Neubrandenburg, Jugendgewalt

Neubrandenburg: Polizei meldet stundenlange QuÀlerei eines 14-JÀhrigen durch MinderjÀhrige

Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 13:10 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

In Neubrandenburg sollen Kinder und Jugendliche einen 14-JÀhrigen stundenlang gequÀlt haben. Die Polizei wurde nach eigenen Angaben durch Videos auf Social Media auf den Fall aufmerksam.

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. (Symbolbild) - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa
Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. (Symbolbild) - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa

In Neubrandenburg sollen zehn Kinder und Jugendliche einen 14 Jahre alten Jungen ĂŒber Stunden gequĂ€lt haben.

Videos fĂŒhrten die Polizei zu dem Fall

Nach Polizeiangaben zeigten Videos auf Social Media die mutmaßliche Tat am Mittwoch. Die Beamten wurden demnach durch die Aufnahmen auf den Vorfall aufmerksam und konnten die beteiligten Jungen und MĂ€dchen ermitteln.

Den Angaben zufolge sind die TatverdĂ€chtigen 9 bis 15 Jahre alt. Das Opfer soll mit SchlĂ€gen, Tritten und GegenstĂ€nden leicht verletzt worden sein; teilweise seien ihm auch Verbrennungen zugefĂŒgt worden.

Ermittlungen gegen die beteiligten Kinder und Jugendlichen

Die Polizei leitete Anzeigen wegen gefĂ€hrlicher Körperverletzung, Nötigung, Beleidigung und Verletzung des persönlichen Lebensbereichs ein. Kinder unter 14 Jahren sind nicht strafmĂŒndig.

Bereits zwei Wochen zuvor hatte es in Neubrandenburg einen Àhnlichen Fall gegeben. Nach Angaben der Polizei besteht zwischen beiden Taten kein Zusammenhang, beide Gruppen seien der Polizei aber bereits bekannt gewesen.

Einordnung: Jugendgewalt, StrafmĂŒndigkeit und digitale Verbreitung

Der Fall rĂŒckt erneut die Frage in den Vordergrund, wie frĂŒh Gewalt unter Kindern und Jugendlichen in Gruppen eskalieren kann und welche Rolle soziale Netzwerke dabei spielen. Nach der dpa-Meldung wurde die Polizei erst durch Videos auf Social Media auf den Vorfall aufmerksam; damit wird aus einer lokalen Tat zugleich ein öffentlich dokumentiertes Geschehen, das sich schnell verbreiten lĂ€sst.

Besonders relevant ist die Altersstruktur der Beteiligten. Bei den 9- bis 15-JĂ€hrigen liegen die tatverdĂ€chtigen Kinder und Jugendlichen teils unter der StrafmĂŒndigkeitsgrenze von 14 Jahren. Das verschiebt die Reaktion des Staates weg von Strafverfahren und hin zu Jugendhilfe, Schule, Elternarbeit und Gefahrenabwehr. FĂŒr das Opfer bedeutet das zugleich, dass die Aufarbeitung meist nicht mit einer klassischen strafrechtlichen Ahndung endet.

Der zweite Ă€hnliche Fall binnen zwei Wochen erhöht den Druck auf Polizei, Schulen und Kommunen, prĂ€ventive Strukturen zu stĂ€rken. Wenn Gruppen gewalttĂ€tig handeln und Taten zusĂ€tzlich gefilmt werden, entsteht neben der unmittelbaren körperlichen Verletzung ein erheblicher sozialer Schaden durch DemĂŒtigung, EinschĂŒchterung und Reichweite im Netz. FĂŒr Leser in der Region ist das vor allem deshalb bedeutsam, weil die Meldung auf eine wiederkehrende Dynamik hinweist, nicht auf einen isolierten Ausreißer.

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