ€te, Möbel und Kartons. In einem heruntergekommenen Mehrfamilienhaus in der niederbayerischen Kleinstadt Zwiesel haben Ermittler drei Leichen entdeckt - der Hinweis kam vom mutmaßlichen TĂ€ter selbst. Der 37-JĂ€hrige hatte gegenĂŒber der Polizei im österreichischen Linz angegeben, drei Menschen getötet zu haben.

Und tatsĂ€chlich fanden die Polizisten an seiner Wohnadresse im Landkreis Regen eine 22-JĂ€hrige und einen 56-JĂ€hrigen tot auf. Die Leiche eines dritten erwachsenen Menschen wurde zunĂ€chst nicht identifiziert, wie eine Polizeisprecherin sagte. Medienberichte, wonach eine Frauenleiche zerstĂŒckelt in einem KĂŒhlschrank gelegen habe, wollte die Sprecherin nicht kommentieren. Die Ermittler gehen aber von einem Tötungsdelikt aus.

Mindestens zwei Opfer lebten mit mutmaßlichem TĂ€ter im Haus

Sowohl die beiden bislang identifizierten Opfer als auch der VerdĂ€chtige selbst lebten in dem Mehrfamilienhaus. Ob in derselben Wohnung, blieb zunĂ€chst offen. Ebenso unklar blieb zunĂ€chst auch die Beziehung der Beteiligten zueinander sowie das Motiv des mutmaßlichen TĂ€ters. Keine Angaben gab es vorerst auch zu den TodesumstĂ€nden, dem Ort sowie dem Zeitpunkt der Tat oder dem konkreten Fundort in dem Haus. «Es ist wirklich noch sehr wenig, was man gesichert sagen kann», betonte die Polizeisprecherin. 

Die Leichen der beiden Deutschen und des dritten Menschen waren am Montagnachmittag entdeckt worden, nachdem der 37-jĂ€hrige Slowake das Geschehen gegenĂŒber Polizisten im 140 Kilometer entfernten Linz gestanden hatte. Der Landespolizeidirektion Oberösterreich zufolge hatten Passanten den Mann gefunden, betrunken und verwirrt. Die Passanten riefen die Polizei, die den 37-JĂ€hrigen nach seinen Angaben zur Tat vorlĂ€ufig festnahm. Er wurde zwischenzeitlich in die psychiatrische Abteilung eines Krankenhauses gebracht. Derzeit wird seine Auslieferung nach Deutschland veranlasst. 

Auslieferungsverfahren dauert in der Regel zwei bis vier Wochen

Im Allgemeinen werde in solchen FĂ€llen auf Basis eines europĂ€ischen Haftbefehls ein Ersuchen an Österreich gestellt, wo in einem förmlichen Verfahren die Auslieferung bewilligt und der mutmaßliche TĂ€ter im Anschluss nach Deutschland ĂŒberstellt werde, erlĂ€uterte Horst MĂŒller von der Staatsanwaltschaft Deggendorf. «Wie lange das im Einzelfall dauert, ist tatsĂ€chlich unterschiedlich, in der Regel sind das zwei bis vier Wochen.» Zum Stand des konkreten Verfahrens sagte MĂŒller zunĂ€chst nichts.

Das Haus, in dem die Leichen gefunden worden waren, war am Dienstag mit Absperrband abgeriegelt, die Spurensicherung war vor Ort. Das GebÀude in einer ansonsten ganz normalen Siedlung mit vielen Zwei- und Drei-Parteien-HÀusern ist laut «Passauer Neue Presse» in der Kleinstadt als «Problemhaus» bekannt, in dem es hÀufig zu alkoholbedingten Streitigkeiten und Handgreiflichkeiten sowie zu Ruhestörungen gekommen sei.

BĂŒrgermeister Karl-Heinz Eppinger bestĂ€tigte dies. «Das Haus ist uns schon als Haus bekannt, wo immer mal ein Polizeieinsatz stattfindet oder ein Feuerwehreinsatz, weil Brandmeldeanlagen losgehen - aber nicht in dem Sinne, dass so was vorhersehbar oder zu vermuten gewesen wĂ€re.» Eppinger zeigte sich erschĂŒttert ĂŒber den Vorfall in seiner Kommune. «Das sieht man sonst nur im Krimi.» Immerhin sei es beruhigend, dass der mutmaßliche TĂ€ter der Polizei schon bekannt sei und keine Gefahr fĂŒr die Bevölkerung bestanden habe.

@ dpa.de