Kind, Katzenbox

Kind in Katzenbox aus drittem Stock geworfen

11.06.2024 - 12:30:36 | dpa.de

Jemand hört am Berliner Stadtrand an einem Haus ein kleines Kind weinen. Er findet ein verletztes einjÀhriges MÀdchen in einer Kunststoffbox auf dem Boden. Die Polizei ermittelt.

Laut Polizei ist das kleine MĂ€dchen, das wimmernd in der Box lag, 21 Monate alt. - Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Ein kleines MĂ€dchen ist schwer verletzt in einer Katzenbox vor einem Haus in Berlin gefunden worden, nachdem es von seiner Mutter aus dem Fenster im dritten Stock geworfen worden sein soll. Das einjĂ€hrige Kleinkind wurde am Montagmittag in Berlin-Treptow im SĂŒdosten der Hauptstadt gefunden, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Die 41-jĂ€hrige Mutter wurde nach der Tat von der Polizei festgenommen. Der Grund fĂŒr die Tat ist laut Staatsanwaltschaft noch völlig unbekannt.

Laut Polizei ist das MĂ€dchen, das weinend in der Box lag, 21 Monate alt. Ein Zeuge entdeckte die Box und das Kind auf der RĂŒckseite des Mietshauses auf dem Boden. Er alarmierte die Feuerwehr, die das schwer verletzte Kind ins Krankenhaus brachte. Es schwebte nicht in Lebensgefahr, hat aber «erhebliche Sturzverletzungen», wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte. Genaueres wollte er nicht mitteilen, die Zeitung «B.Z.» schrieb von KnochenbrĂŒchen.

Die Wohnung der Familie befindet sich im dritten Stock des Hauses im Stadtteil Altglienicke nahe dem Berliner Flughafen. Von dort soll die Mutter das Kind aus einem Fenster, aus wohl mindestens zehn Metern Höhe, geworfen haben. Ein Foto der «B.Z.» zeigt eine blaue Kunststoffbox, in der ĂŒblicherweise Katzen transportiert werden können. Sie liegt vor einem Haus neben FahrradstĂ€ndern in einem von der Polizei mit rot-weißem Flatterband abgesperrten Bereich. In der Wohnung stieß die Polizei neben der Mutter noch auf ein weiteres Kind im Alter von neun Jahren. Es wurde dem Jugendamt ĂŒbergeben.

Eine Mordkommission ĂŒbernahm die Ermittlungen gegen die Mutter wegen des Verdachts der versuchten Tötung ihres Kindes. Bisher habe die Frau keine Aussage gemacht, so die Staatsanwaltschaft. Das Motiv sei offen, auffĂ€llige Hinweise auf Drogen habe es nicht gegeben, auch besondere Verwahrlosung sei nicht festgestellt worden. Der Vater der Kinder oder ein anderer Mann sei von der Polizei am Dienstag nicht in der Wohnung gesehen worden. Die Staatsanwaltschaft beantragte einen Haftbefehl gegen die Mutter und Untersuchungshaft. Am Dienstag sollte die Frau einem Haftrichter vorgefĂŒhrt werden.

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