SĂ€uglingsleiche, Haus

SĂ€uglingsleiche in Haus entdeckt - 34-JĂ€hrige festgenommen

28.02.2025 - 16:29:58

In Osthessen wird die Leiche eines toten Babys entdeckt. Ist es das Opfer eines Verbrechens? Die Ermittler verdÀchtigen eine Frau, das Kind getötet zu haben.

In einem Wohnhaus im osthessischen Heringen ist eine Babyleiche entdeckt worden. Eine 34 Jahre alte Frau wurde unter dem Verdacht festgenommen, den SĂ€ugling getötet zu haben, wie das PolizeiprĂ€sidium Osthessen und die Staatsanwaltschaft Fulda mitteilten. Zuvor hatte die «Hersfelder Zeitung» ĂŒber den Fall berichtet.

Beziehung zu totem SĂ€ugling unklar

Die 34-JĂ€hrige wurde am Nachmittag wegen des dringenden Verdachts des Totschlags dem zustĂ€ndigen Haftrichter beim Amtsgericht Bad Hersfeld vorgefĂŒhrt. Dieser habe einen Untersuchungshaftbefehl erlassen, wie die Staatsanwaltschaft am Abend erklĂ€rte. Die Frau sei in eine hessische Justizvollzugsanstalt gebracht worden.

Zwischenzeitlich festgenommen worden war außerdem ein 40 Jahre alter Mann. Beide stehen den Angaben zufolge in einem persönlichen VerhĂ€ltnis zueinander. Unklar blieb zunĂ€chst, in welcher Beziehung die beiden zu dem toten Kind stehen. An der Festnahme der beiden am Donnerstagabend waren SpezialeinsatzkrĂ€fte beteiligt.

Festgenommener 40-JĂ€hriger wieder auf freiem Fuß

Der 40-jĂ€hrige Mann wurde den Angaben zufolge nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen am Mittag wieder entlassen, da es keinen dringenden Tatverdacht gegen ihn gebe.

Die Ermittlungen waren den Angaben zufolge bereits am vergangenen Samstag in Gang gekommen, nachdem die Polizei durch einen Hinweis ĂŒber den Fund des toten SĂ€uglings informiert worden war. Es folgten umfangreiche Ermittlungen und eine gerichtsmedizinische Untersuchung, die schließlich zu dem Verdacht fĂŒhrten, dass das Kind Opfer eines Verbrechens wurde, wie Staatsanwaltschaft und Polizei mitteilten.

Erneute Durchsuchung

Die Ermittlungen zu den UmstĂ€nden und HintergrĂŒnden der Tat dauern an. Am Freitag wurde das Haus auf richterliche Anweisung von Ermittlern der Kriminalpolizei erneut nach möglichen Beweisen durchsucht. Wegen der laufenden Ermittlungen wollten Polizei und Staatsanwaltschaft zunĂ€chst keine weiteren Einzelheiten zu dem Fall mitteilen. 

Warum SpezialkrÀfte der Polizei an der Festnahme beteiligt waren, wollte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Fulda nicht sagen, wie das Nachrichtenportal «Osthessen News» berichtet. Auch zum genauen Fundort machte die StaatsanwÀltin keine Angaben.

BĂŒrgermeister schockiert

Der BĂŒrgermeister von Heringen, Daniel Iliev (SPD), zeigte sich erschĂŒttert und bat darum, auf Spekulationen zu der Tat zu verzichten. «Ich bin schockiert und ringe um Worte», schrieb er auf Facebook. «Dass ein SĂ€ugling auf solch grausame Weise sterben musste, macht mich zutiefst betroffen.»

Die Kleinstadt an der Werra im Landkreis Hersfeld-Rotenburg mit ihren rund 7.000 Einwohnern liegt in der NĂ€he der Landesgrenze zu ThĂŒringen. Bekannt ist Heringen als wichtiger Standort des DĂŒngemittel- und Salzkonzerns K+S.

Vor sieben Jahren verweste Babyleiche in PlastiktĂŒte gefunden

Vor rund sieben Jahren hatte der Fund einer verwesten Babyleiche in Mittelhessen fĂŒr Aufsehen gesorgt. Die Mutter war spĂ€ter vom Tatvorwurf der versuchten Kindstötung freigesprochen worden. 

Sie hatte in dem Prozess erklÀrt, dass der SÀugling bereits tot zur Welt gekommen sei. Diese Aussage konnte in dem Verfahren vor dem Landgericht Limburg nicht widerlegt werden. 

Die Leiche des im Oktober 2015 geborenen Kindes war Anfang 2018 beim EntrĂŒmpeln eines Kellers entdeckt worden. Sie steckte in einer PlastiktĂŒte, die sich wiederum in einem Rucksack befand.

@ dpa.de