Drogen, Indonesien

Australier auf Bali vor Gericht: Todesstrafe droht

12.09.2025 - 06:55:18

Indonesien geht bei DrogenkriminalitÀt extrem hart vor: Ein Australier steht jetzt auf Bali vor Gericht. Ihm droht im schlimmsten Fall die Hinrichtung. Was sagen seine AnwÀlte?

  • Bali ist bei Touristen aus aller Welt beliebt - geht aber extrem hart gegen DrogenkriminalitĂ€t vor. (Archivbild)  - Foto: Carola Frentzen/dpa

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  • Der VerdĂ€chtige wurde nach seiner Festnahme im Mai in einem orangen StrĂ€flingsanzug der Presse vorgefĂŒhrt. - Foto: Firdia Lisnawati/AP/dpa

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Bali ist bei Touristen aus aller Welt beliebt - geht aber extrem hart gegen DrogenkriminalitĂ€t vor. (Archivbild)  - Foto: Carola Frentzen/dpaDer VerdĂ€chtige wurde nach seiner Festnahme im Mai in einem orangen StrĂ€flingsanzug der Presse vorgefĂŒhrt. - Foto: Firdia Lisnawati/AP/dpa

Auf Bali hat der Prozess gegen einen Australier wegen des Besitzes von 1,7 Kilogramm Kokain begonnen. Dem 43-JĂ€hrigen droht Medienberichten zufolge im schlimmsten Fall die Todesstrafe. Die Drogen waren im Mai im Apartment des Mannes im Ort Tibubeneng in mehr als 200 Verpackungen fĂŒr Schokopralinen versteckt gefunden worden. 

Das Kokain habe einen Wert von umgerechnet etwa 625.000 Euro gehabt, berichtete der australische Sender ABC. Dem Australier werden die Einfuhr, der Schmuggel, der Besitz und der Konsum der Drogen vorgeworfen.

Festnahme nach Tipp

FĂŒr die Entgegennahme des Pakets soll der Angeklagte nur etwa 2.700 Euro bekommen haben. Seine Auftragnehmer soll er nicht persönlich gekannt haben. Die Polizei hatte zuvor einen Tipp erhalten und das Paket nach seiner Ankunft bis zu der Übergabe an den Australier verfolgt.

Der Festgenommene, der seit einigen Jahren in Indonesien lebte, wurde nach seiner Festnahme den Medien bei einer Pressekonferenz mit einem orangen StrĂ€flingsanzug und in Handschellen prĂ€sentiert. Sein Gesicht war von einer Sturmhaube verhĂŒllt.

Sollte er in allen Punkten schuldig gesprochen werden, drohen ihm eine Verurteilung zur Todesstrafe oder zu lebenslanger Haft. Es gilt aber als unwahrscheinlich, dass der Mann tatsĂ€chlich hingerichtet wĂŒrde - Indonesien hat zuletzt 2016 die Todesstrafe vollstreckt. 

Sein Anwaltsteam zeigte sich laut ABC zuversichtlich, dass er mit einer weitaus geringeren Strafe davonkommen könnte. «Wir sind 100 Prozent zuversichtlich, dass wir das mildeste Urteil fĂŒr alle Anklagepunkte erreichen können», sagte sein Verteidiger.

Erinnerungen an den Fall der «Bali Nine»

Indonesien geht mit aller HÀrte gegen DrogenkriminalitÀt vor. Schon beim Besitz kleinerer Mengen harter Drogen droht die Todesstrafe. Zumeist werden die Angeklagten jedoch zu einer GefÀngnisstrafe verurteilt.

Weltweite Schlagzeilen machte der Fall der australischen Drogenschmugglerbande «Bali Nine» (Bali Neun): Die Gruppe war 2005 festgenommen worden, als sie versuchte, 8,3 Kilogramm Heroin von Bali in die Heimat zu schmuggeln. Die beiden AnfĂŒhrer waren 2015 trotz internationaler Proteste von einem Erschießungskommando hingerichtet worden. Die fĂŒnf noch in Haft verbliebenen Mitglieder waren erst Ende vergangenen Jahres freigekommen und nach Australien zurĂŒckgekehrt.

@ dpa.de