Kanada, Kriminalität

«Fast surreal»: Viele Tote nach Schüssen an Schule in Kanada

11.02.2026 - 12:23:26

In einer Schule in Tumbler Ridge in der Provinz British Columbia sterben mehrere Menschen durch Schüsse. Zehn Leichen werden gefunden, darunter laut Polizei eine Frau, die als Tatverdächtige gilt.

  • Über das Motiv wird noch gerätselt. - Foto: Jordon Kosik/Jordon Kosik via AP/dpa

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  • Der Ort hat rund 2.700 Einwohner - Foto: Jordon Kosik/Jordon Kosik via AP/dpa

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  • Eine Person hat an einer kanadischen Schule mehrere Menschen erschossen. (Symbolbild) - Foto: Carlos Osorio/The Toronto Star via ZUMA Wire/dpa

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  • In Kanada sind mehrere Menschen durch Schüsse an einer Schule gestorben - Foto: picture alliance / dpa

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Über das Motiv wird noch gerätselt. - Foto: Jordon Kosik/Jordon Kosik via AP/dpaDer Ort hat rund 2.700 Einwohner - Foto: Jordon Kosik/Jordon Kosik via AP/dpaEine Person hat an einer kanadischen Schule mehrere Menschen erschossen. (Symbolbild) - Foto: Carlos Osorio/The Toronto Star via ZUMA Wire/dpaIn Kanada sind mehrere Menschen durch Schüsse an einer Schule gestorben - Foto: picture alliance / dpa

Bei einer der schlimmsten Bluttaten mit Schusswaffen in der Geschichte Kanadas sind zehn Menschen ums Leben gekommen. Unter den Toten sei auch eine Frau, die nach ersten Erkenntnissen als Tatverdächtige gelte, teilte die Polizei am Dienstag (Ortszeit) in der westlichen Provinz British Columbia mit. Ihre Leiche wurde demnach in einer Schule in der Ortschaft Tumbler Ridge gefunden, wo zuvor durch Schüsse sieben Menschen zu Tode kamen und etwa zwei Dutzend weitere verletzt wurden. An einem anderen Ort, der wahrscheinlich mit der Tat in Verbindung stehe, seien zwei weitere Tote gefunden worden. 

Über das Motiv herrscht noch Rätselraten. Auch, ob es sich bei den Toten um Kinder oder Lehrkräfte handelt, wurde nicht mitgeteilt. Erst müssten die Opfer identifiziert und die Familien benachrichtigt werden, hieß es. Die mutmaßliche Täterin sei durch eine «selbst zugefügte Verletzung» gestorben. Sie sei inzwischen identifiziert, hieß es in örtlichen Medien.

Bürgermeister: «Wir werden es schaffen, das durchzustehen»

In dem 2.700 Einwohnerinnen und Einwohner zählenden Ort kenne sich fast jeder, sagte Bürgermeister Darryl Krakowka. «Ich bin seit 19 Jahren hier, wir sind eine kleine Gemeinde. Ich bezeichne sie nicht als Einwohner, ich bezeichne sie als Familie.» Tumbler Ridge liegt Luftlinie rund 700 Kilometer nordöstlich von Vancouver. 

Die höchste Priorität habe für ihn nun, zu verstehen, welche Unterstützung die Menschen in seiner Gemeinde jetzt am dringendsten brauchten und wie er diese bereitstellen könne, sagte Krakowka. Unter anderem würden Ärzte, Krankenpfleger und therapeutische Fachkräfte zur Unterstützung aus anderen Gegenden Kanadas anreisen. «Wir werden es schaffen, das durchzustehen.»

Schüler zur Situation: «Fast surreal»

Die Polizei wurde nach eigenen Angaben um 13.20 Uhr Ortszeit (21.20 Uhr MEZ) über Schüsse an einer Schule in Tumbler Ridge informiert und war wenige Minuten später vor Ort. Ungefähr um diese Uhrzeit sei in der Schule ein Alarmsignal ertönt mit dem Aufruf, sich in den Klassenzimmern in Sicherheit zu bringen, berichtete ein Schüler dem Sender CBC: «Wir haben Tische genommen und die Türen verbarrikadiert.» Das Ganze habe «fast surreal» gewirkt. «Es fühlte sich an, als wäre ich an einem Ort, den ich bislang nur aus dem Fernsehen kannte.» 

Blutigster Vorfall an einer Schule in Kanada seit 1989

Auch Provinz-Premier David Eby drückte es ähnlich aus: «Es ist etwas, das gefühlt nur anderswo passiert.» Möglich, dass er dabei an die benachbarten USA gedacht hat, wo es des Öfteren zu ähnlichen Gewalttaten an Schulen kommt. Dass es in Kanada vergleichsweise weniger Waffengewalt gibt, führen Experten darauf zurück, dass die Waffengesetze dort weitaus strenger sind als im Nachbarland. 

Für Kanada war es laut Medien am Dienstag der tödlichste Vorfall dieser Art an einer Ausbildungsstätte seit fast 40 Jahren. «Das wird noch jahrelang nachwirken», zeigte sich Eby überzeugt. So wie die Geschehnisse von 1989, als ein 25-Jähriger an einer Fachhochschule in Montreal 14 Studentinnen erschoss, bevor er sich selbst das Leben nahm. Die bislang schlimmste Bluttat seiner Kriminalgeschichte erlebte das nordamerikanische Land 2020: Ein 51-jähriger Zahnarzt lief in der Provinz Nova Scotia 13 Stunden lang Amok. Der Mann in Polizeiuniform tötete 22 Menschen und legt Brände, ehe er erschossen wurde. 

Polizei fahndete nach «Frau im Kleid»

Die Polizei hatte am Dienstag (Ortszeit) Menschen in der Gegend mehrere Stunden lang dazu aufgerufen, ihre Türen zu verriegeln und ihre Häuser oder Geschäfte bis auf weiteres nicht zu verlassen. Am Nachmittag war dem Warnhinweis zufolge nach einer «braunhaarigen Frau in einem Kleid» gefahndet worden. Aus Datenschutzgründen und zum Schutz der Ermittlungen würden zunächst aber keine genaueren Details bekanntgeben, hieß es.

Kanadas Premier und Kanzler Merz bestürzt

Der kanadische Premierminister reagierte mit Bestürzung. Er sei «zutiefst erschüttert», schrieb Mark Carney auf der Plattform X. «Meine Gebete und mein tiefstes Beileid gelten den Familien und Freunden, die durch diese schrecklichen Gewalttaten Angehörige verloren haben.» Seine Reise zu der Sicherheitskonferenz in München sagte er laut Medienberichten ab. Auch König Charles III., offiziell Staatsoberhaupt von Kanada, kondolierte. Er und seine Ehefrau Camilla seien «zutiefst geschockt und traurig», hieß es in einer Mitteilung auf Instagram. 

Aus Deutschland kondolierte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU): «Die vielen Toten nach Schüssen an einer Schule bestürzen uns tief. Unsere Gedanken sind bei den Menschen in Tumbler Ridge, die um Freunde und Familie trauern. Den Verletzten wünsche ich rasche Genesung», schrieb er auf X. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärte: «Unsere Gedanken sind bei den Familien der Opfer, den Verletzten und der gesamten Schulgemeinschaft.»

@ dpa.de

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