BandenkÀmpfe, Ecuador

BandenkÀmpfe in Ecuador: Leitender Staatsanwalt getötet

18.01.2024 - 02:12:13 | dpa.de

Inmitten heftiger KĂ€mpfe zwischen kriminellen Banden und staatlichen SicherheitskrĂ€ften wird ein Staatsanwalt brutal ermordet. «Dieses Verbrechen wird nicht ungesĂŒhnt bleiben», sagt die ChefanklĂ€gerin.

  • Ecuadors PrĂ€sident Daniel Noboa hat Soldaten in den Kampf gegen kriminelle Banden geschickt. - Foto: Dolores Ochoa/AP
  • Polizisten in Schutzwesten untersuchen das Auto des erschossenen Staatsanwalts CĂ©sar SuĂĄrez. - Foto: dpa
Ecuadors PrÀsident Daniel Noboa hat Soldaten in den Kampf gegen kriminelle Banden geschickt. - Foto: Dolores Ochoa/AP Polizisten in Schutzwesten untersuchen das Auto des erschossenen Staatsanwalts César Suårez. - Foto: dpa

Nachdem in Ecuador ein fĂŒr die Ermittlungen gegen die organisierte KriminalitĂ€t zustĂ€ndiger Staatsanwalt getötet worden ist, hat die Polizei zwei VerdĂ€chtige festgenommen. Sie sollen in den Mord von CĂ©sar SuĂĄrez verwickelt sein, der in der Hafenstadt Guayaquil von Auftragsmördern in seinem Auto erschossen wurde, teilte die Polizei mit.

Zuvor hatte es einen Einsatz von etwa 1000 Polizisten und StreitkrĂ€ften in einem GefĂ€ngniskomplex in Guayaquil gegeben, wie die ecuadorianische Zeitung «El Universo» berichtete. «Die Kriminellen und Terroristen werden uns nicht stoppen», sagte GeneralstaatsanwĂ€ltin Diana Salazar. «Dieses Verbrechen wird nicht ungesĂŒhnt bleiben.»

SuĂĄrez ermittelte unter anderem gegen die mutmaßlichen Bandenmitglieder, die in der vergangenen Woche ein Studio des staatlichen Fernsehsenders TC TelevisiĂłn gestĂŒrmt und zahlreiche Geiseln genommen hatten. Daraufhin erklĂ€rte PrĂ€sident Daniel Noboa per Dekret, dass sich Ecuador in einem internen bewaffneten Konflikt befinde, und schickte die StreitkrĂ€fte in den Kampf gegen die Gangs. Er deklarierte 22 kriminelle Gruppen als terroristische Organisationen und nicht-staatliche Kriegsparteien, die auszuschalten seien.

Zuvor hatten sich kriminelle Banden in den Haftanstalten des sĂŒdamerikanischen Landes heftige Auseinandersetzungen geliefert und zahlreiche Aufseher in ihre Gewalt gebracht. Dem Chef der mĂ€chtigen Bande «Los Choneros», Adolfo MacĂ­as alias «Fito», und dem AnfĂŒhrer der Gang «Los Lobos», Fabricio ColĂłn Pico, waren nach Angaben der GefĂ€ngnisverwaltung dabei offensichtlich die Flucht gelungen.

Mehr als 20.000 EinsÀtze

Daraufhin wurden in den vergangenen Tagen mindestens 1975 Menschen bei ĂŒber 20.800 EinsĂ€tzen festgenommen, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Noboa hat inzwischen im Kampf gegen die zunehmende Gewalt auch UnterstĂŒtzung von den USA und anderen LĂ€ndern gefordert.

Die Sicherheitslage in Ecuador hatte sich zuletzt dramatisch verschlechtert. Die Mordrate von 46,5 Tötungsdelikten pro 100 000 Einwohner im vergangenen Jahr war die bislang höchste in der Geschichte des einst friedlichen Andenstaates und eine der höchsten Lateinamerikas. Mehrere Banden mit Verbindungen zu mĂ€chtigen mexikanischen Kartellen kĂ€mpfen um die Kontrolle ĂŒber die Routen des Drogenhandels. Ecuador ist ein wichtiges Transitland fĂŒr Kokain aus Kolumbien, Peru und Bolivien, das in die USA und nach Europa geschmuggelt wird.

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