Mexiko, Kolumbien

Interpol: Festnahmen in Lateinamerika bei Umwelt-Razzien

25.10.2025 - 00:03:07

In neun lateinamerikanischen LÀndern geht die Polizei gegen Umweltverbrecher vor. Mehr als 200 VerdÀchtige werden verhaftet, viele Wildtiere beschlagnahmt. Die Schmuggelrouten reichen bis nach Europa.

Junge Wasserschweine, exotische Vögel, illegal geschlagenes Holz: Bei einem großen Interpol-Einsatz mit deutscher Finanzierung gegen die UmweltkriminalitĂ€t sind in Lateinamerika 225 VerdĂ€chtige festgenommen und zahlreiche illegal gehandelte Wildtiere, Mineralien und Holzarten beschlagnahmt worden. Die Schmuggelrouten reichen nach Angaben der internationalen Polizeibehörde bis nach Europa und Asien.

Die Operation «Madre Tierra VII» (Mutter Erde VII) wurde zwischen Mai und Juni in Mexiko, Kolumbien, der Dominikanischen Republik sowie in sechs mittelamerikanischen Staaten durchgefĂŒhrt. Dabei arbeiteten Polizeibeamte der neun LĂ€nder bei der Identifizierung von FĂ€llen zusammen und tauschten Informationen aus. 

Kinderarbeit und Umweltverschmutzung in illegalen Goldminen

Bei der Aktion im Rahmen des Projekts GAIA, das vom Bundesumweltministerium finanziert wird, wurden demnach mehr als 400 Straftaten ermittelt. Die Behörden entdeckten den Angaben zufolge Abholzungsgebiete mit einer FlĂ€che von mehr als 50.000 Hektar. Dahinter sollen kriminelle Netzwerke stecken, die ĂŒber Kontinente hinweg operieren.

Auch Reptilien, Schildkröten, Affen, Tiger sowie Haifisch- und Rochenflossen wurden beschlagnahmt. Einen der bedeutendsten FĂ€lle deckten die Ermittler in Panama auf. Dort entdeckten sie illegalen Goldabbau in großem Umfang, bei dem Kinderarbeit, Menschenhandel und Umweltverschmutzung durch Quecksilber eine Rolle spielten. Zudem wurden Waffen und Boote sichergestellt.

@ dpa.de