Japan, Tier

Rekordzahl an TodesfÀllen - Japan blÀst zur BÀrenjagd

15.11.2025 - 02:57:05

In Japan werden immer mehr Menschen von BĂ€ren angegriffen. Die Zahl der TodesfĂ€lle steigt. Jetzt greift der Staat zu drastischen Maßnahmen.

Japan ruft angesichts einer Rekordzahl an tödlichen BĂ€renangriffen zu den Waffen. Aufgrund akuten Mangels an erfahrenen JĂ€gern beschloss die Zentralregierung, pensionierte Polizeibeamte und ehemalige Berufssoldaten zum Erwerb eines Jagdscheins zu ermutigen, wie die Zeitung «Asahi Shimbun» berichtete. Zuvor wurden zudem die strikten Waffengesetze gelockert. Polizisten dĂŒrfen nun fortan mit Gewehren auf BĂ€ren schießen. Laut dem Umweltministerium wurden seit April landesweit 13 Menschen durch BĂ€ren getötet - ein Rekordwert. Dutzende weitere Menschen erlitten Verletzungen.

Seit Jahren kommt es vermehrt zu gefĂ€hrlichen Begegnungen zwischen BĂ€ren und Menschen. Als GrĂŒnde werden die zunehmende Aufgabe von AgrarflĂ€chen und die Entvölkerung lĂ€ndlicher Gebiete im Zuge der Überalterung und des allgemeinen BevölkerungsrĂŒckgangs genannt. Ein weiterer Grund, warum sich hungrige BĂ€ren inzwischen immer hĂ€ufiger auch in Wohngebiete vorwagen, ist Experten zufolge jedoch, dass sie nicht genug Nahrung in den BergwĂ€ldern finden. So mangele es wohl auch infolge des Klimawandels an Bucheckern. 

Zunehmend ZwischenfÀlle vor allem im Norden

Die meisten BĂ€renangriffe werden aus den nördlichen PrĂ€fekturen Iwate und Akita gemeldet. Die Lage ist inzwischen so ernst, dass der Gouverneur von Akita, Kenta Suzuki, kĂŒrzlich das Verteidigungsministerium in Tokio aufsuchte und den Einsatz von Soldaten forderte. Das MilitĂ€r hilft den Behörden vor Ort nun bei der Aufstellung von Lebendfallen und beim Abtransport sowie der Entsorgung getöteter BĂ€ren. Die Soldaten schießen selbst jedoch keine BĂ€ren.

«Das Leben und die Existenzgrundlage der Menschen sind bedroht», sagte Verteidigungsminister Shinjiro Koizumi. Die Regierung will jetzt Mittel fĂŒr JĂ€ger bereitstellen. Japans JĂ€ger werden immer Ă€lter. Ihre Zahl nimmt zudem ab.

Auf der japanischen Hauptinsel Honshu leben in den bewaldeten Bergen viele asiatische SchwarzbÀren, die sogenannten KragenbÀren. Die Behörden gehen allein in der PrÀfektur Akita von mehreren Tausend der Raubtiere aus. Auf der nördlichsten Hauptinsel Hokkaido gibt es zudem Tausende BraunbÀren.

@ dpa.de