HĂ€user, Japan

Alte japanische HĂ€user immer beliebter

19.11.2023 - 08:57:34

In Japan stehen Millionen alter LandhÀuser aus Holz leer. Vor allem auf Grund der rasant alternden Bevölkerung. Doch die Nachfrage an diesen «Akiya» steigt nun wieder.

In Japan wÀchst die Nachfrage nach alten, verlassenen HÀusern. Gerade unter AuslÀndern steigt das Interesse am Kauf solcher «Akiya» (zu Deutsch: leerstehende HÀuser), von denen es in Japan mit seiner rasant alternden Bevölkerung inzwischen Millionen gibt. Beliebt darunter sind besonders «Kominka», alte LandhÀuser aus Holz.

Doch Kaufen ist nicht die einzige Möglichkeit, an solche HĂ€user zu kommen: Bisweilen gibt es auch die Möglichkeit, sie billig zu mieten, wie die «Japan Times» am Wochenende berichtete. Potenzielle Mieter solcher oft seit Jahren leerstehenden HĂ€user sollten vor dem Einzug jedoch acht geben: Anders als bei anderen Mietobjekten kommen auf Akiya-Mieter oftmals hohe Reparatur- und Wartungskosten zu, hieß es.

Unter Japanern sind FertighÀuser beliebter

«Ko» bedeutet «alt», «Minka» «Landhaus». Den Generationen, die wÀhrend Japans rasantem Wirtschaftswachstum nach 1945 aufwuchsen, erschienen die teils jahrhundertealten, mit Japans wunderbarer traditioneller Baukunst errichteten HolzhÀuser als unbequem und unzivilisiert. Stattdessen stellten sich die Inselbewohner FertighÀuser hin, die schon nach wenigen Jahrzehnten heruntergekommen aussehen und oft die Landschaft verschandeln. «Leider hat Japan keinen Denkmalschutz», erklÀrte dazu der deutsche Architekt Karl Bengs der dpa. Er hat sich in seiner Wahlheimat Japan dem «Recyceln» von «Kominka» verschrieben.

«Jeden Tag, an dem niemand in einem Haus wohnt, verfĂ€llt es, und plötzlich haben sie ein Haus, in dem seit mehr als zehn Jahren niemand mehr wohnt, und es ist einfach nicht mehr benutzbar», erklĂ€rte Parker J. Allen der Zeitung. Er ist GrĂŒnder einer Firma, die sich mit Akiya beschĂ€ftigt. FĂŒr Besitzer solch leerstehender HĂ€user sei dies die grĂ¶ĂŸte Motivation, ihre Objekte zu vermieten, so Allen. Interessenten rĂ€t er jedoch angesichts oft fĂ€lliger Reparaturkosten, statt mĂŒndlicher Vereinbarungen einen genauen Vertrag abzuschließen.

@ dpa.de