Joachim Lottmann stirbt mit 70 Jahren im Wiener Hospiz
Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 10:01 Uhr | dpa, AD HOC NEWSLottmanns letzte Lebensphase
- Joachim Lottmann starb am Sonntag im Alter von 70 Jahren.
- Der Autor lag zuletzt in einem Wiener Hospiz.
- Seit Anfang 2026 veröffentlichte er im Internet das «Langweilige Tagebuch» über seine Erkrankung.
Joachim Lottmann stirbt nach schwerer Krankheit
Der Schriftsteller Joachim Lottmann ist am Sonntag im Alter von 70 Jahren gestorben. Der Autor lag zuletzt in einem Wiener Hospiz und hatte seine Krebserkrankung öffentlich gemacht.
«Langweiliges Tagebuch» im Internet
Lottmann teilte mit, dass er nicht mehr lange leben werde. Seit Anfang 2026 dokumentierte er seine Erkrankung unter dem Titel «Langweiliges Tagebuch» im Internet.
Bekannt durch «Mai, Juni, Juli»
Der 1956 in Hamburg geborene Schriftsteller wird häufig der Popliteratur zugeordnet. Bekannt wurde er mit seinem Roman «Mai, Juni, Juli», der 1987 erschien.
Lottmann wuchs anschließend in Bayern auf, lebte längere Zeit in Berlin und zuletzt in Wien. Die Todesbestätigung kam aus seinem persönlichen Umfeld; zuvor hatten mehrere Medien über seinen Tod berichtet.
Joachim Lottmann gehörte zu einer Generation deutschsprachiger Autoren, deren Texte seit den 1980er Jahren stärker auf Popkultur, Alltag und mediale Selbstbeobachtung setzten. Sein Roman «Mai, Juni, Juli» von 1987 gilt als das Werk, mit dem er einem größeren Publikum bekannt wurde.
Die Zuordnung zur Popliteratur beschreibt dabei weniger ein geschlossenes literarisches Programm als ein Umfeld, in dem Gegenwartssprache, Musik, Konsum und Großstadtleben wichtige Themen waren. Lottmanns Biografie verband mehrere literarische Schauplätze: Nach seiner Kindheit in Hamburg und Bayern lebte er längere Zeit in Berlin und zuletzt in Wien.
Öffentliches Schreiben über Krankheit
Mit dem «Langweiligen Tagebuch» verlagerte Lottmann seine Beobachtung des Alltags zuletzt auf die eigene schwere Erkrankung. Die Veröffentlichung im Internet machte den Verlauf seiner Krebserkrankung und die Mitteilung über die begrenzte Lebenserwartung öffentlich.
Für Leserinnen und Leser verbindet sich mit seinem Tod deshalb nicht nur der Abschied von einem Autor, sondern auch das Ende einer ungewöhnlich unmittelbaren digitalen Krankheitschronik. Der Wiener Hospizaufenthalt markiert den letzten Abschnitt dieses öffentlich begleiteten Lebens- und Schreibprozesses.
