NIEDERBAYERN, Bayern

Verletzte bei Ammoniak-Austritt - Warnung fĂŒr Grenzgebiet

27.06.2023 - 16:40:06

In einer Firma in Niederbayern ist giftiges Ammoniak ausgetreten. Mehrere Menschen wurden verletzt. ZunĂ€chst mussten zahlreiche Anwohner die Fenster geschlossen halten. FĂŒr die meisten gab es nun Entwarnung.

Entwarnung fĂŒr den Großteil der Anwohner: Nach einem Ammoniak-Austritt in einem Betrieb in Niederbayern mit mehreren Verletzten ist der Warnhinweis außerhalb des betroffenen Ortsteils von Ortenburg (Landkreis Passau) aufgehoben worden. «Die Anwohner in und um Sammarei werden weiterhin gebeten, TĂŒren und Fenster geschlossen zu halten», teilte die Polizei am Dienstagabend mit. Messungen der Feuerwehr hĂ€tten jedoch ergeben, dass der zuvor bis ins gut 20 Kilometer entfernte Pocking an der Grenze zu Österreich reichende Gefahrenbereich deutlich eingeschrĂ€nkt werden könne.

Es werde nun versucht, auch das restliche Gas noch zu binden, sagte der Einsatzleiter der Polizei. Wie lange es aber bis zu einer vollstĂ€ndigen Entwarnung dauere, sei noch nicht abzuschĂ€tzen. «Rund 190 EinsatzkrĂ€fte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei sind vor Ort.» Nach letztem Stand seien acht Verletzte in KrankenhĂ€user gebracht worden. Zuvor war von mindestens neun Verletzten die Rede gewesen. Die Ursache fĂŒr die Differenz war zunĂ€chst nicht zu klĂ€ren. Vielleicht hĂ€tten nicht alle Verletzten in die Klinik gemusst, mutmaßte der Einsatzleiter.

Die Helfer waren zunĂ€chst davon ausgegangen, dass rund 800 Kilogramm Ammoniak ausgetreten sind. Sie brachten zunĂ€chst alle Betroffenen in Sicherheit; von der Evakuierung waren nach ersten Informationen der Polizei rund 50 Menschen betroffen. Die BeschĂ€ftigten sollten nach der Evakuierung medizinisch ĂŒberprĂŒft werden.

Behörde rÀt zur Vorsicht

Das Landratsamt Passau hat ein BĂŒrgertelefon eingerichtet, an das sich Betroffene mit Fragen wenden können. Die Behörde wies zudem darauf hin, in den umliegenden Ortschaften und in sĂŒdöstlicher Windrichtung des Ortsteils Sammarei LĂŒftungsanlagen abzuschalten und sich möglichst nicht im Freien aufzuhalten.

Ammoniak ist nach Angaben des Umweltbundesamts eine gasförmige Stickstoff-Verbindung. Es breitet sich in der Luft aus, reagiert mit anderen Luftschadstoffen und bildet Feinstaub. Ammoniak selbst und die in der Luft gebildeten Feinstaubpartikel gefĂ€hrden demnach die menschliche Gesundheit und schĂ€digen Pflanzen und Ökosysteme.

@ dpa.de