Drogen, Jugend

Alkoholvergiftungen bei Jugendlichen auf Tiefstand

13.12.2025 - 05:00:38

Jugendliche landen seltener mit Alkoholvergiftung im Krankenhaus – doch Experten warnen: Die Dunkelziffer bleibt hoch. Welches Engagement dagegen helfen soll.

Wegen Alkoholvergiftungen sind 2024 so wenige Kinder und Jugendliche in Deutschland stationĂ€r behandelt worden wie seit 25 Jahren nicht. Das geht nach Informationen der DAK-Gesundheit aus aktuellen Analysen des Statistischen Bundesamtes hervor. FĂŒr 2024 wurden demnach bundesweit 8.781 jugendliche Rauschtrinker registriert, 5,3 Prozent weniger als im Vorjahr.

Höhepunkt des Rauschtrinkens 2012

Im Jahr 2000 lag die Zahl bei 9.514 Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis 20 Jahren. Anschließend gab es einen Anstieg, der 2012 seinen Höhepunkt mit 26.673 FĂ€llen erreichte.

2024 wurden 4.513 Jungen und 4.268 MĂ€dchen wegen einer Alkoholvergiftung in Kliniken behandelt. Die Zahl der mĂ€nnlichen Betroffenen sank 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 303, bei den weiblichen gab es einen RĂŒckgang um 188 FĂ€lle. In der Gruppe der 10- bis unter 15-jĂ€hrigen Kinder wurden im vergangenen Jahr 1.419 Betroffene registriert, ein RĂŒckgang um knapp acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Davon waren 470 Jungen und 949 MĂ€dchen.

GrĂ¶ĂŸter RĂŒckgang bei Jungen im Alter von 10 bis 15 Jahren

Auch in der Altersgruppe der 15- bis unter 20-jĂ€hrigen Jugendlichen ging die Zahl der Rauschtrinker zurĂŒck. 2023 wurden 7.798 FĂ€lle von Alkoholvergiftungen verzeichnet, im vergangenen Jahr knapp waren es 7.362 FĂ€lle. 4.043 mĂ€nnliche Jugendliche und 3.319 weibliche Jugendliche wurden in KrankenhĂ€usern behandelt. Laut Statistik gab es 2024 den grĂ¶ĂŸten RĂŒckgang bei den 10- bis 15-jĂ€hrigen Jungen mit knapp acht Prozent.

DAK-Vorstandschef Andreas Storm nannte den deutlichen RĂŒckgang beim Rauschtrinken von Kindern und Jugendlichen sehr erfreulich. Aber: «Auch wenn die Zahl der Klinikbehandlungen 2024 ein Rekordtief erreicht hat, ist das noch kein Grund zur Entwarnung.» Suchtexperten sĂ€hen neben den erfassten Krankenhauseinweisungen weiter eine hohe Dunkelziffer beim Alkoholmissbrauch junger Menschen. «Deshalb mĂŒssen wir die PrĂ€vention und erfolgreiche PrĂ€ventionskampagnen fortsetzen», so Storm.

Plakataktion der DAK wird fortgesetzt

Zur AufklĂ€rung ĂŒber die Gefahren von Alkoholmissbrauch setzt die DAK-Gesundheit 2026 ihren bundesweiten Plakatwettbewerb «bunt statt blau» fort. Die PrĂ€ventionskampagne lĂ€uft im 17. Jahr. Seit 2010 haben den Angaben zufolge bundesweit fast 143.000 MĂ€dchen und Jungen bunte Plakate gegen das Rauschtrinken gestaltet.

@ dpa.de